Fußball

Nicht schön, aber erfolgreich FC Bayern siegt und sucht den Maulwurf

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(Foto: imago/Jan Huebner)

Mit zwei Siegen findet der FC Bayern vorerst zurück in die Spur. Der BVB ist zwar weit weg, doch Serge Gnabry, Kingsley Coman und Thiago Alcántara verbreiten in Bremen einen frischen Optimismus. Doch ein Maulwurf trübt die Stimmung.

Euphorisch waren sie beim FC Bayern nicht, dazu gab es auch kaum einen Grund. Vielmehr zeigte sich Hasan Salihamidzic nach dem 2:1 (1:1) der Münchner beim SV Werder Bremen erleichtert. "Es war eine gute Woche für uns", sagte der Sportdirektor. Vier Tage nach dem 5:1-Spektakel gegen Benfica Lissabon in der Champions League hatten die Bayern nun auch an diesem 13.Spieltag der Fußball-Bundesliga gewonnen. Die Sieglos-Serie von drei Spielen ist beendet. "Ich hoffe, wir haben einen Trend eingeleitet. So wollen wir weitermachen."

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"Auf unser schönes Spiel verzichtet": Thomas Müller.

(Foto: imago/MIS)

Dass der Sieg gegen die passiv agierenden Bremer am Samstagnachmittag knapp ausfiel, Max Kruse sogar den späten Ausgleich auf dem Fuß hatte, spielte in der Nachbetrachtung keine Rolle. Trainer Niko Kovac attestierte seiner Mannschaft stattdessen einen außerordentlich guten Auftritt: "Wir haben das Spiel technisch, taktisch, aber auch zum Schluss kämpferisch dominiert." Das Selbstverständnis der Bayern hat sich in diesen Wochen verändert. Motto: Hauptsache gewonnen. Ergebnisfußball statt Dominanz lautet die Devise. "Diese Lehre haben wir aus den vergangenen Partien gezogen", erklärte Thomas Müller in Anspielung auf die vielen späten Gegentreffer in jüngster Zeit. "Dieses Mal haben wir in den letzten Minuten auf unser schönes Spiel verzichtet." Notfalls würde man lieber zur Eckfahne laufen und irgendwie den Ball halten, damit die Uhr herunterläuft. "Das Entscheidende ist das Ergebnis."

Aber trägt das dazu bei, dass Ruhe einkehrt? Sind die Gerüchte von einer Entlassung des Trainers und die Spekulationen um einen Nachfolger nun Vergangenheit? Salihamidzic sagt, das sei nie ein Thema gewesen. "Man hat gesehen, dass der Trainer und die Mannschaft gut harmoniert haben." Und: "Man sieht, wie engagiert der Trainer arbeitet. Und ich kenne keine Spieler, die nicht auf der Seite des Trainers sind."

Die Suche nach dem Maulwurf

Von einer rundum glücklichen Mannschaft kann trotzdem nicht die Rede sein. Wie sonst ist es zu erklären, dass interne Geschichten von angeblich unzufriedenen Spielern wie Sandro Wagner, Mats Hummels und James Rodríguez an die Öffentlichkeit geraten? "Es ist bei uns in diesen Zeiten schwierig, dass die Gespräche hinter den vier Wänden bleiben. Wir haben durchlässige Ziegel", räumte Müller ein. Den Maulwurf haben sie bislang noch nicht gefunden. "Wir werden herausfinden, warum immer solche Sachen nach außen dringen", kündigte Salihamidzic an. Dennoch überwogen in Bremen die positiven Aspekte.

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Matchwinner: Serge Gnabry.

(Foto: imago/Jan Huebner)

Da ist der deutsche Nationalspieler Serge Gnabry, der seit Wochen in sehr guter Form ist, vor 42.100 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion ein starkes Spiel machte und seine Mannschaft in Bremen mit zwei Toren zum Sieg schoss. "Er ist eine Waffe in unserem Spiel", lobte Salihamidzic. Gnabry hatte in der 20. und 50. Minute getroffen, Yuya Osako für den SV Werder nach einer guten halben Stunde ausgeglichen. Zudem gab Kingsley Coman sein Comeback, nachdem er sich am ersten Spieltag einen Syndesmosebandriss zugezogen hatte. "Das gibt unserem Spiel nach vorne eine andere Dimension", sagte Kovac. Auch Thiago Alcántara kehrte nach seinem Außenbandriss im Sprunggelenk zurück. Salihamidzic freut das: "Wir haben jetzt mehrere Optionen, die uns und dem Trainer weiterhelfen, sodass es in der Mannschaft mehr Konkurrenz gibt und sich alle an die Grenzen pushen."

Neue Stabilität dank der Doppel-Sechs

Auch Trainer Kovac scheint sich entwickelt zu haben. Sorgte er in den vergangenen Monaten mit vielen Rotationen für Aufsehen, ließ er die Aufstellung nun im Vergleich zum Sieg gegen Benfica fast unverändert. Lediglich die Verletzung von Arjen Robben zwang ihn zu einer Umstellung. Auch taktisch hat er etwas verändert: In dieser Woche ließ Kovac seine Mannschaft mit zwei defensiven Mittelfeldspielern auflaufen. Joshua Kimmich und Leon Goretzka sorgten auf der Doppel-Sechs für Stabilität. Müller lobte: "Die Zwei sind sehr laufstark, sehr kampfstark und haben die richtige Mentalität, um die Extra-Meter zu machen. Das hat uns gut getan."

Ob es dem FC Bayern nun gelingt, erst einmal auf der zart aufkommenden Erfolgswelle zu reiten? Die nächsten beiden Gegner in der Bundesliga zumindest geben das her. Am nächsten Samstag (ab 15.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) kommt der 1. FC Nürnberg nach München. Eine Woche später, am 15. Dezember, spielen die Bayern in Hannover. Die letzten beiden Partien des Jahres allerdings haben es in sich. Am Mittwoch, 19. Dezember, sind die Rasenballsportler aus Leipzig zu Gast in Fröttmaning. Und zum Abschluss der Hinrunde geht es am Samstag, 22. Dezember, zur Frankfurter Eintracht.

Zwischendurch steht am Mittwoch, 12. Dezember, das letzte Gruppenspiel in der Champions League an. Bei Ajax Amsterdam reicht ein Unentschieden, um als Tabellenerster ins Achtelfinale einzuziehen. Qualifiziert haben sich die Münchner ja schon. "Wir haben vor, alle Spiele zu gewinnen. Das ist unser Anspruch", sagte Kovac in Bremen. Sollte das klappen, dürften sie mehr als nur zufrieden sein.

Quelle: n-tv.de

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