Fußball

Das Torwart-Thema als Zwickmühle Wie viel ist Neuer dem FC Bayern wert?

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Sportlich ist Manuel Neuer weiter voll fokussiert.

(Foto: imago images/Philippe Ruiz)

Offenbar möchte Manuel Neuer beim FC Bayern einfach adäquat bezahlt werden. Adäquat im Sinne der internen Gehaltsstruktur. Die soll Verträge beinhalten, die überraschend hoch dotiert sind. Aber auch Alexander Nübel spielt eine Rolle.

20 Millionen Euro pro Jahr. Etwa 1,666666 Millionen Euro im Monat. 384.615 Euro in der Woche. 54.794 Euro - oder einen VW-Bulli - pro Tag. Was sich liest wie eine der legendären "Bravo Sport"-Berechnungen von enthemmten US-Sportler-Gehältern aus den 90er-Jahren, ist tatsächlich das, was sich Manuel Neuer laut "Bild" vom FC Bayern wünscht. Und zwar dafür, dass er über den 30. Juni 2021 hinaus das Tor des Münchner Fußball-Bundesligisten verteidigt. Er selbst würde das gerne tun. Und zwar am liebsten noch fünf Jahre. Bis 2025 also. Neuer wäre dann 39. Und das wäre womöglich ein gutes Alter, um sich mit anderen Dingen zu beschäftigen. Vorher aber nicht, so sieht es der Torwart.

Grundsätzlich spräche ja nicht allzu viel dagegen. Denn als Mann zwischen den Pfosten spielt die Alter-und-Leistung-Gleichung weniger eine Rolle als für die Männer auf dem Feld. Wobei es da ja auch Belege für hohe Qualität gibt. Nun gibt es für den Grundsatz zwischen Neuer und München aber eine umfassende Ausnahme, nein, es gibt sogar zwei. Die eine heißt Alexander Nübel. Und was sie (diese Ausnahme) beinhaltet, ist hinlänglich bekannt: Nübel ist ein Talent, Nübel soll lernen, ein bisschen auch spielen und dann in nicht ganz ferner Zukunft der Erbe von Neuer werden. Also auf jeden Fall noch vor 2025.

Das wäre auch nötig, denn 2025 läuft der Vertrag von Nübel, der im Sommer ohne Ablöse vom FC Schalke 04 kommt, aus. Und wäre er bis dahin nicht längst etablierte Nummer eins, wäre er 2025 vermutlich schon gar nicht mehr da. Und dieses Szenario hatten die Münchner ja keineswegs im Sinn, als sie den 23-Jährigen davon überzeugten, zu wechseln. Was sie aber offenbar auch nicht im Sinn hatten, ist die Bissigkeit, mit der sich Neuer, der stets um den Ausgleich bemühte Ruhepol, gegen externe Attacken auf seine Unersetzlichkeit wehrt.

Mega-Gehalt als Kompensation und Wertschätzung?

In der Nationalmannschaft hat er das getan, als Marc-André ter Stegen ein offenes Duell um den Status der Nummer eins forderte. Und in München hat er das getan, als er dann erfuhr (ob es nun stimmt oder nicht), dass Nübel offenbar Spielzeit zugesichert bekam. Die "Bild", die von dem neuen Megagehalt - aktuell sollen es rund 15 Millionen Euro pro Jahr sein - erfahren haben will, vermutet in der Forderung auch eine Kompensation für womöglich wegfallende Auflaufprämien.

Ein anderer Grund: Innerhalb der Mannschaft soll es Spekulationen geben, dass Spieler wie Weltmeister Lucas Hernandez und Philippe Coutinho Gehälter an der 20-Millionen-Euro-Grenze verdienen. Ebenso wie Robert Lewandowski. Während der Stürmer, wie auch Neuer, zu den Unverzichtbaren in der Mannschaft zählt, gilt das bislang weder für den oft verletzten französischen Weltmeister noch für den technisch brillanten Brasilianer, dem es einfach nicht gelingt, konstant gut in Form zu kommen.

Neuer hat zwei Trümpfe

Nun, die Forderung von Neuer, vertreten durch dessen Berater Thomas Kroth, wurde der "Bild" zufolge abgelehnt. Der Klub habe nach den gescheiterten und nun stockenden Verhandlungen noch einmal nachgelegt. Das Angebot beinhalte einen Vertrag bis 2023 mit der Option auf ein Jahr Verlängerung plus hohe Prämien- und Einsatzregelungen. Doch auch damit ist Neuer angeblich nicht einverstanden. Noch pressiert es für beide Seiten nicht. Noch gilt der Vertrag für das nächste Jahr. Aber wollen Spieler und Klub diesen Konflikt mit in die neue Saison nehmen? Und was bedeutet das für die Arbeit zwischen Neuer und Nübel? Gibt es tatsächlich eine geordnete Übergabe? Oder Krach? Und was wird aus Sven Ulreich, dem seit Jahren genügsamen und souveränen Ersatz?

Noch immer gilt: Neuer hat im Poker um die Zukunft beim FC Bayern das bessere Blatt. Mit Trainer Hansi Flick, der mittlerweile von der Kurz- und Mittelfristlösung zum starken Mann bis 2023 gemacht worden ist, hat Neuer einen kräftigen Fürsprecher. Er hatte im März erst noch betont, dass es für ihn keine Alternative zum 34-jährigen Kapitän gebe. Ein Ablaufdatum für diese Einsatzgarantie gab er nicht. Und noch einen zweiten Trumpf hält Neuer: Die eigene Stärke und die aktuelle Situation seines künftigen Herausforders. Der ist nach einigen Patzern und Fan-Wut auf Schalke nur noch die Nummer zwei. So wie auch in München. Da nur unter ganz anderen Voraussetzungen. Zumindest ursprünglich.

Quelle: ntv.de

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