Technik

Darauf haben viele gewartet Das iPhone 12 mini ist eine kleine Sensation

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Das iPhone 12 mini auf seinen drei größeren Brüdern.

(Foto: kwe)

Das iPhone 12 mini beweist, dass es durchaus möglich ist, ein kleines Smartphone herzustellen, das genauso gut ist wie ein großes Flaggschiff. Eine Schwachstelle kann Apple technisch nicht vermeiden, aber sie spielt im Alltag kaum eine Rolle.

Wenn man Smartphone-Hersteller fragt, warum es fast keine kompakten Top-Smartphones mehr gibt und die Displays immer riesiger werden, sagen einige, die Nutzer wünschten dies so. Wahrscheinlich gibt es tatsächlich eine große Nachfrage nach Geräten mit Bildschirmgrößen jenseits der 6 Zoll, aber das ist wohl nur ein Teil der Wahrheit. Hinter vorgehaltener Hand hört man nämlich auch, dass es viel zu aufwändig wäre, alle Komponenten eines Oberklasse-Smartphones in einem kleinen Gehäuse unterzubringen. Kompliziert ist es vielleicht, dass es trotzdem möglich ist, beweist eindrücklich das iPhone 12 mini.

Grundsätzlich ist das mini einfach nur eine kleinere Ausführung des normalen iPhone 12 mit 6,1 Zoll großem Bildschirm. Es ist nach IP68 wasser- und staubdicht, wird vom gleichen extrem starken A14-Chip angetrieben, ist 5G-fähig und hat wie der größere Bruder eine 12-Megapixel-Doppel-Kamera mit Weit- und Ultraweitwinkel-Objektiv. Sein Display wird ebenfalls von Keramikglas geschützt, der Rahmen besteht aus Aluminium und nicht aus Stahl. Das iPhone 12 mini kann auch induktiv geladen werden und an Apples magnetischem Magsafe-Netzteil andocken.

Handlich darf man wörtlich nehmen

Im Test konzentrierte sich ntv.de auf mögliche Unterschiede, die aus der geringeren Größe resultieren könnten. Zunächst ist da natürlich die Handlichkeit des iPhone 12 mini, an die man sich erst wieder gewöhnen muss, wenn man vom iPhone 11 oder gar einem iPhone 11 Max kommt. Die Daumen größerer Hände erreichen jeden Winkel des Touchscreens, man kann es sicher greifen und durch das kantige Design fühlt es sich wie damals das iPhone 5 an. Das mini ist allerdings etwas größer als sein acht Jahre alter Vorfahre.

Es erreicht aber auch nicht die Maße des iPhone SE, das fast 7 Millimeter länger und rund 3 Millimeter breiter ist. Und das iPhone 12 mini ist ganze 15 Gramm leichter als das bisher kompakteste Apple-Smartphone des Jahres. Und obwohl es kleiner ist, ist sein Bildschirm mit 5,4 Zoll viel größer als der des iPhones SE, der es gerade mal auf 4,7 Zoll bringt.

Das schärfste 12er-Display

Ein Blick auf die Displays von iPhone 12 und iPhone 12 mini zeigt, dass beide die gleichen Farben und Kontraste zeigen und auch bei der Helligkeit maximale Einigkeit herrscht. Argusaugen werden vielleicht erkennen, dass das mini-Panel in einer Hinsicht etwas besser als der größere Bildschirm ist: Mit einer Pixeldichte von 476 ppi ist es das schärfste aller 12er-Displays.

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Nutzer haben die Auswahl zwischen 5,4, 6,1 und 6,7 Zoll großen Displays.

(Foto: kwe)

Weil sich die Komponenten im kleineren Gehäuse drängeln und auch für die Antennen weniger Platz ist, könnte man glauben, der 5G-Empfang sei möglicherweise etwas schwächer. Aber auch in dieser Hinsicht ist das kleine iPhone seinen größeren Brüdern ebenbürtig. Dabei spielt es auch keine Rolle, wie weit die Hand den Rahmen des Geräts bedeckt.

Für den Alltag ausdauernd genug

Aber auch Apples Ingenieure können keine Wunder bewirken. Deshalb kann der Akku des iPhone 12 mini nicht so groß sein und damit die gleiche Kapazität haben wie die Batterie des iPhone 12. Apple verheimlicht das auch gar nicht und gibt beispielsweise die Videowiedergabe mit 15 statt 17 Stunden wie beim großen Bruder an. Es war also zu befürchten, dass man mit dem iPhone 12 mini vielleicht nicht ohne Sorgenfalten über den Tag kommt.

Tatsächlich geht dem kleineren Gerät früher die Puste aus, wenn man irgendwelche Standard-Tests laufen lässt. Mit der Realität hat das aber weniger zu tun. Im Alltag kommt man nämlich sehr gut über den Tag, wenn man das iPhone 12 mini ganz normal nutzt und nicht stundenlang Videos anschaut, Spiele zockt oder auf ausgedehnte Fotosafaris geht. Es mag solche Tage geben, aber wenn man eine Beziehung, Freunde, Arbeit oder Unterricht hat, ist das sicher nicht der Alltag.

Wenn man das iPhone 12 mini ganz normal nutzt, als sei es nicht mehr neu und aufregend, hängt man es vor dem Schlafengehen kaum mit deutlich weniger als 40 Prozent ans Netzteil. Im Test war das ungefähr der Wert bei zwei Stunden aktivem Bildschirm. Und schließlich sind es meistens keine Technik-Enthusiasten, die sich ein kleines, kompaktes iPhone wünschen, sondern Menschen, die einen praktischen Alltagsbegleiter suchen.

Fast alternativlos

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Und damit wären wir auch schon beim Fazit. Das iPhone 12 mini ist genau das Smartphone, auf das viele Nutzer gewartet haben. Es ist noch kompakter als das iPhone SE, hat aber ein viel besseres Display, das auch groß genug ist, um Spaß damit zu haben. Auch bei den Kameras und der Leistung müssen Käufer keine Kompromisse eingehen. Dass die Laufzeit geringer ist, kann man akzeptieren, solange es das Gerät problemlos über normale Tage schafft - und das tut es.

Allerdings ist das iPhone 12 mini auch nicht so günstig zu haben wie das SE. Mit mickrigen 64 Gigabyte (GB) Speicher kostet es rund 780 Euro, mit 128 GB knapp 830 Euro, für die 256-GB-Variante sind 945 Euro fällig. Verglichen mit anderen Top-Smartphones ist das aber gar nicht mal so teuer - und die sind alle größer. Die einzige ebenbürtige Alternative ist vielleicht das Sony Xperia 5 II.

Quelle: ntv.de