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Nach Verschwinden Ab wann wird ein Mensch für tot erklärt?

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Ein verschollener Seereisender kann nach sechs Monaten für tot erklärt werden.

(Foto: imago images/Kickner)

Seit fast zwei Jahren ist der Sänger und Entertainer Daniel Küblböck spurlos verschwunden. Nun soll er für tot erklärt werden. Aber wann und wie wird eine vermisste Person für tot erklärt?

Der Sänger und Entertainer Daniel Küblböck ist seit dem 9. September 2018 spurlos verschwunden. Vermutet wird, dass er vor der Küste Kanadas von Bord eines Kreuzfahrtschiffes gegangen ist. Seine Leiche wurde allerdings nie gefunden. Nun soll der damals 33-Jährige wohl für tot erklärt werden.

Aber wie sieht die Rechtslage in so einem tragischen Fall überhaupt aus? Wann und wie wird eine vermisste Person für tot erklärt?

Das Verschwinden eines Menschen ist eine extreme emotionale Belastung für die Angehörigen. Das Schlimmste ist die Ungewissheit: Lebt die vermisste Person vielleicht noch? Auch rechtlich ist diese Frage durchaus relevant - vor allem, wenn es um das Erbe geht. So werden beispielsweise Lebensversicherungen, Witwenrente und der Nachlass erst geregelt, wenn der oder die Vermisste offiziell für tot erklärt wurde.

Fristen im Verschollenheitsgesetz geregelt

Dafür müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, die im Verschollenheitsgesetz festgelegt sind. Wann eine Person für tot erklärt werden kann, ist abhängig von den Umständen ihres Verschwindens. Ein verschollener Seereisender kann nach sechs Monaten, ein verschollener Flugpassagier bereits nach drei Monaten für tot erklärt werden. In allen anderen Unglücksfällen beträgt die Frist ein Jahr.

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Grundsätzlich gilt: Personen dürfen erst für tot erklärt werden, wenn sie ihr 25. Lebensjahr vollendet haben und mindestens zehn Jahre verschwunden sind. Ab dem 80. Lebensjahr verkürzt sich diese Frist auf fünf Jahre.

Neben der Frist, die verstrichen sein muss, muss eine ernste Todesvermutung vorliegen, zum Beispiel durch fehlende Lebenszeichen. Der Antrag auf eine Todeserklärung muss beim zuständigen Amtsgericht eingereicht werden. Also dort, wo die verschollene Person ihren letzten Wohnsitz hatte. Den Antrag können nur enge Angehörige wie Eltern, Kinder oder Lebenspartner stellen. Bei rechtlichen Interessen können auch die betroffenen Personen oder gesetzliche Vertreter die Todeserklärung beantragen.

Quelle: ntv.de, awi