Fußball

Lewandowski überragt in Belgrad FC Bayern spaziert locker zum Gruppensieg

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Robert und Leon, die Profis.

(Foto: dpa)

Fußball-Bundesligist FC Bayern zieht in der Champions League seine Kreise. Mit dem mühelosen Erfolg bei Roter Stern Belgrad gelingt der fünfte Sieg im fünften Spiel. Platz eins in der Gruppe ist gesichert. Das kommende Treffen mit José Mourinho wird zum Testspiel. Aber raten Sie mal, wer vier Tore erzielt.

Robert Lewandowski hat den FC Bayern München mit einem Rekord-Viererpack zum Gruppensieg in der Champions League geführt. Beim 6:0 (1:0) bei Roter Stern Belgrad erzielte er innerhalb einer knappen Viertelstunde seine Königsklassen-Tore Nummer 60 bis 63. Vor der großen Show von Lewandowski (53.,Handelfmeter/60./64./68.) hatte Leon Goretzka in der 14. Minute mit seinem ersten Treffer in Europas Eliteliga den Torreigen für den überlegenen Fußball-Bundesligisten eröffnet. Außerdem traf Corentin Tolisso (89.).

Belgrad - München 0:6 (0:1)

Tore: 0:1 Goretzka (14.), 0:2 Lewandowski (53., Handelfmeter), 0:3 Lewandowski (60.), 0:4 Lewandowski (64.), 0:5 Lewandowski (67.), 0:6 Tolisso (89.)
Roter Stern Belgrad: Borjan - Gobeljic, Degenek, Milunovic, Rodic - Canas (61. Vulic), Petrovic (76. Ivanic) - Vukanovic, Marin, Garcia (69. Pankov) - Boakye. - Trainer: Milojevic FC Bayern München: Neuer - Pavard, Martinez (68. Kimmich), Jerome Boateng, Davies - Thiago, Goretzka - Tolisso, Coutinho (61. Perisic), Coman - Lewandowski (77. Thomas Müller). - Trainer: Flick
Schiedsrichter: Björn Kuipers (Niederlande)
Zuschauer: 50.000 im Marakana

Vier Tore in einem Champions-League-Spiel waren dem polnischen Nationalspieler Lewandowski schon einmal geglückt: Vor sechseinhalb Jahren erzielte er beim 4:1 gegen Real Madrid alle vier Dortmunder Tore, aber dieses Mal war er schneller als jeder andere Spieler zuvor. "Ich weiß nicht, wo das Spiel in meinem Ranking steht. Wichtig war, dass wir überragend gespielt haben. Ich hätte noch zwei Tore schießen können, aber wichtig ist, dass wir Spaß haben. Wir spielen unseren Plan und gehen ins Spiel, um zu gewinnen", sagte Lewandowski nach seiner Gala-Vorstellung bei Sky. Als Souvenir hatte er sich den Spielball geschnappt. Ein Extra-Lob gab es von Trainer Hansi Flick: "Er arbeitet wahnsinnig professionell. Er ist in der Form. Er schießt die Tore. Ein Torjäger wird an den Toren gemessen. Er ist auf einem sehr hohen Niveau."

Für das Achtelfinale waren die Münchner schon vor dem Spiel vor 50.000 Zuschauern im Stadion Rajko Mitic qualifiziert - mit dem insgesamt 16. Gruppensieg erfüllte Flick nun seinen nächsten Auftrag beim FC Bayern. Die Serie des zumindest bis Weihnachten beförderten Nachfolgers von Niko Kovac wird immer imposanter. In vier Spielen unter dem 54-Jährigen gab es vier Siege mit 16:0 Toren. Das 6:0 war zugleich der höchste Auswärtssieg in der Königsklasse neben dem 7:1 bei der AS Rom im Oktober 2014. In zwei Wochen, am 11. Dezember im Heimspiel gegen Tottenham Hotspur und José Mourinho können die Münchner als erstes deutsches Team die Gruppenphase mit sechs Siegen in sechs Spielen abschließen. Aber zurück zu Lewandowski. Er war wieder einmal der große Star des Abends. Mit seinem Viererpack katapultierte er sich auch gleich mit insgesamt zehn Treffern an die Spitze der Torjägerliste.

Die Show beginnt in der 53. Minute

Seine große Show begann in der 53. Minute, als er per Handelfmeter traf. Lewandowski hatte den Strafstoß selbst herausgeholt, als seine Flanke von der Hand des Verteidigers Milos Degenek gestoppt wurde. Dann traf er nach Kopfball-Vorlage von Corentin Tolisso, ehe er eine Flanke von Benjamin Pavard ins Tor lenkte. Schließlich überwand er per Rechtsschuss den bemitleidenswerten Belgrader Keeper Milan Borjan. In der ersten Halbzeit hatte es noch nach einem gebrauchten Tag von Lewandowski ausgesehen, als er das Tor nicht so recht treffen wollte. Die größte Gelegenheit ließ er da in der siebten Minute liegen, als er alleine auf das Tor zulief, den Ball aber daneben setzte. Dann scheiterte der Pole mal an Borjan (12.), mal wurde er in letzter Sekunde gestoppt (27.).

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Form? Prächtig.

(Foto: imago images/Aleksandar Djorovic)

Kurz vor der Pause hatte er zudem Pech, dass sein Treffer vom Video-Schiedsrichter zurückgenommen wurde (40.). Passgeber Tolisso war der Ball an die Hand gesprungen. Und mit dem Ergebnis waren die Serben noch gut bedient, die Münchner legten ein Chancen-Feuerwerk hin. "Das sind Spiele, die man voll genießen kann", hatte Goretzka gesagt. Dass die Partie ein Genuss für die Bayern-Fans wurde, lag auch an ihm. Der deutsche Nationalspieler zeigte sich in prächtiger Form und sorgte für die Führung. Nach Flanke von Coutinho köpfte er den Ball ins Tor.

Auch in der Folgezeit setzte sich Goretzka in Szene, wie in der 16. Minute, als er den schwer beschäftigten Borjan zu einer Parade zwang. Trotz der sechs Treffer war die Chancenverwertung fast noch ein Makel. Die Münchner traten derart dominant auf, dass es ein ganz schlimmes Debakel für Roter Stern hätte geben können. Die Münchner ließen den Gastgebern, bei denen auch Ex-Nationalspieler Marko Marin wenig ausrichten konnte, kaum über die Mittellinie. Wo die Bayern im April 1991 noch auf so bittere Weise im Europacup-Halbfinale ausgeschieden waren, zeigte sich diesmal ein Klassenunterschied.

Entsprechend beeindruckend waren die Zahlen schon zur Halbzeit: 15:0 Torschüsse, 12:1 Ecken 71:29 Prozent Ballbesitz zugunsten der Münchner. Dabei hatte sich Roter Stern als Heimmacht gezeigt, nur drei der vorherigen 21 Europacupspiele hatte Belgrad verloren. Im vergangenen Jahr wurde gar der spätere Sieger FC Liverpool besiegt. Von einem ähnlichen Kunststück waren die Gastgeber aber weit entfernt. Jérôme Boateng in der Abwehr wurde kaum gefordert. Der Innenverteidiger ersetzte David Alaba, der wegen der bevorstehenden Geburt seines Kindes nicht mitgereist war. Aber Lewandowski überstrahlte alles. So war er fast ein wenig enttäuscht, als er in der 77. Minute raus musste. So hätte er womöglich mit den Fünffach-Torschützen Lionel Messi und Luiz Adriano gleichziehen können.

Quelle: ntv.de, Christian Kunz und Stefan Tabeling, dpa