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Auszeichnung für zwei Frauen Chemie-Nobelpreis für Gen-Schere Crispr/Cas

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Jennifer A. Doudna (l) und die französische Mikrobiologin Emmanuelle Charpentier - hier 2016 - entwickelten das Verfahrens Crispr/Cas9, mit dessen Hilfe das Erbgut von Organismen verändert werden kann.

(Foto: dpa)

Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an zwei Frauen. Mit der Entwicklung der Gen-Schere Crispr/Cas9 haben Emmanuelle Charpentier aus Frankreich und Jennifer A. Doudna aus den USA die molekulare Wissenschaft revolutioniert.

Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an die derzeit am Berliner Max-Planck-Institut arbeitende Genforscherin Emmanuelle Charpentier aus Frankreich sowie an die US-Amerikanerin Jennifer A. Doudna für die Entwicklung von Methoden zur Erbgut-Veränderung. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm mit. Sie haben die Gen-Schere Crispr/Cas9 maßgeblich entwickelt.

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Mikrobiologin Emmanuelle Charpentier erhielt 2019 das Bundesverdienstkreuz.

(Foto: imago images/Metodi Popow)

Crispr/Cas9 habe die molekularen Lebenswissenschaften revolutioniert, neue Möglichkeiten für die Pflanzenzüchtung gebracht, trage zu innovativen Krebstherapien bei und könne den Traum von der Heilung vererbter Krankheiten wahr werden lassen. Emmanuelle Charpentier und Jennifer Doudna machten eines der schärfsten Werkzeuge der Gentechnologie nutzbar: Crispr/Cas9-Gen-Scheren. Mit ihr können Forscher die DNA von Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen mit höchster Präzision verändern, wie es zur Begründung hieß.

Die renommierteste Auszeichnung für Chemiker ist in diesem Jahr mit insgesamt zehn Millionen Kronen (rund 950.000 Euro) dotiert - eine Million Kronen mehr als im Vorjahr. Die feierliche Übergabe der Preise findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel. Seit 1901 wurde der Chemie-Nobelpreis an 183 verschiedene Forscher vergeben. Einer von ihnen, der Brite Frederick Sanger, erhielt ihn zweimal. Unter den Preisträgern waren bislang fünf Frauen, etwa Marie Curie 1911, die die radioaktiven Elemente Polonium und Radium entdeckte.

Im Vorjahr ging Preis an US-Amerikaner Goodenough

Am Montag war der Nobelpreis für Medizin den Virologen Harvey J. Alter (USA), Michael Houghton (Großbritannien) und Charles M. Rice (USA) zuerkannt worden. Sie hatten maßgeblich zur Entdeckung des Hepatitis-C-Virus beigetragen. Am Dienstag war verkündet worden, dass der deutsche Astrophysiker Reinhard Genzel den Nobelpreis für Physik erhält. Er hatte zugleich mit der US-Forscherin Andrea Ghez das supermassereiche Schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstraße entdeckt. Zusammen mit ihnen wird der Brite Roger Penrose geehrt, der erkannte, dass die Bildung von Schwarzen Löchern eine Vorhersage der Allgemeinen Relativitätstheorie ist. Am Donnerstag folgt die Bekanntgabe des diesjährigen Nobelpreisträgers für Literatur und am Freitag desjenigen für Frieden.

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2019 ging der Chemie-Nobelpreis an den US-Amerikaner John Goodenough, der als Sohn amerikanischer Eltern in Jena geboren wurde, den gebürtigen Briten Stanley Whittingham und den Japaner Akira Yoshino. Sie hatten wiederaufladbare Lithium-Ionen-Batterien entwickelt, die in zahlreichen Produkten wie Mobiltelefonen, Laptops und Elektro-Fahrzeugen eingesetzt werden. Der 1922 geborene Goodenough war mit damals 97 Jahren der bislang älteste Mensch, dem ein Nobelpreis zuerkannt wurde.

Quelle: ntv.de, jog/dpa