Fußball

Künftig im Zweijahresrhythmus? UEFA-Boss Ceferin droht mit WM-Boykott

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Der FIFA-Vorschlag würde "den Fußball töten", sagt UEFA-Chef Ceferin.

(Foto: picture alliance / AA)

Bis zu Weihnachten soll klar sein, ob die WM zukünftig alle zwei Jahre stattfindet. Eine Expertengruppe um Lothar Matthäus und Jürgen Klinsmann spricht sich bei dem Aufreger-Thema klar für einen Zweijahresrhythmus aus. Das bringt UEFA-Präsident Aleksander Ceferin mächtig auf die Palme.

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin droht mit einem Boykott der Fußball-Weltmeisterschaften, sollte das Turnier tatsächlich künftig im Zweijahresrhythmus ausgerichtet werden. "Wir können entscheiden, nicht teilzunehmen", sagte der Chef der Europäischen Fußball-Union (UEFA) in einem Interview der britischen "Times", das am Mittwoch geführt und am heutigen Donnerstag veröffentlicht wurde. "So weit ich weiß, gehen die Südamerikaner da auch mit - viel Glück mit einer solchen WM. Ich denke, das wird niemals passieren, da es so sehr gegen die grundlegenden Prinzipien des Fußballs verstößt."

FIFA-Direktor Arsène Wenger sagte während einer Pressekonferenz, seine Technische Beratungsgruppe schlage die Ausrichtung der WM alle zwei Jahre offiziell vor. Dem Vorschlag zufolge sollen die Änderungen nach der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko mit erstmals 48 Nationen endgültig greifen. 2027 würden dann die Turniere der Konföderationen ausgerichtet werden, also auch die Europameisterschaft. Im bislang geplanten EM-Jahr 2028 stünde dann schon wieder die nächste WM an.

"Würde den Fußball töten"

Neben Lothar Matthäus, Jürgen Klinsmann und Sami Khedira gehörten zahlreiche internationale Stars wie Ronaldo, Marco van Basten, Youri Djorkaeff, Michael Owen oder Peter Schmeichel dem hochkarätigen Gremium an, das sich in Doha versammelt hatte. Die Fußballgrößen sollten die äußerst umstrittene Idee der FIFA vorantreiben - und sie taten das wie gewünscht. Alle zu Wort gekommenen Stars sprachen sich für die Reform aus, die laut Wenger von einem FIFA-Kongress beschlossen werden soll. "Das jetzige Modell stammt aus einer lange zurückliegenden Zeit. Es ist höchste Zeit, es zu erneuern", sagte Ronaldo: "Eine WM ist immer großartig. Wir wollen mehr davon. Die Fans wollen mehr Show." Schmeichel pflichtete Ronaldo bei: "Alle waren einer Meinung: Der Spielplan ist überholt."

Zuvor hatte FIFA-Präsident Gianni Infantino angekündigt, die WM-Frage schon bis Weihnachten klären zu wollen. "Dieser Konsultationsprozess wird sehr umfassend sein, und wir hoffen, ihn bis zum Jahresende abzuschließen", sagte Infantino: "Der aktuelle Kalender der Länderspiele endet 2024. Wir müssen also bis Ende des Jahres Entscheidungen treffen."

"Der Wert liegt gerade darin, dass die WM alle vier Jahre ausgerichtet wird", sagte UEFA-Chef Ceferin. "Darauf wartet man, es ist wie bei den Olympischen Spielen - ein riesiges Ereignis. Ich sehe nicht, dass unsere Konföderation das unterstützt. Ich hoffe, die FIFA kommt wieder zu Sinnen." Der Vorschlag würde "den Fußball töten".

Quelle: ntv.de, dbe/sid

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