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Servus: Robert Lewandowski.
Servus: Robert Lewandowski.(Foto: imago/Newspix)
Mittwoch, 30. Mai 2018

Lewandowski will weg: Wie stark ist der FC Bayern?

Ein Kommentar von Stefan Giannakoulis

Robert Lewandowski will den Arbeitgeber wechseln und hinaus in die große und noch besser bezahlte Fußballwelt. Nur der FC Bayern will das nicht. Sagt Präsident Uli Hoeneß. An seinen großen Worten muss er sich nun messen lassen.

Will sich der FC Bayern daran messen lassen, was seine Chefs sagen, können die Münchner Robert Lewandowski gar nicht gehen lassen. Immer wieder haben Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandsvorsitzende, und Vereinspräsident Uli Hoeneß betont, der immer noch schwer bis gar nicht zu ersetzende Angreifer werde in München bleiben. Nun wird es ernst.

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Die Frage war ja nicht ob, sondern wann. Die Antwort lautet: jetzt. Lewandowski soll also, das berichtet die Zeitschrift "Sport-Bild", die Bayern gebeten haben, ihn ziehen zu lassen - weg vom Deutschen Meister, hinaus in die noch größere und mutmaßlich noch besser bezahlte Fußballwelt. Sein Klient spüre den Drang nach einer beruflichen Veränderung, sagte Pinhas Zahavi, der Lewandowski seit Ende Februar berät. Mit Geld habe das nichts zu tun.

Das ist ein im Profifußball ebenso interessanter wie innovativer Ansatz. Zumal es hier um einen Mann geht, der dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" im Herbst des vergangenen Jahres in einem viel beachteten Interview gesagt hatte: "Der Fußball ist Kapitalismus pur, jeder will in dieser Branche Geld verdienen." Kommen wir also zu dem, was wir glauben können. Lewandowski hat in München einen Vertrag unterschrieben, der in drei Jahren ausläuft. Am 21. August wird der Angreifer, der mit Polen bei der Weltmeisterschaft in Russland spielt, 30, im Sommer 2021 demnach 33 Jahre alt.

"Champions League schon besonders reizvoll"

So mag er sich überlegt haben: jetzt oder nie. Und sich für jetzt entschieden haben. Vielleicht geht es Lewandowski als kickende Ich-AG tatsächlich nicht ausschließlich um Geld - sondern auch um Ruhm und Ehre. Dem "Spiegel" hatte er gesagt: "Ich habe diesen Titel noch nie gewonnen, also klar, die Champions League ist schon besonders reizvoll." Immer wieder hat er angedeutet, dass er gerne für Real Madrid spielen würde, für den Klub, der just zum dritten Mal hintereinander die europäische Königsklasse gewonnen hat. Sein Problem könnte allerdings sein, dass die Königlichen überhaupt kein Interesse an ihm haben sollen.

Vielleicht ist es ihm auch in der Bundesliga zu langweilig. Der FC Bayern dominiert dort ohne ernsthafte Konkurrenz und hat in dieser Saison zum sechsten Mal in Folge den Titel geholt. Lewandowski hat dazu 29 Treffer beigesteuert, er ist der mit Abstand erfolgreichste und auch wohl beste Torjäger der Liga. Eine echte Herausforderung ist das längst nicht mehr. Also auf zu neuen Ufern? So einfach ist das nicht. Das weiß er, das weiß sein Berater.

Schließlich ist es nicht so, dass die Rastlosigkeit ihres besten Stürmers die Münchner nun vollkommen unvorbereitet trifft. Hoeneß, der lautstarke Präsident der Münchner, sagte dem "Kicker" erst in der vergangenen Woche: "Wir werden der Fußballwelt beweisen, dass der Verein noch immer der Stärkere ist." Starke Worte, an denen er sich nun messen lassen muss. Schließlich ist es ja so: "Der Fußball ist Kapitalismus pur."

Quelle: n-tv.de