- Bei der Wahl des richtigen Reiterstiefels kommt es vor allem auf Ihre gewählte Reitdisziplin an, da sich die Ansprüche jeweils unterscheiden.
- Die verwendeten Materialien sind Echtleder, Kunstleder und Gummi – hier kommt es auf den persönlichen Tragekomfort an und wie viel Zeit Sie für die Pflege Ihrer Reitstiefel aufbringen können.
- Auch für die verschiedenen Jahreszeiten gibt es Abhilfe, ohne frierende oder schwitzende Füße.

Ob im Gelände, in der Reithalle oder auf dem Turnierplatz – wer sich hoch zu Ross begibt, sollte immer passend ausgestattet sein. Besonders wichtig ist dabei die Wahl des richtigen Schuhwerks. Reitstiefel erfüllen optimal die Bedürfnisse eines jeden Reiters: Sie schützen den Unterschenkel vor Druckstellen und Reibungen, sorgen für einen sicheren Halt im Steigbügel und halten auch bei schlechtem Wetter die Füße warm und trocken.
Wie jedes Paar Schuhe sollten auch Reiterstiefel einem Test im Geschäft unterzogen und anprobiert werden, bevor Sie sie kaufen. Wir erklären Ihnen im Reitschuhe-Test von n-tv.de 2025, wann Reitstiefel richtig sitzen und was Sie noch beachten sollten, um das perfekte Schuhwerk für Ihren nächsten Ritt zu finden.
1. Wozu braucht man Reitstiefel?
Reitstiefel gehören zur Standard-Ausrüstung eines jeden Reiters, nicht nur um sich selbst, sondern auch sein Pferd zu schützen. Die richtige Wahl des Schuhwerks schützt nämlich das geliebte Tier vor schmerzhaften Druckstellen oder sogar offenen Wunden am Bauch, welche bei zu viel Reibung mit den falschen Schuhen entstehen können.
Der Reiter braucht seine Reitstiefel ebenfalls um unschöne Druckstellen oder Wunden zu vermeiden. Auch bieten sie guten Halt, wie z.B. im Steigbügel durch den kleinen Absatz, welchen jeder Schuh besitzt, und Stabilität der Fußgelenke. Wem schnell die Fersen drücken durch den kleinen Absatz am Stiefel findet man auch Reitstiefel samt Fersendämpfung, damit Ihre Füße am Ende des Trainings nicht schmerzen.
- Sie schützen das Pferd vor schmerzhaften Verletzungen im Bauchbereich.
- Reitstiefel bieten ebenfalls dem Reiter Schutz vor Schürfwunden oder Druckstellen an den Beinen.
- Sie sorgen für Stabilität der Fußgelenke während des Reitens, was in besserer Haltung und Leistung profitiert.
- Reitstiefel aus Echtleder benötigen eine intensive Pflege.
- Andere Materialien haben eher eine kurze Lebensdauer, was zum fortwährenden Neukauf führt.
Tipp: Für zusätzlichen Halt im Steigbügel bieten Hersteller Reitstiefel mit Anti-Rutsch-Sohle.
2. Welche Reitstiefel-Typen gibt es?
Bei der Wahl des richtigen Schuhwerks spielt der Schwerpunkt der persönlichen Reitdisziplin die wichtigste Rolle. Denn jede Disziplin benötigt eine spezielle Ausstattung und hat einen individuellen Stil. In unserer Reitstiefel-Typen-Tabelle finden Sie die verschiedenen Arten:
| Typ | Besonderheiten |
|---|---|
| Dressurstiefel |
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| Springstiefel |
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| Westernstiefel |
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| Allroundstiefel |
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Fazit: Für jede Reitdisziplin findet sich der passende Schuh, hier kommt es ganz auf Ihre eigene Präferenz an. Mit den ersten drei Reitstiefel-Typen sind Sie ebenfalls bestens ausgerüstet für Turniere, während der Allroundstiefel Ihnen die Möglichkeit gibt viele Disziplinen zu trainieren, ohne sich mehrere Paar Reitstiefel kaufen zu müssen.
3. Kaufberatung: Worauf ist beim Reitstiefel-Kauf zu achten?
Beim normalen Schuhkauf müssen Sie meist nur auf die Schuhgröße achten, um zu beurteilen, ob ein Schuh gut sitzen könnte oder nicht. Stiefel haben allerdings die Besonderheit, dass sie zusätzlich über einen Schaft verfügen, der den Unterstiefel teilweise oder auch komplett umschließt. Die optimale Höhe und Weite zu finden, ist dabei sehr wichtig, wenn Sie Reitstiefel anprobieren. Bei Ihrem Kauf achten Sie besonders auf diese Kriterien:

Reitstiefel mit hoher Schafthöhe und aus schwarzem glänzenden Leder.
- Schuhgröße
- Schafthöhe (Wie hoch ragt der Stiefel Ihr Bein hoch?)
- Schaftweite (Welchen Umfang hat der Stiefel um Ihre Wade herum?)
- Material
- Verschluss
3.1. Schuhgröße
Drückt es an den Füßen oder rutscht der Fuß hin und her? Dann stimmt die Schuhgröße nicht. Üblicherweise stimmt Ihre normale Schuhgröße, welche Sie auch für sonstige Schuhe haben, auch für Reitstiefel. Hier empfiehlt sich ausprobieren verschiedener Größen, bis eine perfekt passt.
3.2. Schafthöhe und Schaftweite
Die Schaftweite sollte so gewählt werden, dass der Stiefel nicht herunterrutscht, auch ohne dass Sie in den Steigbügeln sitzen. Ist der Schaft zu eng, wird wiederum zu viel Druck auf die Wade ausgeübt und der Kontakt zum Pferd geht verloren. Am besten laufen Sie mit den Reitstiefeln ein paar Schritte im Geschäft, um mögliche Stellen zu finden, welche zu groß oder zu eng sitzen. Um selbst zu entscheiden wie eng die Stiefel sitzen, halten Sie Ausschau nach Reitstiefeln mit individueller Weitenregulierungung.
Tipp: Die meisten Geschäfte für Reitsportbedarf haben Sattelböcke mit Sätteln aufgestellt, auf denen die Käufer die Stiefel und Reithosen ausprobieren können. Stellen Sie für den Test der Reitstiefel die Steigbügel auf Ihre Länge ein und nehmen Sie den Reitersitz ein.
3.3. Material
In Sachen Material unterscheidet man grundsätzlich in drei verschiedene: Leder, Kunstleder und Gummi. Jedes von ihnen bietet seine individuellen Vor- und Nachteile.

Die verschiedenen Designs der Reitstiefel, Chaps und Reitstiefeletten für Damen und Herren gibt es auch in mehreren Farben.
Das teuerste Material der drei ist das Leder. Es bietet einen hohen Tragekomfort, da es sich an Bein und Fuß anpasst. Viele Reiter beschreiben lederne Reitstiefel als sehr bequem. Auch ist die Lebensdauer von Reitstiefeln aus Leder bei guter Pflege sehr lang. Diese Reitstiefel sind robust. Hier liegt jedoch auch der Nachteil: Das Material ist pflegeintensiv. Wasser oder Schmutz können das Leder beschädigen und Sie sollten Ihre Reitstiefel aus Leder regelmäßig mit spezieller Schuhcreme einreiben, um das Reißen des Materials zu verhindern.
Dem Echtleder-Reitstiefel zum Verwechseln ähnlich sind die Reitstiefel aus Kunstleder. Dieses Material ist im Vergleich weitaus pflegeleichter und weniger wetterempfindlich. Reitstiefel aus Kunstleder sind günstiger, als welche aus echtem Leder, jedoch ist ihre Lebensdauer kürzer und oftmals ist der Tragekomfort weniger.
Zuletzt findet sich die Kategorie der Reitstiefel aus Gummi. Die Reitstiefel sind günstig, pflegeleicht und sogar sind die Reitstiefel wasserdicht, somit fällt eine intensive Pflege der Schuhe hier weg. Allerdings bietet dieses Material weniger Tragekomfort, da sich Gummi kaum an das Bein anpasst. Hier ist drauf zu achten, dass wenn es ein Modell aus Gummi sein soll, der Stiefel wirklich genau ans Bein passt. Wie schon beim Reitstiefel aus Kunstleder ist auch beim Reitstiefel aus Gummi die Lebensdauer kürzer.
3.4. Verschluss
Auch bei den Verschlüssen für Reitstiefel gibt es verschiedene Kategorien: Reißverschluss, Druckknopfsicherung oder Schnellschnürung.
Reitstiefel mit Reißverschluss lassen sich oft bei Dressurreitstiefeln finden. Hierbei werden die Schuhe an der Wade verschlossen, um das Schürfen am Bauch des Tieres zu vermeiden. Gute Nachricht: ein Reißverschluss lässt sich auch nachträglich für ca. 100 Euro in die Stiefel einbauen, sodass falls seit Ihrem Kauf der Wadenumfang zugenommen hat, Sie nicht ein weiteres Paar teuer erwerben müssen.
Bei Reitstiefeln mit Druckknopfsicherung ist es oft so, dass der Druckknopf in Verbindung mit anderen Verschlüssen auftaucht, sodass er den Abschluss bildet. Eine Lasche, an welcher der Druckknopf befestigt ist, wird über z.B. den Reißverschluss in der Kniekehle gelegt und befestigt. Reitstiefel mit Druckknopfsicherung haben den Nutzen, dass der Reißverschluss nicht die Haut des Reiters verletzt oder beim Reiten aufgehen.
Zuletzt gibt es auch Reitstiefel mit Schnellschnürung, bei der man die individuelle Weite des Reitstiefels selbst bestimmen kann. Dabei werden einfache Schnürsenkel gebraucht. Reitstiefel im Polo-Look zeichnen sich damit aus, dass sie eine Schnürung über die gesamte Vorderseite des Reitstiefels tragen, welche abschließend mit einer Schnalle druckknopf-gesichert wird.
4. Sind Reitstiefel Allwetter-Stiefel?
Reitsport ist für das ganze Jahr, also muss sich die Ausrüstung der Reiter natürlich an die schwankenden Temperaturen über das Jahr anpassen. Um im Winter keine kalten Füße zu bekommen, sollten Sie auf Reitstiefel mit Nylon-Futter achten, die Komfort bietet und Ihre Füße vor Nässe und niedrigen Temperaturen schützt. Schauen Sie dazu gleich unsere Test-Vergleichstabelle, denn Testsieger wurde ein Reitstiefel mit diesem Nylon-Futter. Ideal sind hier auch Thermoreitstiefel. Für den Sommer hingegen bieten sich Reitstiefel mit dünnem Untermaterial an, welches Sie nicht zu sehr schwitzen lässt in den Reitstiefeln.
Allgemein sollten Sie darauf achten, dass Sie Ihre Reitstiefel möglichst nicht extremen Wettersituationen auszusetzen. Oft sind gerade Kunstleder Reitstiefel feuchtigkeitsabsorbierend, was schnell dazu führt, dass das Material kaputt geht.
5. Marken und Hersteller: Wo kann man gute Reitstiefel kaufen?
Weder im Archiv von Stiftung Warentest, noch bei Öko-Test lassen sich im Moment Vergleiche von Reitstiefeln finden, dennoch haben Wir für Sie im Folgenden von n-tv zusammengestellte Marken und Hersteller, welche als am beliebtesten und besten unter Reitern gelten:
- HKM
- Busse
- Kerbl
- Cavallo
- Mountain Horse
- Covalliero
Günstige Reitstiefel-Modelle gibt es im Test-Vergleich bei HKM oder Kerbl, wo die Modelle zwischen 30 und 50 Euro liegen. Teurer wird es bei den anderen Herstellern, wo sich die Modelle von 100 Euro aufwärts belaufen.
6. Weitere Fragen und Antworten von Kunden, welche sich für den Reitstiefel-Kauf interessieren
6.1. Welche Farben gibt es bei Reitstiefeln?
Was ist die traditionelle Ausrüstung beim Dressurreiten?
Vor allem bei der Disziplin des Dressurreitens wird sehr auf das Aussehen geachtet – bei Reiter und Pferd. Traditionell tragen die Reiter schwarze bzw. dunkle Dressurreitstiefel, also Reitstiefel mit hohem Dressurbogen, und dazu eine helle (weiße oder cremefarbene) Hose. Weiter geht es mit einer hellen Bluse samt Plastron oder einem Hemd samt Krawatte, darüber ein dunkles Reitsakko. Zum Schluss darf natürlich der Helm nicht fehlen. Genauso wie fürs normale Reiten brauchen Sie natürlich noch Reithandschuhe, wobei Sie hier aus einer großen Vielfalt auswählen können.

Das ist die klassische Dressur-Kleidung.
Auch Reitstiefel gibt es in verschiedenen Farben. Die klassische Farbe ist hier schwarz, zu welchem vor allem bei Dressur-Reitstiefeln gegriffen wird. Auf Turnieren sieht man traditionell nur die schwarze Variante über den Platz schlendern, immer Reitstiefel mit Reißverschluss an der Wade, aber mittlerweile sieht man auch ab und zu Reitstiefel in braun. Hier gibt es auch wieder Farbunterschiede, von dunkelbraun bis hellbraun.
Beim Springreiten sehen die Vorschriften schon etwas lockerer aus, dort sieht man auch mal farbige, z.B. blaue oder rote, Reitstiefel auf dem Platz.
» Mehr Informationen6.2. Was ist beim Material der Reitstiefel zu beachten?
Sie sollten bei der Suche nach dem geeigneten Material darauf achten, welches Ihnen den höchsten Tragekomfort bietet. Während Leder wesentlich fester ist als Kunstleder oder Gummi, ist der Tragekomfort bis nach dem Einlaufen eher schlechter als bei den flexibleren Materialien Kunstleder und Gummi.
Jedoch halten sich Reitstiefel aus Leder wesentlich länger und sind stabiler, wenn man sie intensiv pflegt. Hier siegt im Preis-Leistungs-Verhältnis eher die teurere Variante aus Leder.
» Mehr Informationen6.3. Welche Reitstiefel eignen sich bei dickeren Waden?
Reitstiefel liegen fest an den Waden, was bei Menschen mit kräftigeren Beinen für Probleme sorgen kann. Aber auch hier gibt es Abhilfe. In vielen Fachgeschäften gibt es Modelle von Reitstiefeln mit Weitschaft. Manche Hersteller arbeiten auch mit einem zusätzlich eingelassenen Material, sprich ein Reitstiefel mit Elastikeinsatz, welches sich dehnen lässt und sich somit passgenau dem Bein anschmiegen kann, ohne nerviges Drücken oder Quetschen.
Unser Tipp: Gehen Sie am besten in ein Fachgeschäft für Reiterbedarf, welche oft eine große Auswahl an Reitstiefeln mit Weitschaft vor Ort haben und lassen sich beraten, falls sie Sorge haben, dass die übliche Schaftweite nicht passen könnte. Es gibt auch Reitstiefel mit individueller Weitenregulierung, z.B. Reitstiefel mit Schnellschnürung oder Reitstiefel mit Elastikeinsatz.
» Mehr Informationen6.4. Wie pflegt man seine Reitstiefel am besten?
Wenn Sie die Reitstiefel nicht tragen, empfehlen sich Stiefelspanner, welche man in die Schuhe setzt. Sie verhindern das Brechen des Materials. Auch mögen Reitstiefel Wasser nicht gerne, also sollten Sie darauf achten, möglichst nicht durch Pfützen oder Matsch zu laufen. Sollten Ihre Reitstiefel mit Staub oder anderem bedeckt sein, nehmen Sie am besten ein feuchtes Tuch, um vorsichtig den Schmutz zu entfernen.
Für eine regelmäßige Reinigung eignen sich sogenannte Leder-Seifen, welche in Schuhfachmärkten oder in Online-Shops leicht zu kaufen sind. Diese sollten Sie dann in Verbindung mit ein wenig Wasser benutzen, um die Reitstiefel schonend wieder zum Strahlen zu bringen. Anschließend an die Reinigung von Schmutz muss die Pflege erfolgen, vor allem bei Leder ist das wichtig. Hier eignen sich gute Schuhcremes, vorzugsweise in der entsprechenden Farbe der Schuhe. Einfach eine dünne Schicht auftragen und anschließend mit einem Baumwoll- oder Nylontuch polieren.
» Mehr InformationenTipp: Um die Schuhe vor Umwelteinflüssen zu schützen, können Sie in einem Schuhfachgeschäft ebenfalls ein Imprägnier-Spray erwerben. Und am besten schauen Sie im Fachgeschäft nach Reitstiefeln inklusive Reitstiefeltasche, damit Sie, wenn Sie Ihre Reitstiefel gerade nicht tragen, sie sicher verstauen können und sie möglichst wenig Staub ansetzen können.
Als Spore bezeichnet man eine Metall-Gabel, welche oberhalb der Ferse am Schuh angebracht wird.
6.5. Brauchen meine Reitstiefel eine Sporenhalterung?
Sporen haben den Sinn die Schenkelhilfe des Reiters zu verfeinern. Durch die feine Berührung mit den Sporen spannt das Pferd die Bauchmuskulatur an. Im Idealfall erleichtert dies bestimmte Figuren der Dressur oder im Springreiten. Dennoch muss das Anwenden gelernt sein, denn schnell kann es zu Verletzungen im Bauchbereich führen, wenn zu viel und zu hart mit den Sporen zugestochen wird.
» Mehr InformationenAchtung: Als Anfänger oder Hobby-Reiter brauchen Sie keine Reitstiefel mit Sporenhalterung, da erst ein bestimmtes reiterliches Niveau und eine Grundsicherheit herrschen muss, bevor genug Sicherheit besteht Sporen zu benutzen. Wer z.B. erst an Feinheiten der Dressur arbeitet, greift lieber erst zur Gerte.



































