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Vip, Vip, Hurra! Sex sells! OnlyFans lässt die Kasse klingeln

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Könnte laut einer Studie 4,5 Millionen Euro auf OnlyFans generieren: Fitness-Influencerin Pamela Reif

(Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress)

Lars Eidinger hat seinen Instagram-Account gelöscht, die Wendlers sind bei OnlyFans aktiv und eine Pressemitteilung kalkuliert, was Promis verdienen könnten, wenn sie auf dem Portal blankziehen. Vip, Vip, Hurra! Der Promi-Irrsinn der Woche ist da.

"36 Grad, und es wird noch heißer" sangen 2Raumwohnung einst und in der Tat hat man ob der aktuellen Temperaturen, zumindest in Berlin, ein bisschen Muffe, es dauert nicht mehr lange und das Thermometer platzt. Apropos platzen: Das könnte ich, liebe Leserinnen und Leser, auch hin und wieder ob der Post, die ich manchmal erhalte, und damit begrüße ich Sie zu einer neuen Ausgabe der Promi-Kolumne Vip, Vip, Hurra! Diesmal mit einer Spezial-Edition zum Thema: Lasst uns alle nackig durch die Walachei rennen! Das wäre nicht nur nachhaltig für die Umwelt, sondern wir könnten damit nebenbei richtig Schotter verdienen!

So suggeriert es jedenfalls eine Pressemitteilung, die mir kürzlich in mein E-Mail-Postfach flatterte. Deren Aussage auf zwei Wörtchen runtergebrochen: Sex sells! Wissen wir! Das ist ein alter Hut, auch wenn immer mehr prominente Damen, die sich für den Playboy nackig machen, nun gerne behaupten, sie würden lediglich aus rein feministischen Gründen blankziehen und nicht für die Kohle und sexy Bilder. Schon klar.

Good bye Instagram, hello OnlyFans!

Instagram scheint durchgespielt, nahezu abgenutzt. Immer mehr Leute sind unzufrieden, bemängeln die vielen Accounts auf der Plattform, auf denen gefühlt nur noch Kosmetik-Tinnef beworben wird. Dazu die mit gekauften Followern künstlich aufgeblähte Reichweite, die natürlich suggerieren soll: "Sehet her, ich bin wichtig!" Kurzum: Viele Nutzer sind schwer genervt. Hinzu kommt das nicht zu unterschätzende Suchtpotential. Man möchte nur kurz die App öffnen und schwupp, hat man zwei Stunden im Insta-Kosmos verdaddelt. Der Druck, viele Likes und Follower zu generieren, setzt vielen zu. Natürlich auch Prominenten.

Der Schauspieler Lars Eidinger beispielsweise hat nun den Stecker gezogen und seinen Instagram-Account gelöscht. Er sagt: "Der toxische Einfluss dieses Mediums ist so enorm und hat mich so krank gemacht über die Jahre, dass ich die Notbremse gezogen habe." Mehr als sechs Jahre hat Eidinger regelmäßig und oft sehr kunstvolle Fotos auf Instagram gepostet.

Aber Social Media pennt bekanntlich nicht. Ist die eine Plattform out, einfach zur nächsten wechseln! Einst stand Instagram für guten Foto-Content, inzwischen dient TikTok als Vorbild. Man sieht immer mehr Leute, die für Reichweite in Klobürsten singen und dabei tapsige Schritte vertanzen. Kann man machen. Muss man aber nicht. Denn auch das hundertste Klobürsten-Video ist irgendwann auserzählt.

Die Wendlers sind auf OnlyFans aktiv

Hier kommt OnlyFans ins Spiel. Und die ach so witzige Pressemitteilung in meinem virtuellen Postkasten. Darin werde ich gefragt, ob ich mir jemals Gedanken darüber gemacht habe, "wieviel Geld deutsche Promis auf dieser Plattform verdienen könnten?" Nein, habe ich nicht. Warum auch? Ist das für mein Leben irgendwie wichtig, was ein Promi absahnt, der sich oben und/oder untenrum frei macht? Die Antworten liefert die Mitteilung gleich selbst hinterher. So erfahre ich, dass die Wendlers "bereits auf OnlyFans aktiv sind und ihre Bilder und Videos zur Verfügung stellen". Super! Ich habe die Aussicht, möglicherweise den kleinen Michi zu erblicken. Mein Leben ist gerettet.

Ich erfahre ebenfalls, dass der Fußballer Toni Kroos mit seiner riesigen Reichweite auf Instagram mit einem durchschnittlichen OnlyFans-Abonnement 17 Millionen Euro im Monat verdienen könnte. Nebenbei. Einfach nur, wenn er sich filmen lassen würde, wie er nackig unter der Dusche trällert. Weiter heißt es: "Deutschlands beliebteste Fitness-Influencerin, Pamela Reif, könnte mit ihren 8,6 Millionen Insta-Fans um die 4,5 Millionen Euro im Monat auf OnlyFans generieren. (...) Die Beauty-Influencerin Bianca Claßen könnte unglaubliche 4 Millionen Euro Umsatz machen."

Ja, wirklich: unglaublich! Genauso wie der plumpe Vergleich, im Gegensatz "normale" Berufsgehälter aufzuzeigen, frei nach dem Motto: Haha, das Gehalt eines Arztes, der "auf dem Höhepunkt der Karriere durchschnittlich rund 90.000 Euro pro Jahr" verdient, ist schlicht lächerlich gegen das, was "das erfolgreichste OnlyFans Model" im Jahr einheimst, nämlich "rund 875 Mal so viel."

Abkassieren im Eva-Kostüm

Es folgt der Hinweis, wie viel Krankenpfleger verdienen. Sowas Doofes aber auch! Krankenpfleger, die jeden Tag, wie viele andere Menschen in diesem Land, die so viel für unsere Gesellschaft leisten, werden oft nicht gebührend für ihre Arbeit entlohnt. Vielleicht sollten die alle nicht mehr an die Bundesregierung für bessere Löhne appellieren, sondern sich allesamt bei OnlyFans anmelden? Ärzte und Ärztinnen könnten einfach nackt operieren, die Kassiererin im Supermarkt würde bestimmt 100 Mal mehr verdienen, wenn sie im Eva-Kostüm die Waren scannt! Sowieso sind Handwerksberufe wie Dachdecker, Maurer oder Fliesenleger vom Aussterben bedroht. An Schulen herrscht akuter Lehrermangel. Ausbildungsplätze in gewissen Berufssparten werden immer weniger besetzt.

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Soziale Medien vermitteln immer mehr das Bild, dass normale Berufe überflüssig und gestrig erscheinen, wenn man doch ganz leicht Influencer oder Model auf OnlyFans werden kann und damit um ein Vielfaches mehr verdient. Man muss nur die Kleidung ablegen, denn "Sex sells".

Das Ganze nimmt immer absurdere Ausmaße an. Wohin wird sich unsere Gesellschaft noch entwickeln, wenn durch gewinnorientierte Plattformen der Anschein vermittelt wird, normale Berufe seien nicht mehr erstrebenswert? Alle Mann zu OnlyFans! Wenn es irgendwann heißt: "Hilfe, mein Arm ist gebrochen, ich brauche dringend einen Arzt!", wird es vielleicht keinen mehr geben. Weil man ja mehr Schotter verdient, wenn man sich auspellt. In diesem Sinne: Bis nächste Woche!

Quelle: ntv.de

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