Kino

"Train to Busan"? "Peninsula"! K-Zombie-Horror setzt wieder Maßstäbe

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Südkoreanischer Kino-Kassenschlager "Peninsula" läuft nun auch in den deutschen Kinos.

(Foto: Splendid)

In der Corona-Krise haben es Kinos schwer: kaum Filme, weniger Gäste, kaum Einnahmen - eine Abwärtsspirale. Ein Blockbuster aus Südkorea will diese durchbrechen, auf dem Heimatmarkt ist es "Peninsula" bereits spielend leicht gelungen. Worum geht's? Die Zombiekalypse.

Wenn ein Zombie-Streifen zu den erfolgreichsten Kinofilmen eines Landes gehört, spricht das durchaus Bände, im positiven Sinn. Dass Südkorea dieses Land ist, mag auf den ersten Blick verwundern, auf den zweiten nicht mehr: Vor ein paar Jahren sorgte "Train to Busan" des Regisseurs Yeon Sang-ho für Aufsehen. Action, Gefühl, eine Story, schwarzer Humor und Zombies, die sich sehen lassen konnten - das waren die Pluspunkte des Films, der am Ende weltweit mehr als 140 Millionen Dollar eingespielt hat. Nun steht der Nachfolger hierzulande bereit, um die von der Coronavirus-Pandemie geleerten Kinosäle zu füllen. Der Name: "Peninsula".

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"Peninsula" ist der Nachfolger des K-Zombie-Überraschungshits "Train to Busan".

(Foto: Splendid)

Die Zombie-Seuche wütet in Südkorea. Soldat Jung-seok (Dang Gong-won) versucht sich und die Familie seiner Schwester zu retten: per Auto zum Hafen auf ein Flüchtlingsschiff nach Japan. Unterwegs fahren sie an einem liegen gebliebenen Auto vorbei, eine junge Frau steht davor, ein schreiendes Baby auf dem Arm. Jung-seok hält nicht an. Er fährt weiter. Vielleicht sind sie ja von dem unbekannten Virus infiziert, der Südkorea gerade entvölkert. Aber im Leben sieht man sich bekanntlich immer zweimal ...

Mission Impossible

Auf dem Rettungsschiff angekommen, fährt dieses nicht mehr nach Japan, sondern nach Hongkong. Allerdings reicht ein Infizierter im Unterdeck aus, dass von Jung-seoks Familie nur sein Schwager übrig bleibt. Für Jung-seok bricht danach eine schwere Zeit an. Ohne Flüchtlingspass muss er sich mit Tagelöhnerjobs durchschlagen, bis ihm eines Tages ein Angebot gemacht wird, das er nicht ablehnen kann: Ein Amerikaner sucht Leute, die auf die Halbinsel (Peninsula) zurückkehren, um für ihn und seine geheimnisumwitterte Organisation einen Transporter mit 20 Millionen US-Dollar zu stehlen. Von der Summe würde Jung-seok 2,5 Millionen erhalten. Auch Jung-seoks Schwager ist mit von der Partie.

Die Mission beginnt. Sie gelangen auf Peninsula, denn die Küstenwache wurde geschmiert. Sie gelangen nach Seoul, wo der Transporter auch noch steht. Doch dann bricht die Hölle los: Der Transporter wird beschossen, ein Vorwand, so scheint es, um Zombies anzulocken. Jung-seok wird aus dem Wagen geschleudert und blickt dem Tod bereits ins Auge, als ihn zwei Mädchen mit ihrem Auto aufgabeln. Sie mähen mit dem Fahrzeug durch die Zombies wie ein warmes Messer durch Butter. Jung-seok ist gerettet. Vorerst.

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Kino - dafür werden Zombie-Streifen gemacht.

(Foto: Splendid)

Als er mit den Mädchen in deren Unterkunft ankommt, erkennt er die Frau mit dem Baby vom Straßenrand von vor vier Jahren wieder. Erneut eine schicksalhafte Begegnung, denn nun ist es an der Frau, Jung-seok zu retten, da die Familie Kontakt zu einer UN-Gesandtin hat - und die soll nun alle irgendwie von der Halbinsel holen. Jung-seoks Schwager ist es nicht ganz so gut ergangen. Er hatte sich im Transporter versteckt, der dann von Unbekannten gekapert und in eine Festung gebracht wurde. Dort soll er - wie einst die Sklaven im Alten Rom gegen Löwen - nun gegen Zombies in einer Arena kämpfen.

Zombie-Highlight des Jahres

"Peninsula" wartet mit zwei Erzählsträngen auf, die sich am Ende wieder vereinen und die mit jeder Menge Action gespickt sind. Der Plot wird allerdings nicht so stringent wie beim Vorgänger "Train to Busan". Aber punkten kann der Film erneut mit Gefühl, Humor und schnellen Zombies, denen man einfach niemals über den Weg laufen möchte. Das knapp zweistündige K-Zombie-Action-Spektakel passt damit perfekt n die heutige Zeit der Coronavirus-Pandemie.

Mal ehrlich: Ein bislang unbekanntes Virus wütet durch die ganze Welt. Woher es stammt und weshalb es gerade jetzt aufgetaucht ist, dazu gibt es verschiedenste Meinungen. Fakt ist aber, dass eine Menge Staaten infolge des Ausbruchs Lockdown-Maßnahmen eingeführt haben, die das öffentliche Leben zeitweise zum Erliegen brachten, auch die Kinobranche. Studios verschoben Filmstarts ("James Bond" und "Star Wars" lassen grüßen) oder sagten Produktionen ab, Kinosäle blieben monatelang geschlossen. Und dann kam "Peninsula".

Er startete Mitte Juli in Südkorea und ein paar weiteren Ländern - und er schlug ein: 350.000 Zuschauer allein in Südkorea am Starttag und 20 Millionen Dollar Einspielergebnis am Startwochenende sind der Beweis dafür, dass auch mitten in der Corona-Krise Blockbuster-Kino möglich ist. Müßig zu erwähnen, dass "Peninsula" direkt auf Platz eins der weltweiten Kinocharts stürmte. Er könnte nun auch in Deutschland erfolgreich sein; die großen US-Filmstudios halten sich weiterhin zurück. In Südkorea übrigens verdrängte "Peninsula" "#Alive" von der Spitze der Kinocharts - ein weiterer Zombie-Streifen. Wenn es um Filme mit Untoten geht, hat es Südkorea einfach drauf.

Quelle: ntv.de