Wissen

Astronomen untersuchen Phänomen Saturns Nordpol wechselt die Farbe

744828main_pia14946-full_full.jpg

Die Sechseck-Struktur auf dem Saturn hat einen Durchmesser von rund 32.000 Kilometern.

(Foto: Nasa)

Über dem Saturn-Nordpol tobt ein gigantischer sechseckiger Sturm - vielleicht bereits seit Jahrhunderten. Aufnahmen der Nasa zeigen nun, dass die Struktur nicht mehr blau, sondern golden ist. Wissenschaftler haben vage Vermutungen, weshalb.

Der Nordpol des Planeten Saturn bietet ein rätselhaftes Bild - schon seit Jahrzehnten. Beim Vorbeiflug der Raumsonde Voyager 1 im Jahr 1980 zeigten Bilder eine riesige sechseckige Struktur mit einer Breite von rund 32.000 Kilometern. Es handelt sich vermutlich um einen Sturm, der bereits seit Jahrzehnten, vielleicht seit Jahrhunderten, über dem Pol tobt; alleine das Auge dieses Sturms hat einen Durchmesser von rund 10.000 Kilometern. Zum Vergleich: Die Erde hat einen Durchmesser von rund 12.700 Kilometern.

pia21049-1041.jpg

Die beiden Cassini-Aufnahmen im direkten Vergleich.

(Foto: Nasa)

Niemand weiß, wie die merkwürdig geformte Struktur entstanden ist. Und nun werfen neue Aufnahmen weitere Rätsel auf. Das Hexagon über dem Nordpol des Planeten hatte bisher eine bläulich-graue Färbung. Das zeigen Aufnahmen aus dem Jahr 2012 der Raumsonde Cassini. Dieselbe Kamera fing nun ein weiteres Bild ein - die komplette Polarregion ist jetzt aber in einen gelb-goldenen Ton getaucht.

Anbruch einer neuen Jahreszeit?

"Wissenschaftler untersuchen mögliche Ursachen für den Farbwechsel", schreibt die US-Raumfahrtbehörde Nasa auf ihrer Webseite. Die bisher beste Theorie ist, dass die Farbänderung mit einem Wechsel der Jahreszeiten auf dem Saturn zu tun hat. "Die Veränderung von einer bläulichen Farbe hin zu einem goldenen Farbton könnte mit der erhöhten Produktion photochemischen Dunstes in der Atmosphäre zu tun haben", mutmaßt die Nasa. Eine solche erhöhte Produktion wäre im Vorfeld der Sonnenwende erklärbar, die der Saturn-Nordpol im Mai 2017 erreicht.

Das könnte folgendermaßen funktionieren: Die starken Winde am Rand des Sechsecks wirken, so vermuten Forscher, wie eine Barriere. Diese Barriere sperrt Gaspartikel aus anderen Teilen der Atmosphäre aus. Während des polaren Winters zwischen 1995 und 2009 hat sich die Atmosphäre innerhalb des Hexagons von Aerosolen befreit, die durch photochemische Prozesse entstehen. Diese Prozesse sind Reaktionen, die unter Einwirkung des Sonnenlichts mit Molekülen in der Atmosphäre ausgelöst werden.

Nach der Tag-Nacht-Gleiche im August 2009 erhöhte sich nun möglicherweise langsam der Anteil der Aerosole innerhalb des Hexagons wieder, was zu seinem derzeit dunstig-goldenen Erscheinungsbild geführt haben könnte. Für die Wissenschaftler ist das im Zusammenspiel mit anderen Atmosphäre-Veränderungen auf dem Saturn die plausibelste Erklärung der Beobachtungen.

Quelle: ntv.de, fma