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Zunahme deutlich sichtbar Brandsaison wird durch Klimawandel länger

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Feuer wie dieses Ende Juni suchen auch Südwestfrankreich immer häufiger heim.

(Foto: picture alliance/dpa/MAXPPP)

Ob in Australien, Sibirien oder Kalifornien, immer öfter kommt es zu verheerenden Großbränden. Mit dem Klimawandel steigt das Risiko, dass solche Feuer entstehen - wie stark der Effekt bereits ist, haben Forscher errechnet.

Das Risiko für Wald- und Buschbrände steigt infolge des Klimawandels in vielen Regionen der Welt. Es komme immer häufiger zu Wetterlagen, die den Ausbruch und die Ausbreitung von Feuern begünstigen, berichtet ein Forscherteam im Fachmagazin "Reviews of Geophysics". Den Analysen und Modellierungen zufolge hat sich zwischen 1979 und 2019 der Zeitraum mit entsprechenden Wetterbedingungen weltweit bereits um durchschnittlich 14 Tage verlängert.

"Letzten Endes werden wir (...) mit der weiteren Erwärmung der Welt gegen die zunehmende Brandgefahr ankämpfen müssen", sagte Matthew Jones vom Tyndall Centre for Climate Change Research in Norwich (Großbritannien). "Eine Verdoppelung der Anstrengungen zur Verringerung der Treibhausgas-Emissionen und eine Begrenzung der Erwärmung auf unter zwei Grad Celsius ist das Wirksamste, was wir tun können, um die schlimmsten Risiken von Waldbränden auf globaler Ebene zu vermeiden."

Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen hatten in ihrer Übersichtsarbeit die Ergebnisse von 500 Studien ausgewertet sowie Datensätze von Satellitenmessungen und aus Klimamodellen neu analysiert. Sie kommen unter anderem zu dem Ergebnis, dass im Zeitraum zwischen 1979 und 2019 die Zahl der Tage, an denen die Wetterbedingungen Feuer extrem begünstigen, im globalen Mittel um zehn Tage gestiegen ist.

Risiko deutlich gestiegen

Die Zunahme sei im westlichen Nordamerika, Amazonien und dem Mittelmeerraum am ausgeprägtesten. Mehrere der großen Waldbrände der letzten Jahre hätten unter Wetterbedingungen stattgefunden, die durch den Klimawandel erheblich wahrscheinlicher geworden sind, schreiben die Autoren und nennen die australischen Buschbrände 2019/2020 als Beispiel.

In vielen Regionen der Welt sei mit dem erhöhten Risiko für Brände auch mehr Fläche verbrannt, global betrachtet sei es allerdings weniger: Die verbrannte Fläche sei zwischen 2001 und 2019 um ein Viertel oder 1,1 Millionen Quadratkilometer kleiner geworden. Das liege daran, dass regional andere Einflussfaktoren die Auswirkungen des Klimawandels überlagerten, wie etwa die Umwandlung von Wäldern in Agrarflächen oder die zunehmende Zerstückelung von Naturregionen.

Der Großteil des Rückgangs - 590.000 Quadratkilometer - entfalle auf die Savannen Afrikas. Der globale Trend spiegele also vor allem den Rückgang von Buschbränden in den Savannen wider, erläuterte Jones. "Mit anderen Worten: Hinter dem globalen Trend verbirgt sich eine erhebliche Zunahme der Brände von Wäldern, die natürlich für die Gesellschaft oft gefährlicher sind."

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Grund für den Rückgang in den Savannen sei vor allem die Umwandlung in landwirtschaftlich genutzte Fläche, die das Risiko einer Brandentstehung mindere. Zudem nehme mit den zunehmend trockeneren Regenzeiten die pflanzliche Produktivität ab, wodurch weniger Brennstoff zur Verfügung stehe.

"Trotz der Tatsache, dass Wetterbedingungen, die Waldbrände begünstigen, bereits in fast allen Regionen der Welt zugenommen haben und weiter zunehmen werden, spielen menschliche Faktoren in vielen Regionen immer noch eine Rolle oder haben Vorrang vor den klimatischen Faktoren", sagte Cristina Santin von der britischen Swansea University. Der Einfluss des Klimawandels auf das Risiko für Brände werde in Zukunft wachsen, jedes Grad Erwärmung das Risiko steigern, schreiben die Forscher.

Quelle: ntv.de, Anja Garms, dpa

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