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Erwachsen klingt anders Blink-182 zurück in der Spur

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Melden sich mit ihrem achten Studioalbum zurück: Blink-182.

(Foto: Sophie McNeil)

20 Jahre sind vergangen, seit die Jungs von Blink-182 nackt durch ihr "What's My Age Again"-Video geflitzt sind. Nun erscheint mit "Nine" ihr - wie sollte es anders sein - achtes Studioalbum. Und siehe da: Die Jungs sind zwar deutlich älter geworden, aber nicht unbedingt erwachsen.

Im Leben von Blink-182 ging es zuletzt nicht gerade ereignisarm zu. Schlagzeilen machte die Band etwa, weil sie das Attentat in einem Einkaufszentrum von El Paso mit 20 Toten Anfang August aus nächster Nähe miterlebte: Blink-182 verlegten einen Auftritt, den sie ursprünglich am Abend der Tragödie in der US-Stadt nahe der mexikanischen Grenze geplant hatten.

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Doch auch das frühere Bandmitglied Tom DeLonge sorgte soeben erst für Aufsehen, wenngleich ganz anderer Art. Der Ex-Gitarrist von Blink-182 hat eine Forschungsorganisation gegründet, die sich unter anderem mit Außerirdischen beschäftigt. Und tatsächlich bescheinigte ihm die US Navy erst vor Kurzem, "unbekannte Luftphänomene" aufgenommen zu haben. DeLonge würde sie vermutlich als UFOs klassifizieren ...

Zweites Werk ohne DeLonge

Was könnte da schon noch aufregender sein? Na klar, die Veröffentlichung eines neuen Albums von Blink-182. Und genau die erfolgt nun mit dem achten Studiowerk der Gruppe aus San Diego, das ironischerweise auf den Namen "Nine" hört. Es ist nach "California" zudem das zweite Album seit DeLonges Ausstieg aus der Band 2015.

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In der Besetzung Mark Hoppus an Gesang und Bass, Matt Skiba an Gesang und Gitarre sowie Travis Barker am Schlagzeug ist die Truppe, die vor 20 Jahren mit ihrem Nackedei-Video zu "What's My Age Again" für Wirbel sorgte, mittlerweile in ihren 40ern angelangt. Von ihrer Attitüde, die schon immer irgendwo zwischen College-Rock und Pop-Punk schwankt, hat sie dennoch nicht allzu viel verloren. Das stellte die Gruppe bereits beim Video zum Song "She's Out Of Her Mind" vor drei Jahren unter Beweis, als sie den legendären "What's My Age Again"-Clip noch einmal nachdrehte - diesmal jedoch mit weiblichen Models.

"Darkside" mit Hymnenpotenzial

Auch für das Video zu "Darkside" vom neuen Album haben sich Blink-182 was Besonderes einfallen lassen. Hier darf sie eine euphorische Kinderschar johlend, hüpfend und mit dem "Fortnite"-Zahnseide-Tanz begleiten. Dazu fackeln Hoppus, Skiba und Barker ihren besten Song seit langem ab, der tatsächlich mal wieder Hymnenpotenzial hat.

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Doch auch die übrigen 14 Songs auf "Nine", die allesamt lediglich um die drei Minuten lang sind, versprühen gutes, altes Blink-182-Feeling und dürften manche Fans mit einigen musikalischen Ausrutschern der Band seit ihrer Blütezeit um die Jahrtausendwende versöhnen. Barkers Schlagzeugspiel treibt das Werk nach vorne, während sich Hoppus und Skiba ihren Wechselgesang um die Ohren hauen. An die Intensität von Kollegen wie Billy Talent kommen sie dabei zwar nicht heran, doch summa summarum klingt das alles doch deutlich runder als beim Vorgänger "California".

Anspieltipps wären etwa - neben "Darkside" - die energiegeladenen Songs "Happy Days" und "Pin the Grenade", aber auch der emotionale Rausschmeißer "Remember To Forget Me". Nackt durchs Video rennen müssen Blink-182 heute nicht mehr. Aber mit "Nine" im Ohr kann man sich noch einmal ein bisschen so fühlen, als täten sie es.

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Quelle: n-tv.de

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