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"Du verdienst keine Kugel" Uma Thurman geht auf Harvey Weinstein los

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Racheengel: Uma Thurman in "Kill Bill".

(Foto: imago stock&people)

Lange hat Uma Thurman geschwiegen. Dabei hat sie bei ganzen sieben Filmen mit Harvey Weinstein zusammengearbeitet. Nun geht sie umso unerbittlicher mit dem Filmmogul ins Gericht - beinahe so wie in ihrer Rolle als Racheengel in "Kill Bill".

Uma Thurman dürfte Harvey Weinstein so gut kennen wie kaum eine andere Schauspielerin in Hollywood. Schließlich waren der Filmmogul beziehungsweise seine Produktionsfirma an ganzen sieben Streifen beteiligt, an denen auch die heute 47-Jährige als Darstellerin mitgewirkt hat. Die bekanntesten dürften nicht zuletzt "Pulp Fiction" und die beiden "Kill Bill"-Filme sein - Kultwerke von Regisseur Quentin Tarantino.

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Trotzdem hielt sich Thurman zunächst bedeckt, als immer mehr Schauspielerinnen hervortraten, die Weinstein sexuelle Vergehen vorwarfen - von Belästigungen bis hin zur Vergewaltigung. Sie sei zu aufgebracht, um über das Thema zu sprechen, sagte sie zur Begründung. "Wenn ich wütend drauf los rede, bedauere ich normalerweise, wie ich mich ausdrücke", erklärte Thurman im Oktober in der NBC-Sendung "Access Hollywood". Deshalb warte sie darauf, weniger wütend zu sein - "und wenn ich bereit bin, werde ich sagen, was ich zu sagen habe". Nun ist sie offenbar bereit, denn sie hat ihr Schweigen gebrochen.

Ansage als "Braut"

Auf Instagram postete Thurman ein Foto von sich selbst in der Rolle der "Braut", die in "Kill Bill" zum eiskalten Racheengel mutiert. Dazu schreibt sie, sie sei "heute dankbar dafür, am Leben zu sein für alle, die ich liebe, und für alle, die den Mut haben, für andere einzutreten". Für die von ihr im Oktober beschriebene Wut gebe es einige Gründe, erklärt Thurman und fügt ihrem Satz den Hashtag "Metoo" hinzu - "falls ihr es mir nicht angesehen haben solltet".

#Metoo (Ich auch) ist in den vergangenen Wochen zum Schlagwort für alle geworden, die ebenfalls Opfer sexueller Übergriffe waren. Thurman deutet damit an, selbst Erfahrungen von Belästigung oder Missbrauch gemacht zu haben.

Was wusste Tarantino?

"Ich denke, es ist wichtig, sich Zeit zu nehmen, fair und korrekt zu sein", schreibt die Schauspielerin, ehe sie allen ein frohes "Thanksgiving"-Fest wünscht. "Außer dir, Harvey, und all deinen bösen Mitverschwörern", wird Thurman schließlich deutlich und fügt knallhart hinzu: "Ich bin froh, dass es langsam geht - du verdienst keine Kugel." Mit den Worten "Bleibt dran" beendet sie ihren Post und deutet damit an, demnächst womöglich weitere Einzelheiten auszupacken.

Thurmans Andeutungen bergen dabei nicht nur mit Blick auf Weinstein einiges an Brisanz. Quentin Tarantino hat bereits vor ein paar Wochen zugegeben, von Weinsteins sexuell übergriffigem Verhalten seit längerem gewusst und dennoch geschwiegen zu haben. Wusste er womöglich gar von Thurman darüber Bescheid? Schließlich gilt Tarantino als langjähriger Freund und Förderer der Schauspielerin. Beiden wurde sogar schon eine Liaison nachgesagt, was Thurman allerdings dementierte.

Quelle: n-tv.de, vpr