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"Extreme Belastung" im Lockdown Schulkinder lernen nur 4,3 Stunden pro Tag

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Im Schnitt gingen den Kindern pro Tag mehr als drei Stunden Lernzeit verloren, wie eine Befragung des Ifo-Instituts zeigt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das Ifo-Institut gibt Schulen in Deutschland auch im zweiten Corona-Lockdown schlechte Noten. Einer Studie zufolge verbringen die Schüler aktuell deutlich mehr Zeit mit ihrem Handy oder Computerspielen als mit Schularbeiten. Doch das ist nicht das Einzige, was den Forschern Sorgen macht.

Die Schulschließungen zu Jahresbeginn haben bei Kindern und Jugendlichen nach einer Untersuchung des Ifo-Instituts tiefe Spuren hinterlassen. Im Schnitt gingen ihnen pro Tag mehr als drei Stunden Lernzeit verloren, wie eine Befragung durch das Münchner Forschungsinstitut zeigt. Statt 7,4 Stunden pro Tag lernten die Schüler nur noch 4,3 Stunden - das ist weniger Zeit, als sie mit Computerspielen, sozialen Netzwerken oder ihrem Handy verbrachten.

Die Forscher können nur relativ geringe Verbesserungen zum ersten Lockdown feststellen. Auch mit "langer Vorlaufzeit und nach eindringlichen Appellen von Eltern und Wissenschaft" sei es nicht gelungen, eine angemessene Beschulung aller Kinder im Distanzunterricht sicherzustellen. Die Ergebnisse seien "ernüchternd".

"Besonders bedenklich ist, dass 23 Prozent der Kinder sich nicht mehr als zwei Stunden am Tag mit der Schule beschäftigt haben", sagte der Leiter des Ifo-Zentrums für Bildungsökonomik, Ludger Wößmann. Unter anderem beklagen die Forscher, dass zu wenige Kinder regelmäßigen Video-Unterricht haben. Bei 39 Prozent der Kinder war dies maximal ein Mal pro Woche der Fall.

Große psychische Belastung für Kinder

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Der Lockdown hatte auch Auswirkungen auf die Gesundheit: "Die Corona-Krise ist eine extreme Belastung für die Lernentwicklung und die soziale Situation vieler Kinder", warnt das Ifo-Institut. 31 Prozent der Eltern sagten, ihr Kind habe in dieser Zeit zugenommen.

Leistungsschwächere Schüler und Kinder aus Nicht-Akademiker-Haushalten lernten zu Hause deutlich weniger effektiv und konzentriert, wie das Institut betonte. Für die Hälfte der Kinder stelle die Situation während der Schulschließungen eine große psychische Belastung dar - deutlich mehr als während der ersten Schließungen, als das bei 38 Prozent zutraf. Für 76 Prozent der Kinder war es eine große Belastung, nicht wie gewohnt Freunde treffen zu können.

Quelle: ntv.de, can/dpa/rts

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