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Teils drastische Unterschiede So oft ändern Online-Händler die Preise

Eben hat das Handy noch 300 Euro gekostet, nun steht es bei 330. Ändern sich die Preise im Online-Handel regelmäßig? Die Verbraucherzentrale Brandenburg hat den Markt beobachtet und kommt zu einem klaren Ergebnis.

15 von 16 Online-Händlern ändern regelmäßig die Preise für Teile ihres Sortiments. Wie eine Untersuchung der Verbraucherzentrale Brandenburg zeigt, sind sogenannte dynamische Preisdifferenzierungen im deutschen Internet-Handel gang und gäbe. Demnach waren bei etwa jedem dritten untersuchten Produkt Preisschwankungen zu beobachten.

Solche Preisänderungen seien im Handel seit jeher gängige Praxis, heißt es in einer Mitteilung der Verbraucherzentrale. Darüber wie und in welchem Umfang Online-Händler diese Strategie einsetzen, habe es bisher aber nur wenig gesicherte Erkenntnisse gegeben. Das Brandenburger Team der Marktwächter Digitale Welt sei nun in seiner Untersuchung bei 37 Prozent der beobachteten Preise auf Schwankungen gestoßen. Knapp zwei Drittel der variierten Preise änderten sich bis zu 3-malig, gut ein Drittel 4- bis 15-malig.

Bei der Höhe der Preisanpassungen hätten sich ebenfalls große Unterschiede ergeben: 30 Prozent der Preise seien teils mehr als verdoppelt worden. Im Falle eines Handys von Mediamarkt hätten ganze 220 Euro zwischen dem niedrigsten und dem höchsten angebotenen Preis gelegen.

Tageszeit entscheidet

Ob Abend oder Morgen - entscheidend für den angezeigten Preis sei auch der Zeitpunkt: Beim Online-Händler ATU seien im Untersuchungszeitraum Autobatterien oder Reifen jeweils am Vormittag teils bis zu 30 Prozent teurer als am Nachmittag zuvor gewesen. Bei den Versandapotheken DocMorris und Sanicare seien an einzelnen Tagen Preissenkungen mit Preiserhöhungen anderer Artikel einhergegangen. "Wer zusätzlich zu heruntergesetzten Produkten noch weitere bestellt, sollte daher aufpassen", sagte Michèle Scherer, Referentin Digitale Welt der Verbraucherzentrale, laut der Mitteilung. "Generell empfiehlt es sich, Preise online aufmerksam zu beobachten."

Dass solche Preisschwankungen bei Verbrauchern für Verunsicherung sorgen, zeigten frühere Preisstudien, hieß es weiter. Zudem empfänden es die meisten als unfair - selbst wenn sie ein Produkt zum günstigeren Preis ergattert haben. "Der Kunde kann nicht einschätzen, ob er bei seinem Kauf gerade spart oder draufzahlt", so Marktwächter-Teamleiterin Kirsti Dautzenberg. "Zudem hat er keinen verlässlichen Referenzpreis mehr, an dem er den Wert eines Produkts bemessen kann."

Quelle: n-tv.de, vpe

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