Fußball

Keiner ist schneller als er Lewandowski schreibt Fußball-Geschichte

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Selfie mit Ball: Robert Lewandowski.

(Foto: REUTERS)

Klar, vier Treffer in einem Spiel der Champions League sind für den polnischen Fußballer Robert Lewandowski nichts Neues. Nun aber, beim Sieg des FC Bayern in Belgrad, ist er schneller als je ein Spieler vor ihm. Nur 14 Minuten und 31 Sekunden benötigt er für seine sagenhafte Tore-Show.

Angreifer Robert Lewandowski hat mit dem schnellsten Viererpack in der seit 1992 währenden Geschichte der Champions League Geschichte geschrieben. Der polnische Fußball-Nationalspieler benötigte beim 6:0 (1:0) im Gruppenspiel seines FC Bayern bei Roter Stern Belgrad nur 14 Minuten und 31 Sekunden für seine historische Tore-Show.

Belgrad - München 0:6 (0:1)

Tore: 0:1 Goretzka (14.), 0:2 Lewandowski (53., Handelfmeter), 0:3 Lewandowski (60.), 0:4 Lewandowski (64.), 0:5 Lewandowski (67.), 0:6 Tolisso (89.)
Roter Stern Belgrad: Borjan - Gobeljic, Degenek, Milunovic, Rodic - Canas (61. Vulic), Petrovic (76. Ivanic) - Vukanovic, Marin, Garcia (69. Pankov) - Boakye. - Trainer: Milojevic FC Bayern München: Neuer - Pavard, Martinez (68. Kimmich), Jerome Boateng, Davies - Thiago, Goretzka - Tolisso, Coutinho (61. Perisic), Coman - Lewandowski (77. Thomas Müller). - Trainer: Flick
Schiedsrichter: Björn Kuipers (Niederlande)
Zuschauer: 50.000 im Marakana

In der 53. Minute verwandelte er gewohnt sicher einen Handelfmeter, den er auch noch selbst herausgeholt hatte, als Belgrads Verteidiger Milos Degenek seine Flanke in den Strafraum der Gastgeber nur mit der Hand stoppen konnte - keine gute Idee. Dann traf Lewandowski in der 61. Minute, nachdem sein französischer Kollege Corentin Tolisso ihm den Ball mit dem Kopf sehr schön vorgelegt hatte.

In der 64. Minute lenkte Lewandowski dann eine Flanke des rechten Münchner Außenverteidigers Benjamin Pavard ins Tor. Und schließlich überwand er, also Lewandowski, den doch bemitleidenswerten Belgrader Torhüter Milan Borjan in der 68. Minute per Rechtsschuss. Er war damit knapp schneller als Luiz Adriano im Oktober 2014. Der Brasilianer hatte seinerzeit beim 7:0 mit Schachtjor Donezk aus der Ukraine gegen Bate Borissow aus Weißrussland 16 Minuten für vier seiner Treffer benötigt. Am Ende war Adriano allerdings sogar fünfmal erfolgreich. Lewandowski blieb der fünfte Treffer verwehrt, weil ihn Trainer Hans-Dieter Flick in der 77. vom Rasen des Marakana von Belgrad nahm und den ehemaligen deutschen Nationalspieler Thomas Müller einwechselte.

Vier Tore für den BVB gegen Real

Für den 31 Jahre alten Lewandowski waren es die Saisontore Nummer sieben bis zehn in der Königsklasse, in der er jetzt insgesamt 63-mal getroffen hat. In seinen 20 Pflichtspielen dieser Saison war Lewandowski jetzt unglaubliche 27 Mal erfolgreich. Vier Tore in einem Champions-League-Spiel waren ihm schon einmal gelungen, vor sechseinhalb Jahren für Borussia Dortmund. Am 24. April 2013 erzielte er beim rauschhaften 4:1 im Halbfinal-Hinspiel gegen Real Madrid alle Tore des BVB.

Das Rückspiel gewannen die Madrilenen nur mit 2:0, die Dortmunder zogen ins Endspiel in Wembley ein - und verloren in London gegen den FC Bayern. Aber das ist eine andere Geschichte. Nun in Belgrad war Lewandowski eben schneller als jeder andere Spieler zuvor in der europäischen Königsklasse. "Ich weiß nicht, wo das Spiel in meinem Ranking steht", sagte er nach der Partie vor mehr als 50.000 Zuschauern bei Sky. "Wichtig war, dass wir überragend gespielt haben."

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"Wir genießen unseren Lauf": Hans-Dieter Flick.

(Foto: dpa)

Bei so viel Bescheidenheit lobte ihn dann halt sein Trainer. "Bei Lewi ist es wirklich so, dass er wahnsinnig professionell arbeitet. Er macht immer wieder Sonntagsschichten. Ein Torjäger wird an den Toren gemessen und da ist er aktuell auf einem sehr hohen Niveau", sagte Flick. "Ich bin absolut happy mit der Leistung meiner Mannschaft. Wir genießen unseren Lauf." Das kann er auch. Seit er den Job von Niko Kovac übernommen hat, hat der FC Bayern stets gewonnen und kassierte kein einziges Tor.

Dem 2:0 gegen Olympiakos Piräus folgten ein 4:0 gegen Borussia Dortmund, ein 4:0 beim Fortuna Düsseldorf und jetzt das 6:0 in Belgrad. Am Samstag geht es dann in der Bundesliga weiter, am 13. Spieltag ist (ab 18.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) Bayer 04 Leverkusen zu Gast. Die Mannschaft von Trainer Peter Bosz hatte am frühen Abend mit 2:0 (1:0) bei Lokomotive Moskau gewonnen und sich damit die Chance bewahrt, ebenfalls ins Achtelfinale der Königsklasse einzuziehen. Dafür muss sie allerdings am 11. Dezember gegen Juventus Turin gewinnen. Aber auch das ist eine andere Geschichte.

Quelle: ntv.de, sgi/sid/dpa