Fußball

Es knirscht beim FC Bayern Und nun ist Neuer auch noch verärgert

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Im Stimmungstief: Bayern-Torwart Manuel Neuer.

(Foto: imago images/Eibner)

Wie gut, dass Manuel Neuer noch bis zum 30. Juni 2021 an den FC Bayern gebunden ist. Oder wie schlecht? Nun, beide Seiten verhandeln über einen neuen Vertrag und sind dabei offenbar weit voneinander entfernt. Und nun soll auch die Vertrauensbasis "stark erschüttert" sein.

Was verdient eigentlich Lucas Hernandez? Diese Frage scheint in München gerade eine ganz wichtige Rolle zu spielen. Denn das Gehalt des Weltmeisters ist offenbar für viele etablierte Fußballer des FC Bayern Maßgabe für ihre Vertragsverlängerung - erfolgreich bei Thomas Müller, in Arbeit bei David Alaba, Thiago und Manuel Neuer. Angeblich bis zu 24 Millionen Euro pro Jahr sollen es sein, will der "Kicker" erfahren haben. In der "Frankfurter Rundschau" stand zuletzt etwas von 13 Millionen. Die "Bild"-Zeitung nannte 20 Millionen Euro. Ob es sich dabei indes um Brutto- oder Netto-Summen handelt - selten klar.

Nun ist es in München ja so: Sie sind sehr stolz, dass sie den 24 Jahre alten Franzosen zum vergangenen Sommer von Atlético Madrid verpflichten konnten. Aber bislang hat sich das wuchtigste Investment der Vereinsgeschichte aus Gehalt (wie hoch nun auch immer) und Ablösesumme, 80 Millionen Euro, nicht gerechnet. Was allerdings zu einem gewichtigen Teil auch an den vielen Verletzungen des Abwehrspielers liegt.

Manuel Neuer ist das offenbar egal. Für ihn gilt das Prinzip Leistung. Und da liegt er stets weit vorne. Seit nunmehr neun Jahren ist er die Nummer eins beim FC Bayern, hat Titel gewonnen, unter anderem die Champions League im Mai 2013, und wenn er nicht schwerer verletzt war (was zweimal vorkam), dann war er bei den Münchnern immer unverzichtbar. Das gilt. Bis heute. Bis zu seinem Vertragsende am 30. Juni 2021. Und wenn es nach ihm geht, dann auch noch lange darüber hinaus.

Wer hat die Gehaltsforderung ausgeplaudert?

Der FC Bayern hat eigentlich nichts dagegen. Aber weil "eigentlich" laut Sprachregelung eine Einschränkung ist, ist es wohl so: Die Münchner möchten gerne bestimmen, wie es weitergeht. Nämlich bis 2023. Dann soll Sommer-Neuzugang Alexander Nübel so weit sein, das schwere Tor-Erbe anzutreten. Das passt Neuer allerdings nicht - ebenso wenig wie eine angebliche Einsatzgarantie von bis zu zehn Spielen für den Schalker in der kommenden Saison. Neuer will bis 2025 bleiben, dann wäre er 39 und wohl am Karriereende angelangt. Das Problem: Bis 2025 hat auch Nübel unterschrieben. Und das nicht mit der Absicht, die nächsten fünf Jahre auf der Bank zu verbringen.

Und wäre das nicht schon kompliziert genug, knirscht es nun, wie überall und mehrfach berichtet, auch beim Gehalt. So soll Neuers Berater für die weitere Zusammenarbeit rund 20 Millionen Euro brutto jährlich fordern - wegen Hernandez und so. Und auch wegen der Unverzichtbarkeit, die neben ihm, dem Kapitän, nur Stürmer Robert Lewandowski hat. Und der soll ja angeblich auch 20 Millionen Euro oder so verdienen.

Beim FC Bayern soll diese Forderung nicht gut angekommen sein. Und auch bei Neuer ist laut "Kicker" offenbar etwas nicht gut angekommen: Nämlich, dass seine Forderung öffentlich bekannt geworden ist. Wie auch immer. Er selbst und sein Berater Thomas Kroth würden jedenfalls nie über Vertragsdetails sprechen. In dem Bericht heißt es dann auch, dass die Vertrauensbasis "stark erschüttert" sei. Bis zu einer Einigung (oder auch nicht) könne es noch Wochen oder gar Monate dauern.

"Das sind obszöne Zahlen"

Und womöglich pokert Neuer zu hoch. Diese Gefahr jedenfalls sieht der Kommentator Marcel Reif. In seiner Kolumne bei Sport1 schrieb er: "Neuer ist der Kapitän, sein Wort hat Gewicht. Er ist für die Struktur extrem wichtig. Ich denke dennoch, dass die Bayern intensiv über seine angebliche Gehaltsforderung von 20 Millionen Euro im Jahr diskutieren werden. Das sind obszöne Zahlen, gerade in solchen Zeiten."

Und welches Ass habe der 34-Jährige überhaupt auf der Hand? Während Reif international keine realistische Option für Neuer (im Einklang von Gehalt und Erfolg) sieht, nennt der "Kicker" den FC Chelsea, wo Weltrekordkeeper Kepa in der Kritik steht - und Manchester City. Zu Ex-Coach Josep Guardiola habe Neuer weiter guten Kontakt. Allerdings sind die "Skyblues" mit dem Brasilianer Ederson im Tor derzeit sehr gut aufgestellt.

Quelle: ntv.de, tno