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Entwicklung der "grünen Chemie" Nobelpreis für US-Forscher und Briten

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Der Chemie-Nobelpreis wird seit 1901 verliehen.

(Foto: dpa)

Der Chemie-Nobelpreis wird geteilt: Die Amerikanerin Frances Arnold erhält ihn zur Hälfte. Landsmann George Smith und der Brite Gregory Winter werden mit der anderen Hälfte geehrt. Die Forscher hätten die Tricks der Evolution für chemische Produkte genutzt, so die Jury.

Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr zur Hälfte an die US-Amerikanerin Frances Arnold und zur anderen Hälfte an George Smith, ebenfalls aus den USA, und Gregory Winter aus Großbritannien für ihre Beiträge zur Entwicklung einer grünen chemischen Industrie. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften mit.

Den drei Preisträgern sei es gelungen, Kontrolle über die Evolution zu gewinnen und dies für Zwecke zu verwenden, die der Menschheit größten Nutzen gebracht haben. George Smith entwickelte eine Methode, bei der sogenannte Bakteriophagen - Viren, die Bakterien infizieren - genutzt werden, um neue Proteine entstehen zu lassen. Dieses Phagen-Display genannte Verfahren nutzte Gregory Winter zur Produktion neuer Pharmazeutika.

Frances Arnold gelang es erstmals, Enzyme gezielt in eine gewünschte Richtung zu entwickeln. Solche Enzyme werden heute für die Herstellung zahlreicher Stoffe genutzt, etwa Biokraftstoffe und Pharmazeutika.

Die höchste Auszeichnung für Chemiker ist derzeit mit umgerechnet rund 870.000 Euro dotiert. Seit 1901 wurde der Chemie-Nobelpreis an 177 verschiedene Forscher vergeben. Einer von ihnen, der Brite Frederick Sanger, erhielt ihn sogar zweimal. Unter den Preisträgern waren bislang vier Frauen, etwa Marie Curie 1911, die die radioaktiven Elemente Polonium und Radium entdeckt und ihre Eigenschaften untersucht hatte.

Im vergangenen Jahr hatten Jacques Dubochet (Schweiz), der gebürtige Deutsche Joachim Frank (USA) und Richard Henderson (Großbritannien) den Chemie-Nobelpreis erhalten. Sie entwickelten die sogenannte Kryo-Elektronenmikroskopie zur hochauflösenden Strukturbestimmung von Biomolekülen. Sie zeigt im Detail, wo ein Medikament anbindet.

Quelle: n-tv.de, jog/dpa

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