Fußball

Wehen punktet auch ohne Trainer St. Pauli durchbricht Horrorserie gegen VfB

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Henk Veermans Treffer reichte St. Pauli für einen Punktgewinn gegen den VfB Stuttgart.

(Foto: imago images/Jan Huebner)

Am 20. Spieltag in der 2. Fußball-Bundesliga muss erstmals eine Mannschaft im deutschen Profi-Fußball ohne ihren gelbgesperrten Trainer antreten - und punktet. Der FC St. Pauli holt gegen den VfB Stuttgart einen Punkt - und beendet damit eine Horrorserie. Die Schwaben sorgen sich derweil um ihren Kapitän.

Hannover 96 - SV Wehen-Wiesbaden 2:2 (0:1)

Bundesliga-Absteiger Hannover 96 rutscht auch im neuen Jahr immer tiefer in die Krise. Die Niedersachsen kamen im Kellerduell der 2. Fußball-Bundesliga nicht über ein 2:2 (0:1) gegen den Aufsteiger SV Wehen Wiesbaden hinaus und liegen nach vier Spielen in Folge ohne Sieg nur zwei Punkte vor dem Abstiegsrelegationsplatz.

Die auswärtsstarken Gäste, die schon bei den Absteigern VfB Stuttgart und 1. FC Nürnberg gewonnen hatten, liegen einen Zähler zurück. Den Wiesbadenern, bei denen Rüdiger Rehm als erster Trainer im deutschen Profifußball wegen einer Gelbsperre auf der Tribüne saß, rettete Benedikt Röcker (90.) in der turbulenten Schlussphase einen Punkt.

Zuvor hatten Genki Haraguchi (83.) und Cedric Teuchert (87.) das Spiel zugunsten der Niedersachsen gedreht. Die Gästen waren durch einen Kopfball von Stefan Aigner nach Flanke von Daniel Kyereh verdient in Führung gegangen (37.).

Die beste Möglichkeit zum Ausgleich noch vor der Halbzeit hatte Felipe, der knapp das Tor verfehlte (45.). Hannover verstärkte nach dem Seitenwechsel seine Angriffsbemühungen, doch es sprang zunächst nur ein Lattentreffer von Jannes Horn heraus (58.) - bis Haraguchi aus der Distanz traf.

Karlsruher SC - Holstein Kiel 0:2 (0:2)

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Der KSC ist nach nur einem Punkt aus den letzten fünf Spielen am Boden.

(Foto: imago images/Carmele/tmc-fotografie.de)

Holstein Kiel hat sich im Abstiegskampf Luft verschafft und die Krise des Karlsruher SC verschärft. Nach zuletzt vier Spielen ohne Sieg gewannen die Störche am Samstag 2:0 (2:0) beim KSC und kletterten mit 27 Punkten ins gesicherte Mittelfeld. Karlsruhe (20) hat nach der fünften Pleite in Serie nur einen Zähler Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz.

Winter-Zugang Fabian Reese (26.) und Finn Porath (31.) trafen für Kiel, das schon das Hinspiel 2:1 gewonnen hatte. Der KSC enttäuschte vor 12.403 Zuschauern drei Tage nach dem 0:1 bei Schlusslicht Dynamo Dresden erneut und kassierte seine dritte Heimniederlage bei 1:8 Toren in Serie. In der Nachspiel sah KSC-Verteidiger Damian Roßbach nach Videobeweis die Rote Karte wegen groben Foulspiels.

Der Ex-Karlsruher Reese, in der Rückrunde der Saison 2016/17 von Schalke in den Wildpark verliehen, traf bei der ersten guten Kieler Gelegenheit per Volleyschuss, KSC-Torwart Benjamin Uphoff sah dabei nicht allzu gut aus. Nur fünf Minuten später glänzte der ganz starke Reese als Vorbereiter, seine Flanke versenkte Porath aus kurzer Distanz per Kopf.

FC St. Pauli - VfB Stuttgart 1:1 (0:0)

Mario Gomez hat den VfB Stuttgart im Aufstiegsrennen vor einem weiteren Ausrutscher bewahrt. Der Ex-Nationalspieler sicherte den Schwaben mit seinem Ausgleichstor in der 82. Minute ein 1:1 (0:1) beim FC St. Pauli. Der Bundesliga-Absteiger kletterte vorerst auf den zweiten Tabellenplatz.

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Nicht drin: Hier scheitert Mario Gomez noch, später klappt es besser.

(Foto: imago images/Sportfoto Rudel)

Im zweiten Spiel unter dem neuen Trainer Pellegrino Matarazzo geriet der VfB durch ein Tor von Henk Veerman in Rückstand (56.). Der Niederländer traf nach Vorarbeit von Ryo Miyaichi aus der Drehung. Der VfB ist seit dem 27. September 2019 (1:0 bei Arminia Bielefeld) ohne Auswärtssieg.

Der VfB musste schon nach sechs Minuten ohne Kapitän Marc Oliver Kempf auskommen, der nach einem Zusammenprall mit Miyaichi mit Verdacht auf Kieferbruch ausgewechselt werden musste.

Nach der Führung setzten die Gastgeber weiter Nadelstiche, vor allem der schnelle Miyaichi sorgte für Gefahr. Stuttgart suchte immer wieder Gomez, fand aber selten ein Durchkommen. Erst in der Schlussphase konnte sich der Stürmer durchsetzen. Für St. Pauli bedeutet das Unentschieden den ersten Punktgewinn nach acht Niederlagen in Folge gegen die Schwaben.

Der Hamburger SV (34 Punkte) kann sich zu einem Gewinner des 20. Spieltags machen: Nach den Punktverlusten des VfB Stuttgart (35) und Tabellenführer Arminia Bielefeld (38 Punkte) am Freitag 0:0 in Aue), können die Hanseaten ihre Position auf den Aufstiegsrängen verbessern. Die Mannschaft von Dieter Hecking beschließt den Spieltag am Montagabend beim VfL Bochum (ab 20.30 Uhr im Liveticker auf ntv.de). Schon morgen empfängt Verfolger Heidenheim (30) Dynamo Dresden.

Quelle: ntv.de, ter/dpa