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Horror-Urlaub In welchen Fällen gibt es Geld zurück?

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Schimmel und Dreck im Hotelzimmer - da kann man unter Umständen den Reisepreis mindern.

(Foto: imago/blickwinkel)

Oft fiebert man das ganze Jahr auf den geplanten Urlaub hin. Umso unschöner ist es, wenn nach Ankunft am Urlaubsort beeinträchtigende Mängel festgestellt werden. In manchen Fällen kann deswegen sogar der gesamte Reisepreis zurückverlangt werden.

Schimmel im Hotelzimmer, Baulärm am Pool, schlechtes Wetter: Manche Umstände können den Traumurlaub in einen echten Alptraum verwandeln. Das müssen Urlauber nicht immer hinnehmen. In vielen Fällen entsteht Anspruch auf eine Entschädigung. Dies ist meist dann der Fall, wenn die Reise den Regelungen im Reisevertrag nicht oder nur teilweise entspricht.

Auch wenn die Reiseleistung anders als festgelegt erbracht worden ist, können Ansprüche auf eine Entschädigung erhoben werden. Je nachdem, welche Nachteile für die Urlaubsreisenden entstehen, können diese - notfalls gerichtlich - dagegen vorgehen.

Wann entstehen Ansprüche und wann nicht?

Urlauber haben gute Chancen bei Mängeln wie verschmutzten Zimmern, einer Verkürzung des Urlaubs durch Flugverspätungen, bei ungenießbarem Essen im Hotel, Stromausfall oder nächtlichem Lärm. Die Frankfurter Liste gibt weitere Hinweise darauf, bei welchen Mängeln ein Anspruch entsteht und wie hoch dieser ungefähr ausfällt. Es handelt sich bei der Tabelle um eine Sammlung von Urteilen des Landgerichts Frankfurt. Beeinträchtigt der Reisemangel den Urlaub erheblich, können sogar die kompletten Reisekosten zurückerstattet werden.

Urlauber beschweren sich auch häufig über Unannehmlichkeiten. Diese sind von Reisemängeln zu unterscheiden, denn sie berechtigen nicht zu einer teilweisen oder vollständigen Reisekostenerstattung. Dazu gehören Umstände wie schlechtes Wetter, zu wenige Handtücher oder Ameisen im Hotelzimmer, Kinderlärm und in einer tropischen Urlaubsgegend heimische Insekten. Da der Reiseveranstalter keine Garantie geben kann, dass es nicht zu kriminellen Handlungen am Urlaubsort kommt, entsteht auch bei dieser Gegebenheit kein Schadensersatzanspruch.

Was tun, wenn ein Mangel vorliegt?

Um die Reisemängel später beweisen zu können, ist es hilfreich, sich diese schriftlich vom Hotel bestätigen zu lassen und mit Fotos, Videos oder Zeugenaussagen zu dokumentieren. Pauschalreisende sollten, sobald sie einen Mangel feststellen, den Reiseleiter darüber informieren und ihn um dessen Beseitigung bitten. Kümmert sich der Veranstalter nicht in der eigens angegebenen Frist um die Behebung des Problems, können Schadensersatzansprüche entstehen. Dazu müssen Urlauber bis spätestens einen Monat nach Rückkehr von der Reise die schriftliche Beschwerde einreichen. Wird darauf nicht reagiert, kann eine Klage eingereicht werden. Die Verjährungsfrist dafür liegt bei zwei Jahren. Verliert der Urlauber den Rechtsstreit, muss er jedoch selbst für die Anwalts- und Gerichtskosten aufkommen. Daher lohnt sich immer der Abschluss einer Reiseversicherung, die oft zusätzlich zur Reisebuchung mit angeboten wird.

Achtung: Die erwähnten Schritte gelten nur für Pauschalreisen. Handelt es sich um eine selbst zusammengestellte Urlaubsreise, müssen die Beschwerden einzeln bei der jeweiligen Fluggesellschaft oder Unterkunft eingereicht werden.

Quelle: n-tv.de, imi

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