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Wie es zur Lungenembolie kommt Wer ist gefährdet? Wie beugt man vor?

Nicht immer ist eine Lungenembolie unmittelbar lebensgefährlich, doch Fakt ist, dass jedes Jahr 40.000 Menschen in Deutschland daran sterben. Es gibt viele verschiedene Ursachen, die zu der Erkrankung führen können. Hier das Wichtigste in Kürze.

Bei einer Lungenembolie ist ein Blutgefäß in der Lunge verstopft, meist durch einen Blutpfropfen. Dadurch kann das Blut nicht mehr ungehindert zur Lunge fließen. Es kommt also weniger Blut in dem Atemorgan an, was bedeutet, dass die Lunge weniger Blut mit Sauerstoff anreichern kann. Die Folge: Der Betroffene leidet an plötzlicher Atemnot und heftigen Brustschmerzen.

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Die Lungen versorgen das Blut mit Sauerstoff. Das können sie nicht mehr ausreichend, wenn sie durch ein Gerinnsel stark verstopft werden.

(Foto: imago/Science Photo Library)

Wie gefährlich eine Lungenembolie ist und wie schwer sie verläuft, hängt davon ab, wie viel der Lunge davon betroffen ist. Eine sehr kleine Gefäßverstopfung verursacht manchmal keinerlei Beschwerden. Ist jedoch eine große Lungenarterie verstopft, bricht das Herzkreislaufsystem rasch zusammen und der Betroffene wird bewusstlos. Dann ist die Lungenembolie unmittelbar lebensbedrohlich.

Ein Pfropfen, der aus dem Bein kommt

Oft ist es ein Blutgerinnsel aus einer Beinvene, das zu einer Lungenembolie führt. Irgendwann löst es sich und wird vom Blutstrom vom Bein weg in die Lunge transportiert. Eine solche Ablösung kann ganz unterschiedliche Ursachen haben: Morgens beim Aufstehen kann es durch Blutdruckschwankungen dazu kommen, auch plötzliche körperliche Anstrengungen können dazu führen und selbst das Drücken beim Stuhlgang kann hier ein Risikofaktor sein.

Es gibt bestimmte Umstände, die ein Gerinnsel in einer Beinvene – auch tiefe Beinvenenthrombose genannt – begünstigen: Dazu gehören Rauchen, längere Flugreisen, andere Bewegungseinschränkungen (wie Gipsverbände oder Bettlägerigkeit), Übergewicht, ein höheres Lebensalter (ab 50 oder 60 Jahren) und Thrombosen bei Familienangehörigen. Bei Frauen ist auch mit der Einnahme der Anti-Baby-Pille das Risiko für eine Thrombose erhöht.

Zwei Stunden bis zum Tod

Kleine Lungenembolien sind manchmal schwierig zu diagnostizieren. Ausgeprägte Lungenembolien aber sind ein deutlich erkennbarer medizinischer Notfall. Der Patient erhält dann sofort blutverdünnende Mittel, Atmung und Kreislauf werden stabilisiert. Bei den Fällen von Lungenembolie, die zum Tod führten, sterben 90 Prozent der Patienten nicht später als zwei Stunden, nachdem sie die ersten Symptome festgestellt haben.

In Deutschland sterben jedes Jahr etwa 40.000 Menschen an einer Lungenembolie. Sie ist nach Herzinfarkt und Schlaganfall die dritthäufigste zum Tode führende Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Quelle: ntv.de, asc