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Erste Sichtung seit 100 Jahren Ausgestorben geglaubte Riesenschildkröte entdeckt

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Gestatten: Die Fernandina-Riesenschildkröte.

(Foto: Twitter/Marcelo Mata)

Die Galápagos-Inseln beherbergen viele Tierarten, die nur dort vorkommen. Gibt es für die Population einer Spezies keine Lebenszeichen mehr, gilt sie als ausgestorben. Eine Riesenschildkrötenart wird nun nach über 100 Jahren wiederentdeckt.

Auf den Galápagos-Inseln haben Forscher ein lebendes Exemplar einer ausgestorben geglaubten Riesenschildkröte gesichtet. Das erwachsene Weibchen der Unterart Chelonoidis Phantasticus sei auf der Insel Fernandina beobachtet worden, teilte Umweltminister Marcelo Mata mit. Die Entdeckung sei während einer vom Galápagos-Nationalpark und der US-Umweltorganisation Galápagos Conservancy organisierten Expedition gemacht worden.

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Laut der Umweltorganisation wurde das bislang einzige bekannte Exemplar von Chelonoidis Phantasticus, "während der Expedition der California Academy of Sciences im April 1906 gefunden". Die Spezies galt im vergangenen Jahrhundert aufgrund von Vulkanausbrüchen als ausgestorben. Es gab vereinzelte Berichte über Sichtungen der Schildkrötenart, jedoch keine Beweise, berichtete Galápagos Conservancy. In einer im Jahr 2017 veröffentlichten Bewertung der Weltnaturschutzunion (IUCN) wurde die Art als "kritisch gefährdet (möglicherweise ausgestorben)" aufgeführt.

Die Riesenschildkröte Chelonoidis Phantasticus kommt nur auf der unbewohnten Insel Fernandina vor. Als ausgestorben gelten bereits die einst auf der Galápagos-Insel Santa Fé heimischen Riesenschildkröten-Arten sowie die nur auf der Galápagos-Insel Pinta vorkommenden Chelonoidis abigdoni.

Die Galápagos-Inseln, ein isoliert im Pazifik gelegenes Archipel, beherbergen weltweit die größte Zahl an endemischen Arten - also Arten, die nur dort vorkommen. Ein Besuch der Inseln und ihrer einzigartigen Tierwelt im Jahr 1835 inspirierte den britischen Wissenschaftler Charles Darwin zu seiner Evolutionstheorie. Seit 1979 gehört die Inselgruppe zum Unesco-Weltnaturerbe.

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Quelle: n-tv.de, mba/AFP

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