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Blaue, grüne und rote Seen Nehmen Algenblüten weltweit zu?

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Der Khanka-See (l.) an der Grenze zwischen Russland und China und der St.-Clair-See (r.) an der Grenze zwischen den USA und Kanada: Sie zeigten beide eine Verbesserung und verschlechterten sich dann, was die Algenblüte betrifft.

(Foto: Khanka image made by Norman Kuring, NASA's Ocean Color web, and Lauren Dauphin/St. Clair image courtesy of NASA Earth Observatory made by Joshua Stevens, using Landsat data from the U.S. Geological Survey)

Algenblüten können Seen grün, aber auch blau oder sogar rot färben. Sie bergen durchaus Gefahren für Menschen und Tiere. Berichte darüber nehmen seit Jahrzehnten zu. Doch häufen sich die Algenblüten tatsächlich? Und wenn ja: Woran liegt das?

Heftige Algenblüten in Seen nehmen offenbar weltweit zu. Eine globale Analyse von großen Seen über drei Jahrzehnte zeigt, dass die Zahl intensiver Algenblüten bei gut zwei Dritteln (68 Prozent) angestiegen ist. Nur bei acht Prozent der Seen nahm sie ab, wie das Team um Jeff Ho von der Carnegie Institution for Science im Fachblatt "Nature" berichtet.

Algenblüten gehen auf eine starke Vermehrung von Algen oder Cyanobakterien (Blaualgen) zurück, die die Wasseroberfläche grün, blau oder rot färben. Gründe dafür sind vor allem Temperatur, Niederschläge und Eintrag von Nährstoffen. Manche Algen produzieren Giftstoffe, was Gefahren für Menschen und Tiere birgt.

Dramatische Zunahme in vergangenen 50 Jahren

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Die Studie ergab, dass Lake Okeechobee in Florida sich in dem Zeitraum verschlechterte. Toxische Algenblüten führten dazu, dass 2016 und 2018 in Florida der Ausnahmezustand ausgerufen wurde.

(Foto: NASA Earth Observatory image made by Joshua Stevens, using Landsat data from the U.S. Geological Survey)

Berichte über toxische Algenblüten hätten in den vergangenen 50 Jahren dramatisch zugenommen, schreiben die Forscher. Allerdings sei unklar, ob das eine tatsächliche Steigerung widerspiegele und ob dies ein globales Phänomen sei. Um dies zu klären, analysierten die Forscher Satellitendaten aus den Jahren 1984 bis 2012, jeweils im Sommer.

Dabei konzentrierten sie sich auf 71 Seen von mindestens 100 Quadratkilometern Größe in 33 Ländern auf sechs Kontinenten. Darunter war als einziges mitteleuropäisches Gewässer der Plattensee (Balaton) in Ungarn. In 48 Seen nahm die Intensität der Algenblüten im Lauf der Zeit zu, in sechs Seen sank sie - darunter der Plattensee.

"Diese Resultate deuten darauf hin, dass die beobachteten Trends weltweit verbreitet sind und verschiedene Seetypen betreffen", folgern die Forscher. Dies widerspreche dem Verdacht, dass die vielen Berichte über Algenblüten lediglich einer erhöhten Aufmerksamkeit geschuldet seien.

Erderwärmung vermutlich an Trend beteiligt

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Lago de Cahora Bassa in Mosambik: einer der Seen, der sich bei der Algenblüten-Intensität über den Zeitraum von 30 Jahren verbessert hatte.

(Foto: NASA Earth Observatory image made by Jesse Allen, using MODIS data from the Land Atmosphere Near-real-time Capability for EOS (LANCE) and Landsat data from the U.S. Geological Survey)

Die Gründe für die Zunahme der Algenblüten haben die Forscher nicht untersucht. Sie betonen jedoch, dass jene Seen, in denen die Algenblüten abnahmen, überwiegend in Regionen liegen, in denen sich der Klimawandel weniger stark bemerkbar mache. Insofern sei die Erderwärmung vermutlich an dem Trend beteiligt.

"Toxische Algenblüten beeinflussen Trinkwasserreservoire, Landwirtschaft, Fischerei, Freizeit und Tourismus", sagt Ho. In den USA verursachten sie jährlich Schäden in Höhe von vier Milliarden US-Dollar (3,6 Milliarden Euro).

Quelle: n-tv.de, Walter Willems, dpa

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