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Seltene Mini-Sonnenfinsternis Nasa zeigt Video vom Merkurtransit

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Nur ein winziger Teil der Sonnenscheibe wird vom Merkur verdeckt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im Schnitt nur 13 Mal pro Jahrhundert kommt es zu diesem bemerkenswerten Ereignis: Der kleine Planet Merkur zieht aus Sicht der Erde vor der Sonne vorbei. Doch nur wenige bekommen den Merkurtransit zu Gesicht - für alle anderen springt die Nasa ein.

Ein seltenes astronomisches Ereignis war zum Wochenbeginn an Deutschlands Himmel zu sehen - allerdings nur für Menschen mit entsprechender Ausrüstung: Der kleinste Planet des Sonnensystems, der Merkur, zog in einer seltenen Konstellation vor der Sonne vorbei. Man spricht von einem Merkurtransit, der so etwas wie eine "Mini-Sonnenfinsternis" ist.

Vor allem in Ostdeutschland mitsamt der deutschen Hauptstadt Berlin bot sich ein ungetrübter Blick auf unser Zentralgestirn. In vielen anderen Teilen Deutschlands hingegen war laut Deutschem Wetterdienst wegen Wolken und Hochnebel nichts zu sehen.

Beobachtet werden kann ein Merkurdurchgang generell nur mit einem Teleskop mit zusätzlicher Spezialausrüstung oder über eine Projektionsfläche. Experten warnten zuvor vehement davor, ungeschützt in die gleißende Sonne zu blicken. Es besteht Erblindungsgefahr. Mit bloßem Auge wäre der Planet vor der Sonne ohnehin nicht zu sehen - von der Erde aus betrachtet verdeckt Merkur nur ein 283stel der Sonnenscheibe.

In Deutschland konnte ohnehin nur etwa die Hälfte des Merkurtransits verfolgt werden. Der Planet bewegte sich etwa gegen 13.35 Uhr vor die Sonnenscheibe. Die Zeitspanne für Beobachtungen endete mit dem Sonnenuntergang, in Deutschland war dies je nach Region zwischen etwa 16 und 17 Uhr. Bis dahin hatte Merkur die Sonne jedoch erst halb überquert.

Für alle, die das Ereignis nicht live miterleben konnten, hat die Nasa ein kurzes Video auf Twitter veröffentlicht, auf dem ein Teil des Merkurtransits zu sehen ist. Deutlich wird dabei, wie mittig die kleine dunkle Scheibe vor der Sonne entlangwanderte. Ansatzweise ist auch erkennbar, dass der Merkur sich von links nach schräg rechts oben bewegte - Ursache dafür ist die leicht geneigte Umlaufbahn des Merkur im Vergleich zur Erdumlaufbahn.

Warum ein Transit so selten ist

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Die geneigte Merkur-Umlaufbahn ist der Grund, warum dieses Ereignis so selten ist. Für einen Umlauf um die Sonne benötigt der Merkur 88 Tage - weil die Erde sich aber ebenfalls in dieselbe Richtung um die Sonne dreht, wird sie nur etwa alle 108 bis 130 Tage vom Merkur überholt. Und weil dessen Bahn auch noch geneigt ist, passiert es dann häufig, dass der Planet aus unserer Perspektive nicht direkt vor der Sonne vorbeiläuft.

Es gibt sogar nur zwei Punkte auf der Merkurbahn, an denen aus Erdsicht ein Transit zu beobachten ist. Diese Bahnknoten werden von der Erde jedes Jahr am 7. oder 8. Mai und am 10. oder 11. November passiert - ein Merkurtransit kann also nur nahe an diesen Daten stattfinden. Das letzte Mal war es am 9. Mai 2016 der Fall. Das nächste Mal wird es im November 2032 soweit sein.

Das erste Mal, dass ein Merkurtransit vorausgesagt wurde, war übrigens im Jahr 1629 - und zwar vom deutschen Astronomen Johannes Kepler. Er konnte korrekt den Transit am 7. November 1631 vorhersagen. In der Astronomie haben derartige Ereignisse seit jeher eine wichtige Rolle gespielt. Der britische Astronom Edmond Halley etwa nutzte die Venusdurchgänge in den Jahren 1761 und 1769 dazu, um die Entfernung der Erde zur Sonne vorherzusagen.

Quelle: n-tv.de, mit dpa