Fußball

Serie hält, zwei Spieler kommen Welch erfolgreicher Tag für den FC Bayern

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Wieder nicht von der Hertha geschlagen. Und ein richtig großen Spieler verpflichtet. Läuft für den FC Bayern.

(Foto: imago images / Michael Weber)

Ja mei, sagt der Stadionsprecher des FC Bayern. Was er sagen will: Seid's nicht traurig, so ein Remis zum Saisonstart ist doch kein Beinbruch. Recht hat er. Und außerdem geht das Spiel gegen die Hertha eh unter, denn Münchens Sportdirektor gewinnt im Transferdomino.

Was ist in der Münchener Allianz Arena passiert?

Die Hertha aus Berlin ist vorübergehend erster Tabellenführer der 57. Saison der Fußball-Bundesliga. Der FC Bayern aber auch. Das bedeutet: Das Auftaktspiel muss mit einem Remis abgepfiffen worden seien. Und tatsächlich war es so. Nach zwei Toren von Robert Lewandowski (24./60.) sowie Treffern von Dodi Lukebakio (36.) und Marko Grujic (38.) endet das Duell mit 2:2. So richtig gut ist das für den Titelverteidiger freilich nicht. Denn natürlich war mit einem Sieg fest gerechnet worden. Intern vermutlich. Sicher wissen wir das aber nicht. In den Medien war's aber auf jeden Fall der Fall. Das wissen wir selbstverständlich sicher. Und möglich wäre der Sieg auch gewesen. Wären die vielen, letzten Pässe des bayrischen Flügel-Feuerwerks häufiger mal angekommen. Immerhin, so lässt sich allen Bayern tröstend sagen, hält die sehr erstaunliche Punkteserie gegen die Hertha. Seit 1977, damals gab's ein 2:0, können die Berliner nicht mehr in München gewinnen. Neben 19 Niederlagen gab's, das Ergebnis von diesem Freitagabend frisch eingerechnet, noch sechs Remis. Und liebe Bayern, ihr habt's doch jetzt den Coutinho. Und damit endlich einen wertvollen Stein im Transferdomino ergattert. Glückwunsch! Achja, Michaël Cuisance wollen wir nicht vergessen. Der kommt auch. Nochmal Glückwunsch.

Den Spielbericht gibt's übrigens hier. Und für die Meldung zu Coutinho und Cuisance bitte hier klicken!

Teams & Tore

Tore: 1:0 Lewandowski (24.), 1:1 Lukebakio (36.), 1:2 Grujic (38.), 2:2 Lewandowski (60., Foulelfmeter nach Videobeweis)
FC Bayern:
Neuer - Kimmich, Süle, Pavard, Alaba - Thiago - Thomas Müller (85. Sanches), Tolisso - Gnabry (86. Davies), Lewandowski, Coman. - Trainer: Kovac.
Hertha BSC: Jarstein - Klünter, Stark, Rekik - Grujic, Darida - Leckie, Duda (78. Skjelbred), Mittelstädt - Lukebakio (68. Selke), Ibisevic (63. Esswein). - Trainer: Covic.
Schiedsrichter: Osmers (Hannover)
Zuschauer: 75.000 (ausverkauft)

Der Saisonauftakt im Spielfilm

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Robert Lewandowski trifft zum Saisonauftakt. Eine Nachricht ist das nicht. Es ist ein Gesetz.

(Foto: imago images / ULMER Pressebildagentur)

Vor der 1. Minute: Die deutsche Nationalhyme wird gesungen. Von wem, das wissen wir leider nicht. Wir haben nicht aufgepasst. Den Fans des FC Bayern ist das alles völlig wurscht. Sie singen FC-Bayern-Lieder. Bei Twitter wird darüber intensiver diskutiert, als in den Medien über mögliche Münchener Neuzugänge.

24. Minute, TOOOR FÜR DEN FC BAYERN, 1:0 Lewandowski: Joachim Löw weiß etwas, was sie bei der Hertha nicht wissen. Der Bundestrainer weiß, dass Joshua Kimmich gerne mal hinten rechts ausbüchst - das nervt ihn mitunter - um nach nach rechts vorne zu rennen. Dort tummelt sich meistens Serge Gnabry. So auch jetzt. Also spielt Kimmich auf Gnabry. Gnabry spielt weiter auf Lewandowski. Und Lewandowski streckt sich am Fünfmeterraum zum Rekordtor (siehe unten).

36. Minute, TOOOR FÜR DIE HERTHA, 1:1 Lukebakio: Sie kennen das in München (wenn nicht, klicken Sie unbedingt hier). Deswegen fassen wir uns kurz. Ball zu Lukebakio, ein Sprint, ein Schlenker gegen den unmotiviert verteidigenden Gnabry, ein Schuss, Tor. Gut, wir sollten noch erwähnen, dass der Rücken von Vedad Ibisevic den Ball für Manuel Neuer unhaltbar machte. Was wir auch noch erwähnen sollten: Die letzten vier Lukebakio-Schüsse auf das Tor des FC Bayern waren alle drin.

39. Minute, TOOOR FÜR DIE HERTHA, 1:2 Grujic: Benjamin Pavard und Grujic krachen mit den Köpfen im Mittelfeld zusammen. Der Franzose steckt das nicht gut weg, Grujic knapp besser. Er spielt zumindest den Angriff zu Ende, bekommt den Ball von Ibisevic zurück, umkurvt Neuer, trifft, jubelt und sinkt dann doch auf den Boden. Hat tatsächlich amtlich gerappelt.

60. Minute, TOOOR FÜR DEN FC BAYERN, 2:2 Lewandowski: Nun, ganz so ruppig wie Elizabeth Lambert geht Grujic im Strafraum nicht zu Werke. Sein unmotiviertes bis dummes Abräumen des Polen aber ist zumindest mal ein klarer Elfmeter. Das erkennt auch Schiedsrichter Harm Osmers nach Ansicht der Videobilder. Dass Lewandowski selbst schießt und natürlich trifft, das dürfte niemand groß überraschen.

68. Minute: Lukebakio verlässt das Feld. Vielen Menschen in München gefällt das.

Was war gut?

Der Transfermarkt ist nicht so einfach - vielleicht mischen deswegen nun auch die Transfer-Routiniers Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß wieder stärker mit? Nun, egal. Es bleibt ja so oder so, so: Der Transfermarkt ist nicht einfach. Das ist klar. Das sagt, ist doch klar, Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic. Klar sagt er das auch heute. Obwohl auch klar ist: Der FC Bayern leiht den Brasilianer Philippe Coutinho vom FC Barcelona aus. Wenn er durch den Medizincheck kommt. Den soll er am Sonntag machen. Von dem 27-Jährigen erhoffen sich die Bayern, so sagt zumindest Trainer Niko Kovac, viele Tore. Und viele Vorlagen. Vielleicht auch ein bisschen mehr Präzision. Die hat dem eigentlich guten Spiel der Münchener gefehlt (siehe unten). Was er dem Kader aber auch jeden Fall gibt, ist Tiefe. Und damit endlich Möglichkeiten. Die waren an diesem Freitagabend (mal wieder) beschränkt. Zumindest in der Offensive. Die Mittel für frische Impulse nach vorne beschränkten sich bloß auf: Renato Sanches (eingewechselt), Alphonso Davies (auch eingewechselt), Paul Will (nicht eingewechselt), Sarpreet Singh (nicht eingewechselt) und Kwasi Okyere Wriedt (auch nicht eingewechselt). Das für drei Millionen Euro vom Hamburger SV verpflichtete Sturmtalent Fiete Arp übrigens war erneut nicht im Kader. Schon im Pokal gegen Energie Cottbus fehlte er. Weil andere besser waren. So sagte der Trainer. Wir lassen das mal so stehen.

Was war nicht gut?

Der FC Bayern hatte 71 Prozent Ballbesitz. Der FC Bayern hatte 60 Prozent aller Zweikämpfe gewonnen. Der FC Bayern hatte 88 Prozent aller Pässe an den Mann gebracht. Bei 660 gespielten Pässen ist das ein sehr beachtlicher Wert. Auch wenn wir das statistisch nicht belegen können, aber vermutlich waren die zwölf Prozent nicht angekommener Pässe alle jene, die Kingsley Coman, Serge Gnabry, Joshua Kimmich und David Alaba in den Strafraum verzweifelten. Eine stabile und dominante Spielidee war trotz der Überlegenheit gegen teilweise heftig rudernde Berliner nicht zu erkennen.

Der Rekord zum Ligastart

Robert Lewandowski ist ein guter Stürmer. Pardon, er ist ein sehr guter Stürmer. Vermutlich brauchen Sie keinen weiteren Beleg für diese flache These. Aber es ist tatsächlich so: Mit seinem Führungstor gegen die Hertha hat er mal wieder einen Rekord aufgestellt. Noch kein Spieler in der bisherigen Liga-Historie hat fünfmal in Folge im ersten Spiel seiner Mannschaft getroffen. Vier Jahre hintereinander hatten das zuvor Stefan Kießling, für Bayer Leverkusen, und Klaas-Jan Huntelaar, für den FC Schalke 04, geschafft.

Das bestätigte Top-Gerücht zum FC Bayern

Bei Borussia Mönchengladbach ist er nicht zufrieden. An ausreichend Spielzeit fehlt es Michaël Cuisance. Ein ambitioniertes Talent darf so etwas natürlich beklagen. Nicht ganz glücklich sind sie am Niederrhein derweil über die Art und Weise, wie der 20-Jährige das tut. Eine Stammplatzgarantie fordert er. Die aber gibt's nicht. Für keinen Spieler bei Borussia. Das sagt der Sportdirektor Max Eberl. Nun ist es freilich noch etwas überraschender, dass Cuisance seinen Anspruch auf Bundesligaminuten ausgerechnet beim FC Bayern erfüllen will. Der Rekordmeister sucht zwar händeringend neues Fachpersonal. Allerdings ist er ausgerechnet auf der Cuisance-Position (ein Achter isser) bestens besetzt. Unter anderem mit Renato Sanches. Der ja auch jung ist. Und Einsätze fordert.

Egal, wie wir seit 23.37 Uhr nun offiziell wissen. Denn da sagt Salihamidzic: "Das wird ein Spieler des FC Bayern." Mein Gott, was für ein schöner Tag für den Tabellenführer.

Quelle: ntv.de