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Mais statt Gras zur Klimarettung? Kühe stoßen weniger Methan aus

Neue Erkenntnis in der Viehzucht: Kühe rülpsen weniger klimaschädliches Methan, wenn sie vor allem Mais anstelle von Gras fressen. Ein sehr nützlicher Effekt, denn Methan hat ein etwa 25 Mal höheres Treibhauspotenzial als Kohlendioxid.

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Mehr Mais statt Gras als Futter: Das könnte den Schadstoffausstoß senken.

(Foto: picture alliance / dpa)

Laut Bundesumweltamt trägt die Landwirtschaft in  Deutschland in erheblichem Maße zum Ausstoß klimaschädlicher Gase bei. Dafür verantwortlich seien vor allem Methan-Emissionen aus Tierhaltung und Dünger. Im Jahr 2011 trug die Landwirtschaft mehr als die Hälfte der gesamten Methan-Emissionen in Deutschland bei. Das Gefährliche daran: Methan hat einen vielfach höheren Treibhauseffekt als das weitaus mehr diskutierte Kohlendioxid.

Nun ergibt ein Versuch der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen: Kühe rülpsen etwas weniger klimaschädliches Methan, wenn sie vor allem Mais anstatt Gras fressen.

25 Mal klimaschädlicher als CO2

Forscher untersuchten in einem Versuchsbetrieb am Niederrhein, wie sich die Futter-Zusammensetzung auf die Schadstoffmenge auswirkt. Eine Tendenz sei ersichtlich, aber die Ergebnisse ließen keine generelle Empfehlung für die Maisfütterung zu, sagte Projektleiter Sebastian Hoppe. Das Treibhausgas Methan ist etwa 25 Mal klimaschädlicher als Kohlendioxid.

Bei dem Fütterungsversuch über 120 Tage erhielten zwei Gruppen von Kühen in abgetrennten Ställen unterschiedliche Futtermischungen: Die 48 Kühe, die in der Hauptsache Mais fraßen, gaben im Schnitt 340 Gramm Methan pro Tier und Tag ab. Bei der zweiten Gruppe, die hauptsächlich Gras bekam, lag der Wert bei 360 Gramm. Methan entsteht beim Verdauungsvorgang von Wiederkäuern. Es wird von Mikroorganismen im Vormagen, dem Pansen, hergestellt.

Versuch unter praxisrelevanten Bedingungen

Bisherige Aussagen zu Klimarelevanz der Rindviehhaltung basieren nach Angaben der Kammer auf Laborergebnissen. Dieser Versuch sei herausragend, weil er in einem großen Kuhstall unter praxisrelevanten Bedingungen stattgefunden habe.

Wie sich die Änderung von Mengen, Mischungen oder Qualität auswirkten, könne man nicht sagen, sagte Hoppe. "Man müsste sich den einzelnen Betrieb angucken, ob da Optimierungsmöglichkeiten sind." Außerdem binde Grünland sehr gut Kohlendioxid. Das müsse noch in die gesamte Umweltbilanz mit einfließen.

In einem weiteren Ansatz prüfen die Wissenschaftler, ob die Zugabe von pflanzlichem Gerbstoff Tannin eine Auswirkung auf die Verdauung und damit auf den Methanausstoß hat. Die Versuche seien noch in der Auswertung. Aber tendenziell könnte der Methanwert etwas gesenkt werden, sagte Hoppe. Man stoße aber bei den Kühen schnell an den Grenzen der Verträglichkeit.

Quelle: n-tv.de, abe/dpa

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