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Doppelt so viele Niederschläge Das Ozonloch wirkt bis in die Tropen

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Auf der Insel Rikitea nahm der Niederschlag zwischen den 1960er- und 1990er-Jahren um 50 Prozent zu. Mit der erwarteten Erholung der Ozonschicht wird sich dieser Trend wieder umdrehen.

(Foto: commons.wikimedia.org)

Das Ozonloch war in den 1980er-Jahren ein Schrecken. Inzwischen erholt sich dank vieler Umweltmaßnahmen die Schutzhülle der Erde. Wie weit sich die ausgedünnte Schicht über der Antarktis auf Niederschläge in den Tropen auswirkt, lässt sich nun bestimmen.

Schweizer Forscher warnen vor den Folgen des Ozonlochs - und zwar auf weit entfernte Regionen. Die ausgedünnte Ozonschicht habe Auswirkungen auf Niederschläge im tropischen Pazifik und somit auf Wetterereignisse, die 10.000 Kilometer entfernt vom Ozonloch über der Antarktis auftreten, teilte das Forscherteam unter Leitung des Oeschger-Zentrums für Klimaforschung der Universität Bern mit.

"Dass es im Klimasystem Verbindungen zwischen so weit entfernten Orten gibt, ist faszinierend. Beunruhigend ist allerdings, dass der Mensch daran Schuld trägt", sagt der Berner Klimatologe Stefan Brönnimann, der Leiter der Studie ist. Zu den bisher unbekannten Auswirkungen auf das Klimasystem durch die ausgedünnte Ozonschicht zählt ein Hochdruckrücken östlich von Neuseeland. Das zeigen die statistischen Analysen von Beobachtungsdaten der letzten 60 Jahre, die die Forscher erhoben haben.

Ein wellenförmiges Zirkulationsmuster, das sich von Neuseeland über den Südpazifik erstreckt, hat zu einer Zunahme der Niederschläge geführt. In Rikitea in Französisch-Polynesien beispielsweise hat der Niederschlag von Oktober bis Dezember zwischen den 1960er- und den 1990er-Jahren um etwa 50 Prozent zugenommen. Ein großer Teil dieser Zunahme lässt sich direkt auf den Einfluss des Ozonlochs zurückführen.

Effekt ist umkehrbar

Doch dieser Zusammenhang ist nicht nur in der einen Richtung zu beobachten. Er bleibt höchstwahrscheinlich mit der Erholung des Ozonlochs, die in den nächsten Jahrzehnten erwartet wird, weiterhin bestehen. Das bedeutet, die Niederschläge in der Region werden wieder wesentlich zurückgehen.

"Es war zwar bekannt, dass die starke Ausdünnung der Ozonschicht die Winde über dem südlichen Ozean beeinflusst", erklärt Brönnimann, "doch ein Effekt bis in die Tropen konnte bisher noch nicht gezeigt werden." Der Fokus bisheriger Untersuchungen lag auf dem Einfluss des Ozonlochs auf die subpolaren Breiten und die südlichen Mittelbreiten.

"Unsere Studie zeigt, dass der Ozonabbau in der Vergangenheit ein entscheidender Treiber für den Klimawandel im tropischen Pazifik war und genau so wird die Erholung der Ozonschicht das Klima in der Zukunft beeinflussen." Die Erkenntnis, wie stark sich menschliche Aktivitäten auf das regionale Klima am anderen Ende der Erde auswirkten, sei mit Blick auf die Folgen des von Kohlendioxid und anderen Gasen verursachten Treibhauseffekts besorgniserregend, betont der Berner Klimatologe.

Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher in der Fachzeitschrift "Environmental Research Letters".

Quelle: ntv.de, jaz