Fußball

Reaktion auf Krieg in Ukraine UEFA entzieht St. Petersburg das Finale der Champions League

imago1006801477h.jpg

St. Petersburg sollte das diesjährige Finale ausrichten.

(Foto: imago images/ITAR-TASS)

Die UEFA wird dem russischen St. Petersburg das Champions-League-Finale entziehen. Aufgrund des russischen Angriffs auf die Ukraine soll diese Entscheidung bei einer Sondersitzung am morgigen Freitag getroffen werden.

Das Finale der Champions League soll nicht in St. Petersburg stattfinden, die Europäische Fußball-Union UEFA wird dem Ausrichter das Endspiel entziehen. Das berichten übereinstimmend die Nachrichtenagenturen SID und AP. Grund ist der Angriff Russlands auf die Ukraine.

Der Entzug soll am morgigen Freitag bei einer Sondersitzung des Exekutivkomitees getroffen werden. Das Endspiel der Königsklasse war für den 28. Mai in der Heimat von Präsident Wladimir Putin vorgesehen. Eine Verlegung des Endspiels hatte die UEFA am Montag nach der Zuspitzung in der Ukraine gegenüber ntv.de verneint. Der russische Staatskonzern Gazprom gehört zu den größten Sponsoren der UEFA.

Man behandle die Situation "mit außerordentlicher Ernsthaftigkeit und Dringlichkeit", versicherte die UEFA und kündigte Beschlüsse an. Der Dachverband erklärte seine Solidarität mit der Fußballgemeinde in der Ukraine. Man reiche den Ukrainern die Hand. Die UEFA sei besorgt über die Sicherheitslage in Europa und verurteile die russische Invasion auf das Schärfste.

Weitere Informationen zum Vorgehen "werden nach der Sitzung des UEFA-Exekutivkomitees bekannt gegeben", hieß es. In DFB-Interimspräsident Rainer Koch und Karl-Heinz Rummenigge, dem früheren Vorstandschef von Bayern München, sitzen auch zwei deutsche Vertreter im Exekutivkomitee.

Nach Informationen der Press Association arbeite die UEFA mit Blick auf das Spiel bereits an Notfallplänen. Schon in den vergangenen beiden Spielzeiten musste aufgrund der Corona-Pandemie der Finalort gewechselt werden. Im Gespräch ist derzeit ein Austragungsort in England, vor allem wenn es zwei Klubs aus der Premier League ins Finale schaffen sollten. Allerdings sind zwei Top-Arenen an diesem Tag bereits verplant. Im Wembley-Stadion soll das Playoff-Finale der zweiten Liga ausgetragen werden und in der modernen Tottenham-Arena steht ein Rugby-Finale auf dem Programm. Im Gespräch ist daher auch das Olympiastadion, in dem West Ham United spielt.

Kritik von EU-Parlamentariern

Bei den Partien in der Europa League mit Beteiligung russischer Mannschaften sind bislang offiziell keine Änderungen vorgesehen. Die UEFA stehe "in engem Kontakt mit den betroffenen Nationalverbänden und Vereinen", hieß es am Montag: "Gegenwärtig werden alle Spiele wie geplant stattfinden." In Zenit St. Petersburg und Spartak Moskau sind zwei russische Teams weiterhin im Wettbewerb vertreten.

Mehr zum Thema

Die UEFA hatte zuvor mächtig Kritik für ihr Festhalten an St. Petersburg erhalten. "Wir fordern Sie auf, St. Petersburg und andere russische Städte nicht mehr als Austragungsorte für internationale Fußballwettbewerbe in Betracht zu ziehen", heißt es in dem Schreiben einer Gruppe von Abgeordneten des EU-Parlaments an die UEFA. Darüber hinaus sollte die Zusammenarbeit mit dem russischen Staatskonzern Gazprom als UEFA-Sponsor beendet werden. Zudem sollen Sanktionen gegen russische Funktionäre in Betracht gezogen werden, "die an der Verletzung des Völkerrechts mitschuldig sind".

Auch der Vorsitzende des Sportausschusses des Bundestages, Frank Ullrich, deutete Konsequenzen an. "Aus der Krise ist ein Krieg geworden", sagte der ehemalige Biathlon-Olympiasieger und heutige Thüringer SPD-Abgeordnete zu Reuters. "Die Konsequenzen, die jetzt in den Bereichen Politik, Wirtschaft und auch Sport gezogen werden müssen, sind nun unumgänglich und die Regierung Russlands hat diese ganz allein zu verantworten."

Quelle: ntv.de, ara/sid/dpa/rts

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen