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Wegen früherer Tablettensucht Maschmeyer attackiert Pharmaindustrie

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Will die Abgabe von Tabletten stärker regulieren: Carsten Maschmeyer.

(Foto: picture alliance/dpa)

Vor Kurzem überrascht Carsten Maschmeyer mit dem Geständnis, früher Schlaftabletten "wie Tic-Tac-Bonbons" eingeworfen zu haben. Nun äußert sich der aus "Die Höhle der Löwen" bekannte Unternehmer erneut zu seiner einstigen Pillensucht - und geht dabei auch mit den Pharmafirmen ins Gericht.

Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer hat nach Bekanntwerden seiner überstandenen Tablettensucht die Pharmaindustrie attackiert. "Ich mache den Unternehmen den Vorwurf, dass sie diese Mittel als Schlaftabletten verkaufen, die nicht zum Schlaf führen, sondern dass sie ein Narkotikum sind, an das man auch viel zu schnell rankommt", sagte der 62-Jährige dem Magazin "Focus".

Maschmeyer warf den Unternehmen vor, zu sorglos mit den von ihnen entwickelten Narkotika umzugehen. Noch immer kämen Menschen zu leicht an Medikamente, die abhängig machten. "Hausärzte und Psychologen sollten kein Mittel als Schlaftabletten verschreiben dürfen, wenn es sich dabei eigentlich um Narkotika handelt", forderte Maschmeyer (gemeint sind vermutlich Psychiater, da Psychologen keine Medikamente verordnen dürfen, Anm. d. Red.).

Außerdem solle es "eine Art Zentralregister geben, dem Ärzte melden müssen, wenn sie solche Tabletten verschreiben", so Maschmeyer. Dann fiele es auf, wenn sich jemand von verschiedenen Ärzten Medikamente in hoher Zahl hole.

"Ich stand wahnsinnig unter Druck"

Auch gegenüber dem "Handelsblatt" äußerte sich der einstige Gründer des Finanzdienstleisters Allgemeiner Wirtschaftsdienst (AWD) noch einmal zu seiner früheren Tablettensucht und ordnete diese zeitlich genauer ein. "Der Verkauf von AWD fand im Dezember 2007 statt. Das erste Mal tagsüber habe ich eine Schlaftablette im Winter 2008/2009 genommen. Da begann dann die Sucht", erklärte der 62-Jährige.

Zwar habe er die erste halbe Tablette im Herbst 2003 verschrieben bekommen. "Damals stand ich wahnsinnig unter Druck. Ich hatte 18-Stunden-Tage, war Gründer, CEO und Hauptaktionär bei AWD, heute Swiss Life Select. Das war schon ein recht forderndes Programm." Er habe aber niemals während seiner AWD-Zeit tagsüber Tabletten genommen. Er sei sich seiner Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern und Aktionären immer voll bewusst gewesen: "Ich wollte unbedingt, dass es der Firma gut geht. Und klar, auch meinem Aktienpaket."

Sucht und Depression

Maschmeyer hatte seine Abhängigkeit zu Beginn der Woche auf Instagram öffentlich gemacht. "Der Tiefpunkt meines Lebens war eine Tablettensucht vor über zehn Jahren", schrieb der Ehemann von Schauspielerin Veronica Ferres. Er sei süchtig geworden und habe eine immer höhere Dosis genommen. "Als Nebenwirkung der Pillen kam eine Depression dazu", erklärte Maschmeyer.

Nach eigenen Worten macht er seine Geschichte nun öffentlich, um andere vor Überarbeitung, Burnout und Tablettensucht zu bewahren. Tipps für ein mental gesundes Leben finden sich laut Maschmeyer in seinem neuen Buch "Die sechs Elemente des Erfolgs - So verändern Sie Ihr Leben".

Der Unternehmer wuchs in Hildesheim in einfachen Verhältnissen auf und startete seine Karriere in Hannover. Inzwischen lebt er mit Ferres zusammen in München. Sein Millionenvermögen verdankt er vor allem dem AWD. Ende 2007 verkaufte er die Firma an einen Schweizer Lebensversicherer. Einem breiten Publikum wurde Maschmeyer durch das Vox-Format "Die Höhle der Löwen" bekannt, in dem er seit Jahren zum Kreis der Investoren gehört.

Quelle: ntv.de, vpr/AFP/dpa

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