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Sie hat ohnehin ausgeglüht. Zuvor schaffte sie höchstens 1000 Stunden - 100.000 hätten es womöglich auch sein können.
Sie hat ohnehin ausgeglüht. Zuvor schaffte sie höchstens 1000 Stunden - 100.000 hätten es womöglich auch sein können.(Foto: picture alliance / dpa)

Gibt es die Kaputtmacher wirklich?: Geplante Obsoleszenz

Von Peter Poprawa

Wer hat sich nicht schon selbst einmal darüber geärgert, dass sein Handy oder der Drucker kurz nach Ablauf der Garantie den Geist aufgibt? Ärgerlich ist das, weil wieder eine neue Anschaffung ansteht, Geldbeutel und Umwelt belastet werden. Ist was dran, dass Firmen absichtlich Schwachstellen in ihre Produkte einbauen, um das Geschäft zu beleben?

Die Geschichten sind wahr, sind schon hundertmal aufgeschrieben und ebenso oft verfilmt worden: In den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts einigten sich die führenden Hersteller von Glühbirnen darauf, die Lebensdauer ihrer Lämpchen zu verkürzen, um so den Absatz künstlich hochzuhalten. Ihr Problem war, dass die Glühbirnen rund 2500 Stunden leuchteten, bis sie ihren Geist aufgaben. Das war schlecht fürs Geschäft. Osram, Philipps, General Electric, Tungsram und weitere Firmen schlossen sich 1924 in Genf zum sogenannten Phoebuskartell zusammen und ersannen die "geplante Obsoleszenz" - eine vorfestgelegte Lebensdauer für ein Produkt. Im Falle der Glühlampen wurde die Lebensdauer von 2500 auf 1000 Stunden abgesenkt. Wer von den Firmen des Kartells dagegen verstieß, musste eine Strafe zahlen.

Das Kartell gab es nachweislich bis mindestens 1942. Böse Zungen vermuten, dass es ähnliche Verbindungen noch heute oder heute schon wieder gibt, obgleich Kartelle dieser Art verboten sind. Die Glühlampe wird indes immer wieder als Beispiel für diese Praxis genannt, weil es schon längst Patente gibt, die eine Brenndauer von 100.000 Stunden und mehr versprechen. Die gab es auch damals schon. Diese Patente werden von Marktführern für viel Geld aufgekauft und unter Verschluss gehalten. Stoff, der durchaus für Kriminalromane taugen würde.

Die legendäre Glühbirne, die seit 110 Jahren ihren Dienst tut, brennt in der Feuerwehrwache im kalifornischen Livermore.
Die legendäre Glühbirne, die seit 110 Jahren ihren Dienst tut, brennt in der Feuerwehrwache im kalifornischen Livermore.(Foto: picture alliance / dpa)

Ein Beweis dafür ist die weltberühmte Glühbirne in der Livermore Pleasanton Fire Dept. Feuerwache, die seit 1902 ununterbrochen brennt und seit Jahren via Webcam zu beobachten ist. Sie strahlt zwar mit ihren 60 Watt nicht gerade sonnenhell, aber sie strahlt. Und das schon seit 110 Jahren. Die sogenannte "Jahrhundertbirne" ist die älteste funktionierende Glühlampe der Welt. So gut wie diese waren anfangs alle. Sie hat schon zwei Webcams überlebt - die pünktlich nach drei Jahren das Zeitliche segneten.

Ein weiteres Beispiel für die geplante Obsoleszenz ist die Entwicklung der Feinstrumpfhose. Der Konzern DuPont präsentierte 1935 sein Wundergewebe Nylon (Polyhexamethylenadipinsäureamid). Es war hauchzart, durchsichtig und extrem reißfest. Im Mai 1940 brachte DuPont die ersten Nylonstrümpfe auf den Markt. Sie wurden nur in ausgewählten Geschäften in den USA verkauft. Die Damenwelt stand Schlange - bis jede Frau endlich ihre Strumpfhose hatte, die dann hielt und hielt. DuPont geriet in arge Nöte, weil der Absatz einbrach. Die Entwickler bekamen den geheimen Auftrag, eine schönere, noch dünnere Strumpfhose zu erfinden, die allerdings auch nicht mehr so haltbar sein sollte.

Geplante Obsoleszenz war gestern

Albert Albers ist Leiter des IPEK – Institut  für Produktentwicklung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT).
Albert Albers ist Leiter des IPEK – Institut für Produktentwicklung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Heute ist es schwer, den Beweis für die geplante Obsoleszenz zu erbringen. Ganz offiziell gibt es sie auch nicht. Tatsächlich liegen dem Bundesministerium für Verbraucherschutz auch keine Informationen darüber vor, weil die Beweispflicht beim Konsumenten liegt und die Produzenten sich immer auf den Verschleiß berufen können. Dennoch kennen viele Verbraucher das Gefühl, ihre Geräte gingen vorzeitig kaputt. Dieses Gefühl hat einen Namen: Es heißt nicht etwa "geplante Obsoleszenz" sondern "sinnvolle Gebrauchsdauer". Hat das Kind also nur einen neuen Namen bekommen? "Ganz sicher nicht", erklärt Albert Albers, Leiter des Instituts für Produktentwicklung in Karlsruhe (IPEK), denn in Wirklichkeit "hat das eine mit dem anderen nichts zu tun". Obgleich es in der Branche wohl noch immer schwarze Schafe gebe. Da höre man so einiges, vor allem aus Asien. Im Gespräch mit n-tv.de räumt Albers mit der Mär auf, dass die geplante Obsoleszenz Gegenstand der Ausbildung junger Produktentwickler sei: "Richtig ist hingegen, dass wir die Produkte auf eine geplante Gebrauchsdauer hin auslegen. Das ist sinnvoll und hat nichts mit dem unnötigen Ausfall eines Produkts vor Ablauf seiner Gesamtlebensdauer zu tun."

Im Prinzip geht es darum, dass ein billiges Produkt niemals so haltbar sein kann wie ein teures. In einem billigen Gehäuse sollen also keine hochwertigen Materialien verbaut werden, die vorzeitig auf dem Müll landen würden. Das trifft auch auf die umgekehrte Variante zu. Im besten Fall sollten also hochwertige Konsumgüter mit langlebigen Materialien kombiniert werden. Der Verbraucher soll die Wahl zwischen beiden Varianten haben, die aber immer ökonomisch und ökologisch sinnvoll sein sollten.

Als Beispiel nennt der Forscher auf dem Gebiet der Produktentwicklungsprozesse die Automobilentwicklung. Bei Autos gehe man mittlerweilen von einer sinnvollen Gebrauchsdauer von etwa 200.000 Kilometern aus, was bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde einer Lebensdauer von etwa 4000 Stunden entspricht. "Ein richtig guter Ingenieur sollte das Produkt also so entwickeln, dass nach 4000 Stunden sämtliche Teilsysteme eines Autos ihr Lebensende erreicht haben."

Die Basic B-SB 500 E ist schon für knapp über 20 Euro zu haben. Das Test-Urteil lautet: Finger weg!
Die Basic B-SB 500 E ist schon für knapp über 20 Euro zu haben. Das Test-Urteil lautet: Finger weg!(Foto: test 05/2010)

Das klingt zunächst nicht einleuchtend und provoziert zu der Frage: Wer legt eigentlich fest, wann etwas alt ist, wann ein Produkt nicht mehr gebraucht wird? Vielleicht findet der Verbraucher es auch durchaus sinnvoll, dass sein endlich abgezahltes Auto noch weitere 4000 Stunden ohne größere Probleme läuft. Albers kennt die Antwort: Der Verbraucher selbst ist es. "Hauptsächlich durch das Kaufverhalten wird heute bestimmt, was sich am Markt durchsetzt, wie gut oder wie schlecht ein Produkt designt wird." Als Beispiel dafür nimmt Albers die Entwicklung einer Bohrmaschine für Heimwerker. Hier könne man von einer sinnvollen Gebrauchsdauer von unter 100 Stunden ausgehen. Das sei realistisch und könnte durchaus für zehn Jahre und mehr reichen. Eine Bohrmaschine für einen professionellen Handwerker sollte indes locker auf mehrere 1000 Stunden kommen und das sei mit hochwertigen Materialien machbar. "Doch welcher Heimwerker würde schon 800 oder 1000 Euro für eine Bohrmaschine ausgeben? In der Regel braucht er noch einen Hobel, eine Stichsäge, eine Kreissäge, eine Flex, einen Akku-Bohrer und so weiter. Das will sich kein Bastler leisten und greift folgerichtig zu günstigeren Werkzeugen und Geräten. Der Handwerksbetrieb hingegen kann es sich nicht leisten, dass ihn sein Handwerkzeug im Stich lässt."

Der Entwickler müsse also beide Bereiche im Auge behalten: Den professionellen und den semiprofessionellen. Kurz gesagt definiert das Nutzungsprofil die sinnvolle Gebrauchsdauer. "Wer freilich seinem Enkel seine Bohrmaschine vererben will, kann das durchaus, denn es gibt längst Maschinen, die die Lebenszeit eines Menschen überdauern, wenn sie entsprechend genutzt werden. Diese kosten allerdings auch das Vielfache der Baumarktmodelle." Ein Entwickler könne heute fast alles leisten, wenn der Markt es wolle, wenn der Markt danach rufe und auch bereit ist, es zu bezahlen. Und damit sei man also wieder bei der Einflussnahme der Verbraucher. Es gehe immer darum, ein vernünftiges, auch ökologisch vernünftiges Produkt herzustellen.

Große Lebensdauer ist möglich - wenn der Kunde dafür bezahlt

Das 5140i war das erste Outdoor-Handy, das auch als solches benutzt werden konnte.
Das 5140i war das erste Outdoor-Handy, das auch als solches benutzt werden konnte.(Foto: nokia.de)

Ein Anti-Beispiel für die "sinnvolle Gebrauchsdauer" von technischen Geräten ist mit Sicherheit die Kurzlebigkeit von Mobiltelefonen. Der Hersteller Nokia brachte vor etlichen Jahren mit dem 5140i ein Outdoor-Handy auf den Markt, das Eltern sportlicher Kinder wie auch Bauarbeiter gleichermaßen verzückte. Die Handys sind heute vielleicht schon zehn Jahre alt, funktionieren aber immer noch und dienen in vielen Haushalten als "Ersatzhandy", falls die anfälligen Smartphones mal wieder den Geist aufgegeben haben. Nokia konnte also ein Handy schaffen, das günstig und unverwüstlich war. Was jedoch in all den Lebensjahren eines solchen Produkts auf der Strecke bleibt, ist die Innovationsrate, der die Smartphones unterliegen.

Albers wagt zu bezweifeln, dass ein Jugendlicher sechs Jahre lang mit dem selben Handy hantieren würde. "Alle wollen die neueste Innovation, die neue Anwendung auf ihrem Mobiltelefon. Da ist es schon sinnvoll, dass Hersteller ihren Kunden alle zwei, drei oder vier Jahre ein neues Gerät mit den neuesten Nutzungsmöglichkeiten anbieten." Sollten allerdings Kunden danach fragen, ob es Geräte gibt, die acht oder zehn Jahre halten, müsste der Markt darauf reagieren. Der Produktentwickler Albers glaubt aber nicht daran, denn die wenigen Kunden, die das wirklich wollten, würden sich in der Masse der Handynutzer kaum bemerkbar machen. Also werde der Markt diese Käuferschicht auch weiterhin vernachlässigen. War also das Outdoor-Handy nur ein Versehen, oder musste Nokia so hochwertige Komponenten verbauen, die es ermöglichten, das Gerät nach seinen in der Werbung versprochenen Gebrauchseigenschaften zu nutzen? Eines ist aber klar, der Hersteller hat mit seinem neuartigen, zuverlässigen Produkt den Markt "aufgerollt" und gleichermaßen die gesetzlichen Garantieansprüche erfüllt.

Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland sieht den Verbraucher in der Pflicht, regt aber auch die Verlängerung gesetzlicher Garantie- und Gewährleistungszeiten für Produkte an. "Wenn wir die gezielte Verkürzung der Produktlebensdauer einfach so akzeptieren, wenn die Zyklen des Produzierens, Kaufens, Nutzens und Wegwerfens immer kürzer werden, dann brauchen wir uns über die absehbare Endlichkeit der Energie- und Rohstoffreserven und die Verlängerung der Lebensarbeitszeit nicht zu wundern", so Axel Mayer, Geschäftsführer des BUND. Gute, schöne, sinnvolle, reparaturfähige Produkte sollten möglichst lange genutzt werden, um die Energie- und Rohstoffwende durchzusetzen. Ein Wirtschaftssystem, in dem Firmen auf die gezielte Verkürzung der Lebensdauer von Produkten setzen, sei weder nachhaltig noch zukunftsfähig, sondern ein Ärgernis.

Die Botschaft hinter der Werbung

Das iPhone macht auch heute noch viele Markenfans glücklich - wenngleich die Konkurrenz einiges zu bieten hat.
Das iPhone macht auch heute noch viele Markenfans glücklich - wenngleich die Konkurrenz einiges zu bieten hat.

Ein solches Ärgernis dürfte auch die Markteinführung des Apple-Wunderhandys iPhone vor wenigen Jahren gewesen sein. Es war benutzerfreundlich, schick und cool wie kein zweites jener Zeit. Apple ließ die alte Knochenform wegdesignen, die Tasten und - was erst auf dem zweiten Blick auffiel - auch die Klappe für den Akku. Das neue Gerät war versiegelt wie ein Unterwasserrasierer und musste, wenn der Akku schlappmachte, eingeschickt werden. Die Auswechslung war aufwendig und teuer, die privaten Daten blieben auf der Strecke, weil Apple nicht das eigene, sondern ein baugleiches Handy zurückschickte. Noch ärgerlicher war dieses System beim kleinen iPod Shuffle, der für rund 100 Euro zu haben war. Für den Batteriewechsel verlangte Apple nach Recherchen der Stiftung Warentest allerdings ebenfalls 100 Euro. Die Botschaft war klar: nach zwei, drei Jahren muss ein neues Gerät her.

Die Wiederverwertbarkeit steht oben an

Eine Lösung aus der Misere sieht Albers in der Entwicklung der technischen Kreisläufe. "Man muss dahin kommen, dass man Produkte designt, die beispielsweise vier Jahre halten und deren Komponenten anschließend zerfallen. Dann müssten alle Komponenten recycelt werden. Das lehren wir hier im Institut unter dem Begriff recyclinggerecht oder auch stoffkreislaufgerecht. Das ist immens wichtig für die Zukunft. Die Wiederverwertbarkeit muss also am Anfang einer Produktentwicklung stehen, damit sich das Endprodukt wieder einfacher in seine wiederverwertbaren oder recycelbaren Einzelteile zerlegen lässt. Heute sind Smartphones beispielsweise schon so kompakt zusammengebaut, dass sich die Einzelteile kaum noch herauslösen lassen, um sie der Kreislaufwirtschaft zuzuführen."

Bilderserie

Albers hofft dabei auch auf Unterstützung der Politik und der Hersteller, die bewussten Käufern die Kaufentscheidung mit speziellen Hinweisen ähnlich dem Biosiegel erleichtern könnten. Dies würde den heimlichen Vorwurf der geplanten Obsoleszenz durchbrechen. Eine Handy-Haltbarkeit von vier Jahren wäre sinnvoll, wenn man anschließend die Rohstoffe wieder nutzen könnte und mit dem Kauf des neuen Geräts der Marktentwicklung gerecht würde.

Ein positiver Einfluss der Politik auf die Industrie war beispielsweise die Rücknahmeverordnung bei der Autoherstellung. Die Produzenten müssen aus Kostengründen ihre Fahrzeuge jetzt so konstruieren, dass sie an deren Lebensende leicht, also sortenrein, zu trennen sind. Ein Problem hierbei war bislang die Trennung der Kunststoffe, die jetzt schon bei der Konstruktion eines Fahrzeugs in leicht zu trennende Baugruppen unterteilt wird.

Eigentum muss nicht sein

Zweifelsohne könnte bei der Lösung des Problems auch ein Wandel innerhalb der Gesellschaft beitragen, nämlich weg von der Definition des Einzelnen über sein Eigentum. Was noch immer "mein Haus, mein Boot, mein Auto" heißt, könnte schon bald "Nokias Handy, Mieles Waschmaschine und VWs Auto" heißen. Schon jetzt definieren sich immer weniger Menschen über ihr Auto. In vielen Städten florieren Carsharing-Unternehmen. Hier verkauft man nicht Autos, sondern Mobilität. Weshalb sollte man auch etwas besitzen, wenn man es auf Dauer mieten kann? Wie wäre es, wenn zum Beispiel Miele seinen Kunden alle fünf Jahre eine neue Waschmaschine hinstellen, die alte wiederverwerten und somit den Rohstoffmarkt entlasten würde? Der Hersteller würde Eigentum seines Produkts bleiben und darauf achten, dass nur Materialien von langer Lebensdauer verbaut würden.

Dass das geht, zeigen Beispiele wie das zehn Jahre alte Outdoor-Handy von Nokia oder Reifen des Herstellers Michelin. Letztgenannter hat unlängst das Geschäft der Reifenvermietung für sich erkannt. Dafür benötigt er ein hochwertiges, extrem langlebiges Produkt und ist auch in der Lage, ein solches anzubieten. Für den Kunden ergibt sich der Vorteil, einen Reifen mit sehr guten Eigenschaften zu fahren, ohne die hohe Anfangsinvestition zu tätigen. Er verbucht ein Plus an Sicherheit und finanzieller Flexibilität. Eine Win-Win-Strategie mit hohem ökologischem Vorteil.

Die Industrie wird reagieren müssen

Produktentwickler Albers weiß aber auch, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Er kann jedoch helfen, den Wertewandel einzuleiten. Er kann zeigen, wie eine Leasing-Waschmaschine aussehen müsste. Er kann auch die jungen Entwickler, die nach der Ausbildung in die Industrie gehen, dahingehend schulen. "Die Anforderung für ein Produkt müsste aber vom Markt selbst kommen", sagt er. Schon jetzt gebe es Marktanalysen, die in die Produktentwicklung aufgenommen würden. Letztendlich sei es aber immer die Industrie, die den Auftrag für eine bestimmte Produktentwicklung erteilt. Und an dieser Stelle sei wieder der Kunde gefragt, der durch sein Kaufverhalten eine Entwicklung nachhaltig beeinflussen könne.

Albers selbst spricht vom Beginn einer neuen industriellen Revolution. "Die Zeit, da unsere ausgedienten Konsumgüter unter dem Deckmäntelchen der günstigen und fachgerechten Entsorgung billig in die Dritte Welt verschifft werden, dürfte schon bald vorbei sein. Wir werden es uns nicht mehr leisten können, unsere Rohstoffe aus der Hand zu geben. Also brauchen wir eine völlig neue Denkweise, was Aufbau und Zusammensetzung der Endprodukte betrifft. Das schließt Innovation keinesfalls aus." Und tatsächlich gibt es diese Lösungswege bereits, die in einer Welt ohne Müll enden. Dazu müssten alle Produkte entweder vollständig biologisch abbaubar oder komplett wiederverwertbar sein.

Bilderserie

Noch gibt es aber die Bilder aus Ländern wie Ghana, auf denen Kinder die Plastikgehäuse von Elektrogeräten verbrennen, um an die Edelmetalle zu gelangen. Möglicherweise sehen Fernsehzuschauer jene Filme auf ihren neuen Flachbildfernsehern oder Notebooks, die nur vier Jahre halten werden, bevor auch sie auf den brennenden Kippen von Ghana enden. Sie alle sind Teil einer Entwicklung, die schon längst obsolet sein sollte.

Quelle: n-tv.de

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