Unterhaltung

Netflix-Horror "Fear Street" Die Hexe hat immer Schuld

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Deena (Kiana Madeira) kämpft in der "Fear Street" gegen dunkle Mächte.

(Foto: Netflix)

Satan, Serienmörder, Hexenkult, viel Drama und noch mehr Humor. Die Filme der "Fear Street"-Trilogie wollen viel. Zu viel? Wie lustig dürfen abgeschlagene Körperteile und blutüberströmte Teenager sein?

In Zeiten, in denen gefühlt alle drei Monate ein neuer Streamingdienst auf den Markt kommt, ist der Kampf mit harten Bandagen vorbestimmt. Die Anbieter sind permanent auf der Suche nach neuen Geschichten oder noch besser: einem etablierten Franchise, dem man noch etwas Saft aus den Knochen pressen kann. In diesem Zusammenhang war es nur eine Frage der Zeit, bis die vom US-Schriftsteller R. L. Stine erschaffene Jugendbuchreihe "Fear Street" - mit weltweit rund 80 Millionen verkauften Büchern - cineastisch aufgearbeitet wird. Bietet "Fear Street" doch viele Zutaten, die es benötigt, um das Publikum bei der Stange zu halten: Horror, Krimi, Thriller und ganz viel Blut.

Immer freitags präsentiert Ronny Rüsch "Oscars & Himbeeren", den ntv-Podcast rund um Streaming-Dienste wie Netflix, TVNOW, Amazon Prime & Co.

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Der erste Teil der "Fear Street"-Filme wurde ursprünglich für den Kinosommer 2020 produziert. Wegen der Corona-Pandemie waren die Produzenten der Horror-Trilogie aber gezwungen, ihren Vertrag mit den 20th Century Studios zu beenden. Schließlich wurden die Vertriebsrechte an Netflix verkauft, wo mittlerweile alle drei Filme abrufbar sind. "Fear Street" ist damit ein weiteres Beispiel, welche Bedrohung Streamingplattformen mittlerweile für die Kinolandschaft darstellen. Jüngst hat auch Disney - im Zuge des Kinostarts von "Black Widow" - begonnen, neue Filme fast zeitgleich mit den Kinos im hauseigenen Streamingdienst anzubieten.

Nichts Neues im Horror-Genre

Thematisch hat "Fear Street" nicht viel Neues zu bieten. Die Story-Bögen sind hinlänglich bekannt und verkörpern den x-ten Aufguss der gängigen Horror-Klischees. Serienmörder, Pentagramme, Ziegenköpfe und die böse Erde. Und wenn niemand die Verantwortung am Niedergang der Werte tragen möchte, dann war es eben mal wieder die Hexe. Die Hexe ist immer an allem schuld.

Im "Fear Street"-Universum trägt sie den Namen Sarah Fier. Sarah terrorisiert den fiktiven Ort Shadyside seit über 300 Jahren. Die Wahrheit hinter ihrem Missmut wird Film um Film entblättert, erweist sich zum Ende hin jedoch als blutleere Sackgasse. Denn ohne Plottwist geht's dann doch nicht. Gruseliger macht das die "Fear Street" nicht.

Fans der Bücher werden am Leinwand-Ausflug der Reihe sicher etwas Freude haben. Auch Anhänger der "Scream"-Filme werden hier und da auf ihre Kosten kommen. Hartgesottene Slasher-Film-Fans sollten bei "Fear Street" aber nicht zu viel erwarten. Obwohl der Gore-Faktor extrem hoch ist - was auch die Altersempfehlung ab 18 rechtfertigt - ist das Maß an Humor, das jeden Horror im Keim erstickt, permanent hoch. Was bei einigen Zuschauern die Frage aufwirft: Wie lustig dürfen abgeschlagene Körperteile und blutüberströmte Teenager sein? Zu dieser Diskussion gibt es viele Meinungen. Letzten Endes muss jeder selbst entscheiden, wann bei ihm die Grenze des guten Geschmacks überschritten ist.

Viel Drama, wenig Grusel

Den "Fear Street"-Filmen schadet die Fülle an Slapstick mehr, als sie ihnen nützt. Gut inszeniert und mit sichtlich motivierten Darstellern leidet vor allem "Teil 1: 1994" extrem darunter. "Teil 2: 1978" punktet hingegen. Der Humor ist etwas heruntergeschraubt, die Drama-Elemente funktionieren und die Splatter-Szenen gehen unter die Haut. Der Abschluss der Trilogie will dem Ganzen die Krone aufsetzen. "Fear Street: 1666" verzettelt sich jedoch auf ganzer Linie. Unterm Strich bleiben zwei maue und ein guter Film, die dem Betrachter nicht die Zeit stehlen, die aber weit hinter dem zurückliegen, was sie hätten sein können.

Neben der ausführlichen Kritik zur "Fear Street"-Trilogie sprechen Ronny Rüsch und Axel Max in der neuen Podcast-Folge von "Oscars & Himbeeren" auch über den niederländischen Kriegsfilm "The East", über die Filmbiographie "Nur eine Frau" und den neuen Science-Fiction-Film "Chaos Walking" mit "Star Wars"-Star Daisy Ridley.

Quelle: ntv.de, sks

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