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Vlies-Halstücher eher schädlich Studie: Alltagsmasken wirken, aber nicht jede

In Deutschland und vielen anderen Ländern gilt an bestimmten Orten Maskenpflicht zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Ihr Nutzen ist nicht zweifelsfrei nachgewiesen. Eine neue US-Studie bewertet Alltagsmasken positiv - bis auf eine Ausnahme.

Die Wirkung von Alltagsmasken in Situationen, die keinen Mindestabstand zwischen Menschen zulassen, bleibt umstritten. Zumindest ist sie nicht eindeutig nachgewiesen, trotz vieler Hinweise auf ihren positiven Nutzen. Eine Studie von Wissenschaftlern der US-Universität Duke, die vom US-amerikanischen "Science Magazine" veröffentlicht wurde, untermauert entsprechende Annahmen, wenn auch mit Einschränkungen.

Die Wissenschaftler testeten 14 verschiedene Alltagsmasken, von denen die meisten den Partikelausstoß beim Sprechen reduzieren. Mit Licht- und Bildmessverfahren untersuchten die Forscher die Menge der ausgeatmeten Partikel beim Reden. Dabei räumen die Forscher selbst ein, dass ihre Methoden begrenzte Aussagekraft haben und nur Ausgangspunkt weiterer Forschungen sein können.

Bei der Nutzen-Erwägung von Alltagsmasken geht es vor allem um den Ausstoß von Partikeln, damit unwissentlich Infizierte nicht ungewollt andere anstecken. Die meisten Masken aus Baumwolle sowie chirurgische Masken erfüllen diese Maßgabe, indem sie den Tröpfchen-Ausstoß signifikant senken.

Halstücher kaum besser als maskenlos

Sehr gut schneiden spezielle N95-Masken ab, weil sie auch den Träger schützen. Allerdings benötigen diese Masken nur besonders gefährdete Menschen. Zumal Varianten mit Ventil, die das Ausatmen erleichtern sollen, eben nicht die Menschen in der Umgebung schützen. Auf Platz zwei folgen laut der Studie die dünnen chirurgischen Masken, dahinter die verschiedenen weitverbreiteten Baumwoll-Varianten.

Weniger gut schneiden Halstücher - auch als Bandanas bekannt - ab. Ihr Nutzen fällt in dem Studienmodell gering aus im Vergleich zu gar keiner Maske - der ungefilterte Partikelausstoß wurde ebenfalls gemessen. Das liegt vor allem an dem dünnen, dehnbaren Stoff, der viele Partikel beim Ausatmen und Sprechen durchlässt.

Halstücher aus Vlies schneiden schlecht ab

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Schlechter noch schneiden Halstücher aus Vlies ab, weil sie die ausgeatmeten Partikel weiter aufspalten. Je kleiner die Partikel, desto länger bleiben sie in der Luft, was deshalb problematisch ist, weil Aerosole in geschlossenen Räumen als gefährlichste Erregerquelle gelten.

Die Studie befasst sich nicht mit anderen problematischen Aspekten des Mund-Nasen-Schutzes: Das richtige Tragen oder die Sauberkeit der Masken wird ebenso wenig in den Blick genommen wie sämtliche möglichen Austrittswinkel der Partikel. Zudem müssen die Autoren einräumen, dass sie kleinste Partikel nicht messen konnten.

Quelle: ntv.de, shu