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300 Jahre alte Annahme widerlegt Spermien bewegen sich nicht wie Aale

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Spermien auf dem Weg zur Eizelle (3D-Grafik).

(Foto: imago images / Westend61)

Ein Spermium muss schnell sein, um als erstes am Ziel anzukommen und die Eizelle zu befruchten. Zur Fortbewegung besitzen die menschlichen Keimzellen einen Schwanz, der sie mit schnellen Hin- und Herbewegungen vorankommen lässt. Das dachte man zumindest bis jetzt.

Menschliche Spermien bewegen sich nicht wie Aale fort, sondern eher wie Otter - das berichten die Autoren einer neuen Studie. Mittels moderner 3D-Mikroskopie hätten sie die mehr als 300 Jahre alte Annahme widerlegt, dass sich die Schwanzteile der Samenzellen von Seite zu Seite bewegen, schreiben die Forscher der englischen Universität Bristol sowie der Autonomen Universität von Mexiko-Stadt im Fachmagazin "Science Advances".

Bereits im 17. Jahrhundert hatte der Niederländer Antoni van Leeuwenhoek mit einem einfachen Mikroskop Spermien beobachtet und ihre Schwimmbewegungen mit denen von Aalen verglichen. Dies sei eine optische Illusion, teilte die Universität Bristol nun mit. Nach den neuen Erkenntnissen schlängelt sich demnach nur eine Seite des Schwanzes. Um sich nicht im Kreis zu bewegen, drehten sich Spermien wie Korkenzieher, ähnlich wie verspielte Otter im Wasser.

Die schnellen und synchronisierten Drehbewegungen sähen durch ein zweidimensionales Mikroskop so aus, als bewege sich der Schwanz symmetrisch von Seite zu Seite, zitierte die Universität den leitenden Autor der Studie, Hermes Gadêlha - ein Experte im Bereich der Fruchtbarkeitsmathematik.

Wie Korkenzieher durchs Wasser

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"Menschliche Spermien haben herausgefunden, dass sich ihre einseitigen Schwimmbewegungen ausgleichen und sie vorwärts schwimmen, wenn sie sich beim Schwimmen rollen - ähnlich wie verspielte Otter, die sich wie Korkenzieher durch Wasser fortbewegen", sagte Gadêlha.

Die Spermien hätten ein mathematisches Rätsel in mikroskopischem Maßstab gelöst, indem sie Symmetrie aus Asymmetrie geschaffen hätten. Die Bewegung des Spermienschwanzes zu verstehen, sei wesentlich, um in Zukunft ungesunde Spermien erkennen zu können.

Quelle: ntv.de, jaz/dpa