Fußball

"Nicht mehr so machen" Hoeneß rudert im DFB-Torwartstreit zurück

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Jetzt will er dann auch wirklich nichts mehr zum Torwartstreit sagen: Uli Hoeneß.

(Foto: imago images/Sven Simon)

Uli Hoeneß lenkt im Streit um die Nummer eins im Tor der deutschen Fußball-Nationalelf ein. Der Präsident des FC Bayern sagt den Fernsehsendern RTL und n-tv, er habe zum Duell zwischen Manuel Neuer und Marc-André ter Stegen Sachen gesagt, die er heute so nicht mehr sagen würde.

Uli Hoeneß rudert im Streit um die Nummer eins im Tor der deutschen Fußball-Nationalelf zurück. Der Präsident des Bundesligisten FC Bayern ließ über sein Büro den Fernsehsendern RTL und n-tv bestätigen, er habe nach dem 3:0 der Münchner in der Champions League gegen Roter Stern Belgrad am vergangenen Mittwoch Aussagen gemacht, die er "mit etwas Abstand heute nicht mehr so machen würde". Das Thema sei für ihn längst erledigt, vom ihm werde es dazu auch keine weiteren Aussagen geben.

Hoeneß hatte zum Rundumschlag ausgeholt, sich für den Münchner Manuel Neuer als Nationaltorhüter ausgesprochen und auch Neuers Konkurrenten Marc-André ter Stegen vom FC Barcelona angegriffen, der lediglich gesagt hatte, dass er nicht so gerne auf der Bank sitzt. Die "Sport"-Bild berichtete nun, Hoeneß habe Joachim Löw sogar damit gedroht, der FC Bayern werde keine Spieler mehr für die DFB-Elf abstellen, sollte der Bundestrainer Neuers Status als Stammtorhüter infrage stellen.

"Laut Fifa zur Abstellung verpflichtet"

Ein Gespräch mit Löw sei jedoch keine Option: "Der wird jetzt schon hören, was wir alles gesagt haben, dem werden schon die Ohren klingeln", war Hoeneß zitiert worden. Löw scheint von diesen Drohungen ohnehin unbeeindruckt: "Von so was lasse ich mich nicht beeinflussen. Das lässt mich völlig entspannt in die Zukunft blicken", hatte er der "Bild am Sonntag" gesagt. Oliver Bierhoff, Manager der DFB-Elf, hatte ebenfalls auf Hoeneß reagiert und bereits in der vergangenen Woche der "Bild"-Zeitung zum Thema eines möglichen Boykotts gesagt, er fürchte keine Probleme bei der Spieler-Abstellung: "Zumal ein Verein laut Fifa-Statuten zur Abstellung verpflichtet ist."

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Fängt eh lieber Bälle: Manuel Neuer.

(Foto: imago images/Philippe Ruiz)

Der Weltverband schreibt den Klubs vor, dass diese ihre Spieler für die Nationalmannschaften abstellen müssen. Diese Pflicht sei "für alle internationalen Fenster", Wettbewerbe und Turniere "zwingend", im Falle eines Verstoßes greife das Disziplinarreglement. Die Sanktionsspanne reicht von einer Ermahnung über eine Geldstrafe bis zur Aberkennung von Titeln, Zwangsabstieg oder Wettbewerbsausschluss.

Ausnahmen werden nur im Falle von Krankmeldungen akzeptiert. Mit Neuer, Niklas Süle, Joshua Kimmich, Leon Goretzka und Serge Gnabry hatte Löw Anfang September beim 2:4 gegen die Niederlande und dem 2:0 in Nordirland in der EM-Qualifikation fünf Spieler des FC Bayern nominiert. Das Münchner Quintett ist, sofern fit, auch für das Testspiel in Dortmund gegen Argentinien am 9. Oktober und die Qualifikationspartie am 13. Oktober in Tallinn gegen Estland (beide Spiele ab 20.45 Uhr bei RTL und im Liveticker bei n-tv.de) fest eingeplant.

Neuer selbst hatte die Debatte am Wochenende abgehakt. "Für mich ist das Thema eh durch gewesen", sagte er nach dem 4:0 (1:0) mit dem FC Bayern gegen den 1. FC Köln, als er am Samstag auf die Aussagen von Hoeneß angesprochen wurde. Auf die Frage, ob es ein klärendes Gespräch zwischen ihm und den Verantwortlichen bei der DFB-Elf gegeben habe, sagte Neuer: "Nichts, was für die Öffentlichkeit ist." Schließlich habe er "andere Aufgaben", als sich mit den Aussagen des Klubpräsidenten zu beschäftigen. "Ich muss mich um mein Spiel kümmern, um die Trainingsarbeit."

Quelle: ntv.de, sgi