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Vergleichsstudie aus Frankfurt Antigen-Tests brauchen hohe Virusmenge

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Der Antigen-Test funktioniert ähnlich simpel wie ein Schwangerschaftstest.

(Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild)

Auch wenn PCR-Tests weiter der sicherste Nachweis für das Coronavirus bleiben, haben sich Antigen-Tests inzwischen ebenfalls etabliert. Aber wie sicher sind sie beim Virusnachweis? Dieser Frage ist ein Team um die Frankfurter Virologin Ciesek nachgegangen.

Antigen-Tests sind beim Nachweis von Sars-CoV-2 weniger genau als der Gennachweis mit der Polymerase-Kettenreaktion (PCR), allerdings sind sie auch schnell, kostengünstig und einfach anzuwenden. Ein Team um die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek hat die Genauigkeit von vier im Handel erhältlichen Antigen-Tests unter die Lupe genommen. Dabei handelte es sich um Tests, die nach verschiedenen Methoden funktionieren. Berücksichtigt wurden drei Lateral-Flow-Tests, und ein Mikrofluidik-Immunfluoreszenztest.

Das Team untersuchte für seine Studie mit den verschiedenen Antigen-Tests 100 klinische Proben von Corona-Infizierten. Neben der PCR zum Vergleich wurde die Infektiosität der jeweiligen Proben zusätzlich in Zellkulturen ermittelt. Bei beiden Vergleichen zeigte der Mikrofluidik-Immunfluoreszenztest tendenziell bessere Ergebnisse, das heißt, er hatte eine bessere Trefferquote als die Lateral-Flow-Tests (50 Prozent gegenüber 24,3 bis 43,2 Prozent).

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Die Wissenschaftler vermuten, dass die geringere Trefferquote damit zusammenhängen könnte, dass in vielen Proben nur eine geringe Virusmenge enthalten war. Sie lag den Angaben zufolge in den meisten Proben unter 6 log10 Kopien/ml. In den 22 der 100 Proben mit einer höheren Viruskonzentration in der PCR erzielte der Mikrofluidik-Immunfluoreszenztest eine Sensitivität von 100 Prozent. Bei den Lateral-Flow-Tests lag sie dann zwischen 76,2 und 100 Prozent. Die Hersteller geben meist 100 Prozent als Trefferquote an.

Ciesek macht für die Abweichungen verschiedene Gründe aus. So hänge das Ergebnis eines Tests stark von der Entnahmestelle der Probe und der Phase der Infektion ab. Auch wenn sie vor allem auf hohe Virusmengen sicher reagieren, können Antigen-Tests durchaus sinnvoll sein. Denn die Virenmenge beeinflusst, wie ansteckend eine infizierte Person ist. Eine hohe Viruskonzentration im Nasen-Rachen-Raum sorgt im Normalfall auch für eine hohe Infektiosität. Ciesek zufolge würden vor allem in den frühen Phasen der Infektion in den Abstrichen in der Regel hohe Viruskonzentrationen nachgewiesen. Damit sei die Wahrscheinlichkeit hoch, die Infektion auch mit dem Antigen-Test zu erkennen. In dieser Phase komme es auch zu den meisten Ansteckungen.

Quelle: ntv.de, sba

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