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Ernteausfälle durch Dürre Brandenburg hilft Bauern mit Millionen

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Die deutschen Felder sind staubtrocken. Die Bauern fordern wegen der Ernteausfäle mindestens eine Milliarde Euro vom Staat.

(Foto: picture alliance/dpa)

Durch die Hitze geht den Bauern in Deutschland Ernte verloren. Deshalb wollen sie dringend Unterstützung von der Politik. Während Landwirtschaftsministerin Klöckner erst einmal nichts versprechen will, kommt Brandenburg den Landwirten gleich mehrfach entgegen.

Das Land Brandenburg will den von Dürre betroffenen Bauern helfen. Darauf verständigte sich das Landeskabinett in Potsdam. Geprüft wird demnach, in einem ersten Schritt fünf Millionen Euro zur Verfügung zu stellen.

"Für manche Betriebe geht die Situation an die Existenz. Das können und wollen wir nicht zulassen", erklärte dazu SPD-Ministerpräsident Dietmar Woidke. Deshalb wolle das Land "den von extremer Trockenheit betroffenen Landwirtschaftsbetrieben helfen".

Bei den fünf Millionen Euro handelt es sich demnach um einen Teil des Geldes, das für die Behebung von witterungsbedingten Schäden aus dem Jahr 2017 vorgesehen war, jedoch nicht vollständig benötigt wurde. Landesfinanzminister Christian Görke sagte den Bauern zudem Entgegenkommen in steuerlichen Fragen zu, etwa durch eine Stundung fälliger Zahlungen. Helfen will auch Bayern: Zwar ist das Land nicht so stark von der Dürre betroffen, es will Landwirten aber Mehrkosten beim Futterkauf ausgleichen.

Streit über Hilfen für Bauern

Soforthilfen für die von der Dürre geplagten Landwirte in Deutschland sind nicht in Sicht. Der Bund könne erst entscheiden, wenn Ende August der Erntebericht vorliege, erklärte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner anlässlich eines Bund-Länder-Treffens zu den Dürrefolgen.

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Klöckner sagte, dass für die Beseitigung von Dürreschäden laut Verfassung zuerst die Bundesländer zuständig seien. Für Bundeshilfen sei zudem Voraussetzung, dass die Verluste mindestens 30 Prozent des Mittels der Erträge der vergangenen drei Jahre ausmachten. Erst dann könne der Notstand erklärt werden. Der Bund könne nur bei Katastrophen von "nationalem Ausmaß" einschreiten, so Klöckner.

Klöckner betonte, die Auswirkungen seien je nach Region sehr unterschiedlich. Viele Winzer etwa erwarteten einen Jahrhundertwein. Zudem lägen aus einigen Ländern noch keine Daten vor. Die Bauern hingegen verweisen auf massive Ernteausfälle beispielsweise beim Getreide und fordern mindestens eine Milliarde Euro vom Staat.

Klöckner will die Ergebnisse des Bund-Länder-Treffens zu den Hilfen von der Dürre geplagten Landwirten am Mittwoch im Kabinett vorstellen.

"Seit April kein Niederschlag"

Ressortkollegen aus den Ländern forderten rasche Hilfszahlungen. Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus wies darauf hin, dass es in seinem Land seit April keinen Niederschlag mehr gegeben habe. "Wir haben nicht Zeit, bis Ende August zu warten", forderte auch er rasche Entscheidungen. Backhaus äußerte die Erwartung, dass sich Bund und Länder die Kosten teilen würden. Sachsens Agrarminister Thomas Schmidt sagte: "Da die Auswirkungen so dramatisch sind, sind wir der Überzeugung: Hier muss uns der Bund zur Seite stehen."

Die Dürreschäden gingen auf den Klimawandel zurück, damit dürfe man die "Landwirte nicht alleine lassen", forderte auch der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk. Die Ernteeinbußen seien jetzt da, deshalb müssten auch jetzt Entscheidungen getroffen werden, mahnte er im SWR.

Zurückhaltend äußerte sich NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser. Sie sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger", staatliche Hilfen seien "nur in extremen Ausnahmesituationen" zu rechtfertigen, wovon etwa bei der Getreideernte in ihrem Land noch nicht die Rede sein könne.

Umweltverbände drängten über Soforthilfen hinaus auf langfristige Maßnahmen, da wegen der Klimaerwärmung auch in den kommenden Jahren mit Hitzewellen und anderen Wetterextremen zu rechnen sei. So müssten die Tierbestände in der industriellen Fleischproduktion verringert werden, forderte der BUND. Ebenso wie der WWF verlangte der Verband auch ein Sofortprogramm für konsequenten Klimaschutz.

Quelle: n-tv.de, cam/AFP/DJ/rts/dpa

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