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"Das Mona-Lisa-Virus" Noch vier Jahre bis zum Ende der Menschheit

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Leonardo da Vincis "Mona Lisa": Ihr Blick verfolgt dich.

(Foto: picture alliance / dpa)

Bei Acapulco verschwindet ein Bus mit Schönheitsköniginnen. In Leipzig brennt das Alte Rathaus. In Brasilien sterben Millionen von Bienen. Weltweit breitet sich ein Computervirus aus, der Fotos angreift. Alles hängt miteinander zusammen. Nur wie?

Schöne Menschen haben es leichter im Leben. Das belegen immer wieder Studien. Weltweit. Schöne Menschen steigen schneller auf, bekommen mehr Geld, sind erfolgreicher. Aber wann gilt jemand als schön? Ist Kim Kardashian schön? Oder Heidi Klum? Darüber lässt sich trefflich und lange streiten. Denn eines scheint klar: Schönheit ist relativ. Sie liegt im Auge des Betrachters.

Die Ausnahme von der Regel heißt Mona Lisa. Dieses Bildnis einer Frau, das Leonardo da Vinci vor fünf Jahrhunderten gemalt hat und das heute im Pariser Louvre hängt, kennt jeder und kaum einer kann sich dessen Schönheit entziehen. Der Grund dafür liegt im "goldenen Schnitt", der "göttlichen Proportion". Im goldenen Schnitt entsteht das Bild der Vollkommenheit durch die Gleichheit der Proportionen. Das Verhältnis eines kleinen Teils zum Großen entspricht dem Verhältnis des Großen zum Ganzen. In Perfektion findet man den goldenen Schnitt im Fünfstern, dem Pentagramm. Der schöne Schein des Bösen. Der Anfang allen Übels.

Die Schöne und das Biest

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"Das Mona-Lisa-Virus" ist bei Lübbe Audio erschienen.

(Foto: Lübbe Audio)

So sieht es zumindest Pavel Weisz. Einst war er ein glücklicher Familienvater und Ehemann. Doch der schwerreiche Pole, Gründer des bekanntesten und erfolgreichsten Antiviren-Softwareunternehmens, hatte einen Hubschrauberunfall. Seitdem ist seine Frau tot, er selbst grässlich entstellt - und nun verschwunden.

Sein Sohn Patrick geht der Sache nach. Doch alles, was er in der 26-Zimmer-Residenz seines Vaters findet, ist eine Telefonnummer und der Name Madelaine Morgan. Er ruft an. Am anderen Ende meldet sich eine Helen Morgan. Die Mutter Madelaines. Sie wähnt ihre Tochter in einer US-Klinik, psychiatrische Abteilung. Der Grund: Essstörungen. Helen gibt sich dafür die Schuld: Sie war früher ein Topmodel, heute ist sie die führende Neuro-Ästhetikerin der Welt. Aber was hat ihre Tochter mit dem alten Weisz zu tun?

Patrick und Helen treffen sich und ab da nimmt ihr Leben eine scharfe Wendung. Sie reist nach Madrid, nach Paris. Sie wird erpresst. Auf sie wird geschossen - und sie wird zur Kunstdiebin. Die Mona Lisa, das berühmteste Gemälde der Welt, soll sie stehlen, wie auch immer, denn sonst stirbt ihre Tochter.

Zwei Erzählstränge, ein Geheimnis

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Tibor Rode ist als Anwalt für Wirtschafts- und IT-Recht tätig und Lehrbeauftragter an der Universität Hamburg. "Das Mona-Lisa-Virus" ist sein dritter Roman.

(Foto: Tibor Rode)

Deren Entführung ist nur ein kleines Rad im großen Getriebe von Tibor Rodes "Das Mona-Lisa-Virus". Rode packt darin gekonnt aktuelle Themen wie Terrorismus, Schönheitswahn und Datensicherheit an und zaubert daraus ein farbenfroh-spannendes Gemälde aus Familiendrama, Lovestory und Thriller. Er lässt den Plot an mehreren Orten spielen, was für Abwechslung sorgt und Kurzweil garantiert. Und er schreckt auch nicht davor zurück, den Stoff in mehreren Zeiten spielen zu lassen: im Hier und Jetzt sowie um 1500 - in der Zeit, als Leonardo da Vinci die Mona Lisa gemalt hat.

Während in der Gegenwart die Person der Helen Morgan die Hauptprotagonistin ist, aus deren Sicht die Dinge geschildert werden, ist es um 1500 der Mathematiker und Freund da Vincis, Luca Pacioli, der den Erzähler gibt. Er schildert die Ankunft eines Fremden, "Lo Straniero", der da Vinci gewissermaßen an die Hand nimmt und ihm die Schönheit der Welt offenbart, verborgen in der "divina proportione".

Frau gibt den Ton an

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Tanja Geke, Schauspielerin und Synchronsprecherin

(Foto: Tanja Geke)

Das alles weckt freudige Erinnerungen an Dan Browns "Da Vinci Code". Während das Hörbuch dazu von Wolfgang Pampel gelesen wurde, ist es im Fall des "Mona-Lisa-Virus" eine Frauenstimme, die den Ton angibt: Tanja Geke. Die auch als Schauspielerin tätige Synchronsprecherin ist etwa die deutsche Stimme von Eva Green, Maggie Gyllenhaal oder Zoe Saldana.

Gekes wandlungsfähige Stimme passt hervorragend - in den meisten Kapiteln des 468-Minuten-Hörbuchs. Nur ab und an wünscht man sich als Zu- oder Hinhörer einen männlichen Partner. Etwa beim alten Pavel Weisz oder dem FBI-Chef Keller.  

Audio-Pageturner-Thriller mit viel Ästhetik

FBI-Chef? Jawohl, auch das FBI mischt munter mit, denn nicht nur Madelaine und Pavel Weisz sind verschwunden. Auch ein Bus voller US-amerikanischer Schönheitsköniginnen wurde entführt. Dazu gibt es weltweit - mit Ausnahme Australiens - ein plötzliches Bienensterben und Anschläge auf ein Da-Vinci-Gemälde in Mailand sowie auf das Alte Rathaus in Leipzig.

Und als wäre das alles nicht schon mysteriös genug, befällt ein Computervirus nahezu jeden dritten Rechner weltweit und breitet sich unaufhörlich weiter aus. Er befällt den BIOS und verändert alle Bilder, die sich auf dem Rechner befinden. Zeitungen, Fernsehen, Internetseiten, Fotos auf Mobiltelefonen: Alles ist befallen. Es scheint, als führe jemand einen Kreuzzug gegen die Schönheit.

Diese Theorie stützt auch die Tatsache, dass von den entführten Schönheitsköniginnen plötzlich einzelne wieder auftauchen. Umoperiert. Entstellt. Ins Lächerliche gezogen. Auch Madelaine - so zeigt es ein Foto, das an Helen via Handy geschickt wird, steht dies bevor. Die mit einem schwarzen Marker auf ihrer nackten Haut gesetzten Striche lassen keinen anderen Schluss zu. Die Zeit drängt, auch weil Helen sich an ein Zitat Albert Einsteins erinnert: "Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr."

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Quelle: n-tv.de

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