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"Schiri, das ist dein Job" Wolfsburg hadert mit dem Video-Assistenten

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Ist er? Oder ist er nicht? Düsseldorfs Zimmermann flankte vor dem Führungstreffer. Wolfsburg sah den Ball im Aus, die Schiedsrichter nicht.

(Foto: imago images / Nordphoto)

Aus oder kein Aus? Diese Frage beschäftigt den VfL Wolfsburg noch weit nach Schlusspfiff. Stürmer Weghorst ist sicher, dass der Ball vor dem 1:0 für Fortuna Düsseldorf im Aus war, die Schiedsrichter jedoch nicht. VfL-Coach Glasner sucht die Schuld für das Gegentor woanders.

Wout Weghorst nahm den Ball und knallte ihn wutentbrannt Richtung Vollmond. Noch lange nach dem Abpfiff war der Stürmerstar des VfL Wolfsburg erzürnt über eine kontroverse Szene, die im Bundesliga-Spiel bei Fortuna Düsseldorf (1:1) den großen Aufreger geliefert hatte. "Schiri, das ist dein Job!", motzte Weghorst: "Dieser Ball war ganz klar aus."

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Vor dem 1:0 der Düsseldorfer durch einen gewaltigen Linksschuss von Niko Gießelmann (17.) war dem Vorbereiter Matthias Zimmermann ("Ich sage 50:50") der Ball wohl rechts über die Seitenauslinie gerutscht. Unmittelbar vor den Augen des Schiedsrichter-Assistenten Thomas Stein. Oder doch nicht? Oder wie? Bilder legten es zumindest nahe - wobei ja der Durchmesser des Balles zählt und nicht allein der Teil, der den Boden berührt. Die Perspektive kann also durchaus verzerrend sein.

Keine Einstellung gibt endgültig Aufschluss

Video-Assistent Günter Perl jedenfalls hatte eine andere "VAR-heit". Die Wolfsburger protestierten, besonders Josip Brekalo, der den Zweikampf mit Zimmermann geführt hatte. Schiedsrichter Manuel Gräfe hielt auch sofort Rücksprache mit Köln. Anscheinend jedoch gab es keine Einstellung, die eindeutig genug war, um das vermeintlich irreguläre Tor zurückzunehmen. Vermutlich wäre eine Draufsicht nötig gewesen, am besten mit einer Kamera direkt über der Seitenauslinie. Die gibt es allerdings nicht.

Besonders Weghorst machte das rasend. "Ich habe direkt gesehen, dass der Ball aus war, für mein Gefühl. Ich habe jetzt ein Video gesehen und ein Foto", sagte der Schütze des Ausgleichs (29.): "Bei allem Respekt. Wenn der Schiedsrichter rumläuft und den Journalisten ein Bild zeigen will, zeigt das, dass das ein bisschen komisch ist." Was er damit meinte, blieb unklar.

Glasner: "Suche die Schuld immer bei uns"

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Auch Jörg Schmadtke hatte sich bereits in der Halbzeit via DAZN beklagt. "Das ist sehr ärgerlich, weil wir einen Video-Schiedsrichter eingeführt haben, um Gerechtigkeit zu schaffen", schimpfte der Wolfsburger Sport-Geschäftsführer, der viele Jahre lang bei der Fortuna das Tor gehütet hatte. Er räumte jedoch zugleich ein, die Szene von der Tribüne gar nicht richtig gesehen zu haben. Dennoch: "Merkwürdig" sei das alles gewesen. Da Weghorst sein fünftes Tor gegen Düsseldorf in nur drei Spielen erzielte (29.), blieb den Wolfsburgern zumindest die erste Saison-Niederlage erspart. Dennoch fühlte sich der Fortuna-Schreck "scheiße mit dem Ergebnis", weil sein VfL besonders in der zweiten Halbzeit kaum etwas dafür getan hatte, für eine Nacht die Tabellenspitze zu erobern.

73 Minuten hatten die Gäste dafür nach der Aufreger-Szene Zeit. Trainer Oliver Glasner nahm die Diskussion auch deshalb bemerkenswert locker: "Ich suche die Schuld immer bei uns", sagte er. "Wir hätten das Tor nach der Flanke noch locker verteidigen können." Denn nicht die Entscheidung über Aus oder kein Aus führte zum Treffer, sondern die mangelhafte Verteidigung der Flanke durch den VfL, die schließlich in Gießelmanns erstem Bundesliga-Tor endete.

Quelle: n-tv.de, tsi/sid

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