Ratgeber
Dienstag, 20. September 2016

Rentenversicherung im Test: Sparen ohne Garantie

Ungeförderte private Rentenversicherungen lohnen sich kaum. Daran ändern auch die erfolgversprechenden Bezeichnungen der Produkte nichts. Für Kunden bleibt die erwartete Rendite vollkommen im Unklaren. Finanztest empfiehlt andere Lösungen für den Ruhestand.

Wenn schon eine Rentenversicherung, dann ein altes Produkt.
Wenn schon eine Rentenversicherung, dann ein altes Produkt.(Foto: imago/Martin Bäuml Fotodesign)

Der Niedrigzins belastet allerorten. So auch die privaten Rentenversicherungen, die analog zur Lebensversicherung verstärkt Produkte anbieten, die noch nicht einmal mehr den mickrigen Garantiezins von noch 1,25 Prozent offerieren, sondern nur noch den Erhalt des eingezahlten Kapitals. Dafür hat der Kunde dann aber auch die Chance, dass möglich erzielte Überschüsse in renditestärkere Produkte, sprich Aktien, investiert werden (Modell Index­policen). Oder aber es werden als Ausgleich für keine garantierte Verzinsung höhere Überschüsse in Aussicht gestellt (Modell "Neue Klassik").

Von beiden Varianten hält "Finanztest" wenig. Ergebnis: weniger Garantie, mehr Risiko. Denn bei den Indexpolicen sind laut der Tester die Chancen auf hohe Renditen dank komplizierter Finanzkonstruktionen ­stark begrenzt. Auch jahrelange "Nullrunden" ohne jegliche Wertsteigerungen sind demnach möglich. Bei den "Neuen Klassik"-Tarifen gibt es hingegen nur Mini-Aufschläge auf die Zinsen, die ohnehin alle Kunden erhalten. Zudem handelt es sich bei den Überschüssen um Versprechen, welche die Versicherer in Zukunft jederzeit ändern können.

Darüber, wie das Vertragsguthaben später einmal in eine Rente umgerechnet wird, wollen die Versicherer derzeit keine Auskunft erteilen, sondern erst dann über die Rentenhöhe entscheiden, wenn es so weit ist. Zu den unkalkulierbaren Überschüssen gesellt sich also noch eine Unbekannte. Eine planbare Altersvorsorge sieht anders aus.  

Außerdem bemängelt Finanztest, dass mit der neuen Generation der Policen der Grundsatz der Gleichbehandlung verletzt würde. Denn bisher galt, dass, wer Geld im Sicherungsvermögen der Versicherung anlegt, die gleiche Verzinsung wie alle anderen Kunden bekommt. Dies ist bei den neuen Produkten nicht mehr der Fall. Denn auch die Beiträge, die mit weniger Garantieversprechen verknüpft sind, werden in der gemeinsamen Kapitalanlage aller Kunden angelegt. Und alle Kunden müssen so auch für etwaige höhere Überschussbeteiligungen der "Neuen" aufkommen.  

Wer dennoch nicht auf eine private Rentenversicherung verzichten möchte, sollte ein günstiges, "altes" klassisches Produkt wählen. Diese sind bei Versicherern ohne Außendienst wie der Europa oder HUK zu finden. Vor allem aber sollte eine Altersvorsorge mit staatlicher Förderung genutzt werden. Dies kann ein Riester-Vertrag sein, eine Betriebsrente oder aber für gut verdienende Selbständige auch die Rürup-Rente.      

Quelle: n-tv.de