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Amöben zerstören Hornhaut Mann verliert sein Auge durch Kontaktlinse

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Kontaktlinsen sind beliebt, machen aber gründlichste Hygiene nötig.

(Foto: imago/Panthermedia)

Das Tragen von Kontaktlinsen gehört für einen jungen Mann zum Alltag - auch beim Duschen. Doch das führt dazu, dass sich Amöben ins rechte Auge einnisten, das schließlich nicht mehr zu retten ist.

Ein junger Mann hat sein rechtes Auge verloren, weil er mit Kontaktlinsen duschte. Das meldet der britische "Daily Mirror". Nick Humphrey habe sich beim Duschen mit einer Amöbe infiziert, die im Leitungswasser gewesen sein muss, so das News-Portal. Die sogenannte Akanthamöbe führte bei Humphrey zu der Augenkrankheit Acanthamoeba-Keratitis, einer schwerwiegenden Erkrankung der Hornhaut.

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Die Kleinstlebewesen sind allgegenwärtig. Sie leben im Wasser oder in der Erde, können aber auch anderweitig in der Umwelt vorkommen. Experten schätzen, dass sich weltweit zwischen 1,2 bis 3 Millionen Menschen jährlich damit infizieren. In Industrieländern ist eine Ansteckung relativ selten und fast immer mit dem Tragen von Kontaktlinsen verbunden. Die Parasiten werden entweder durch kontaminierte Linsenlösungen, durch Leitungswasser oder beim Baden mit Kontaktlinsen ins Auge gebracht.

Ist die Amöbe erst einmal auf der Kontaktlinse, kann sie zwischen Auge und Sehhilfe hervorragend überleben. Sie bindet sich auf der Hornhautoberfläche der Augenvorderseite an vorhandene Eiweiße. Das können die Amöben besonders gut beim Tragen von weichen Linsen, denn diese haften stärker auf der Hornhaut als harte Linsen. Von hier aus dringt die Amöbe in die Hornhaut des Auges ein und vermehrt sich dort. Das führt in den meisten Fällen nicht nur zu extremen Schmerzen, sondern oftmals auch zu irreversiblen Schäden der Hornhaut oder dem Verlust des Auges.

Zuerst nur ein Kratzer

Humphrey schaute im Januar 2018 sein rechtes Auge genauer an, nachdem er nicht mehr ganz klar sehen konnte. Dabei entdeckte er einen kleinen Kratzer. Er vermutete, sich beim Einsetzen einer Linse verletzt zu haben. Von der gefährlichen Amöben-Infektion des Auges hatte der junge Mann bis dato noch nie etwas gehört. Als sich sein Zustand kurze Zeit darauf verschlechterte, ging er zu einem Optiker, der ihn gleich in eine Klinik weiterschickte. Dort wurde eine Probe genommen und schließlich Acanthamoeba-Keratitis diagnostiziert.

Die Ärzte begannen daraufhin sofort die Therapie mit desinfizierenden Augentropfen. Nach drei Wochen verbesserte sich zunächst der Zustand Humphreys. Doch schon im März 2018 bekam Humphrey so starke Schmerzen in dem Auge, dass er nicht mehr zur Arbeit gehen konnte. Zwei Operationen konnten das Auge des Mannes nicht retten, zumindest aber die Parasiten aus seinem Körper entfernen.

Mehr Aufklärung nötig

Humphrey, der sich heute mit seiner Geschichte für Aufklärung einsetzt, war zuvor das Risiko nicht bekannt. "Hätte ich gewusst, wie gefährlich es ist, Kontaktlinsen während des Duschens zu tragen, hätte ich das nicht bekommen", zitiert der "Daily Mirror" den Mann. Er wünsche sich aber, dass es in Zukunft warnende Informationen auf Verpackungen von Kontaktlinsen gebe und Optiker über das Risiko aufklärten. Eine Hornhautentzündung, also Keratits, kann auch durch Bakterien oder Viren hervorgerufen werden.

Acanthamoeba-Keratitis wurde erstmals 1973 beschrieben. Vor ein paar Jahren wurde die Infektion als "Seltene Erkrankung" anerkannt. Das führte dazu, dass Gelder für ein europäisches Forschungsprojekt zur Verfügung gestellt wurden, um ein geeignetes Gegenmittel zu finden. Forscher suchen weiter.

Quelle: n-tv.de, jaz

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