Kino

"Shang-Chi and the Ten Rings" Die coolste Fantasy-Waffe seit dem Lichtschwert

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Hat die coolsten Fantasy-Waffen seit "Star Wars": "Shang-Chi" (Simu Liu).

(Foto: imago images/Prod.DB)

Das Marvel-Kino-Universum nimmt mit Phase 4 weiter an Fahrt auf. Nach "Black Widow" kommt nun "Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings" in die Kinos. Doch kann der neue Held - den eigentlich kaum jemand kennt - wirklich überzeugen?

Sein Comic-Debüt hatte der vom Autor Steve Englehart und vom Grafiker Jim Starlin erdachte Kung Fu-Kämpfer "Shang-Chi" im Dezember 1973. Das Jahr, in dem auch Martial-Arts-Ikone Bruce Lee verstarb und sich die Kampfkunst-Welle in den USA auf dem Höhepunkt befand. Dass der "Kleine Drache" mehr als nur Pate für Marvels "Shang-Chi" stand, ist offensichtlich. Doch ebenso wie die Kung-Fu-Euphorie mit den Jahren abebbte, schwand auch das Interesse westlicher Comic-Leser an einem chinesischen Superhelden. Für die meisten Zuschauer war "Shang-Chi" - bis zur Kino-Ankündigung von Marvel - ein absolut Unbekannter.

Dass "Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings" in der Debatte um mehr Diversität im Comic-Film-Universum einen ähnlichen Eindruck wie 2018 "Black Panther" hinterlassen wird, darf angezweifelt werden. "Shang-Chi"-Darsteller Simu Liu zaubert weder das Charisma des 2020 zu früh verstorbenen Chadwick Boseman auf die Leinwand noch hat sein Charakter die ikonische Bedeutung eines Königs T' Challa.

Die Ethnie sollte keine Rolle spielen

Eines vorab: "Shang-Chi" muss sich nicht am "Black Panther" messen lassen. Zum einen sind die Rahmenbedingungen unterschiedlich, zum anderen ist die Figur, die der chinesisch-kanadische Schauspieler Simu Liu verkörpert - auch wenn Kritik an seiner Besetzung aus China kam - viel humoristischer und weniger kulturell verankert angelegt. An dieser Stelle sollte auch erwähnt werden, dass Charaktere wie "Black Widow", "Black Panther", "Captain America" und jetzt auch "Shang-Chi" von den meisten Fans in erster Linie als Comic-Helden und -Heldinnen wahrgenommen werden und nicht im Kontext ihrer ethnischen Zugehörigkeit.

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Hierbei ist anzumerken: "Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings" - der 25. Kinofilm innerhalb des Marvel-Kino-Universums - ist immer dann am stärksten, wenn er sich in Bildsprache und Komposition seinen chinesischen Wurzeln im Stile des Wuxiá-Films annähert. Schade, dass sich die Verantwortlichen bei Marvel zu oft gegen dieses Alleinstellungsmerkmal entschieden haben, denn der übliche Comic-Kino-Bombast ist zwar wie immer nett anzuschauen, nutzt sich mit den Jahren aber zusehends ab.

Elegant, anmutig und visuell beeindruckend

Positiv anzumerken ist, wie es den Kreativen immer wieder gelingt, einzelne Versatzstücke aus dem 80-jährigen Marvel-Comic-Universum in das Kino-Pendant zu übertragen. Aus dem "Mandarin" (toll verkörpert von Tony Leung Chiu Wai) wird im Film Shang-Chis Vater. Aus den zehn kosmischen Ringen - im den Comics Fingerringe - und den von Tony Stark/Iron Man entwickelten Armringen werden die zehn titelgebenden Schmuckstücke. Und die haben es in sich!

Seit dem Erblicken der Lichtschwerter 1977 in "Star Wars" hat man auf der Leinwand keine so elegante, anmutige und visuell beeindruckend umgesetzte Fantasy-Waffe mehr gesehen. In diesem Punkt stellt "Shang-Chi" alle bisherigen Marvel-Film-Helden in den Schatten.

Humor vs. Intensität

Ein Glanz, dem die Handlung um die "zehn Ringe" leider nicht immer standhält. Dem Zuschauer wird eine solide, mittlerweile standardisierte Helden-Ursprungs-Geschichte präsentiert, die an einigen Stellen weniger Tempo, an anderen mehr Schliff benötigt hätte. Der Film springt zu viel zwischen verschiedenen Zeitebenen hin und her und räumt seiner Hauptfigur leider nur wenig Platz zur Entfaltung ein. Auch der Humor ist gelegentlich ziemlich drüber und raubt dem ersten Kino-Abenteuer von "Shang-Chi" somit Intensität und Unterbau.

Am Ende aber erhalten die Fans, was sie erwarten. Denn der Film macht nie wirklich etwas falsch. Im Gegenteil: Die Akteure, angefangen bei Simu Liu, Awkwafina und Tony Leung bis hin zu den Nebenrollen von Michelle Yeoh, Ben Kingsley und dem als Viktor Drago aus "Creed II" bekannten deutsch-rumänischen Schauspieler Florian Munteanu, zeigen jede Menge Spielfreude und machen einen exzellenten Job.

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"Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings" wird wohl zu keinem weiteren großen Meilenstein des Marvel-Kino-Universums, macht aber wie seine 24 Vorgänger-Filme viel Spaß und versprüht dabei jede Menge fernöstlichen Charme.

"Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings" startet am 2. September in den deutschen Kinos.

Quelle: ntv.de

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