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Infektion sicher ausmachen? Diese Schnelltests erkennen Omikron halbwegs gut

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Die meisten Schnelltests erkennen Omikron, aber ...

(Foto: imago images/Lobeca)

Die Idee, eine Corona-Infektion per Schnelltest umgehend zu erkennen, ist gut. Aber leider zeigen viele Produkte nur eine sehr hohe Viruslast zuverlässig an. Das hat sich auch mit dem Auftreten von Omikron nicht geändert, auch wenn diese Variante von vielen Tests erkannt wird.

Die offizielle Liste geeigneter Corona-Schnelltests, die auch bei Omikron ein verlässliches Ergebnis anzeigen, wurde nun vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) überarbeitet. Das Bundesgesundheitsministerium hatte sie bereits Anfang Januar angekündigt. Laut der Ergebnisse bei 20 zufällig ausgewählten Tests erkennen diese Omikron ebenso gut wie frühere Varianten des Coronavirus. Oder genauso schlecht. In beiden Testreihen habe es so gut wie keine Unterschiede bei der Erkennung zwischen Delta und Omikron gegeben.

Das PEI bietet eine Liste von Antigen-Tests zum direkten Erregernachweis des Coronavirus Sars-CoV-2 an. In dieser wurde jetzt eine neue Spalte eingeführt: "Omikron-Erkennung entsprechend der Bridging-Prüfung des PEI". Steht dort ein Ja, erkennt der Test Omikron genauso gut wie Delta. In dieser Liste befinden sich grundsätzlich die Tests, die sich laut Herstellerangaben gemäß den Vorgaben des Medizinproduktegesetzes rechtmäßig in Europa beziehungsweise in Deutschland in Verkehr befinden und die alle vom PEI in Abstimmung mit dem Robert-Koch-Institut (RKI) festgelegten Mindestkriterien für Antigen-Tests erfüllen.

Hersteller müssen Nachweise liefern

Die Hersteller sind nun aufgerufen, dem PEI in den nächsten Wochen entsprechende Daten zum Nachweis von Omikron nachzuliefern. Kommen diese dem nicht nach oder können die Produkte Omikron nicht nachweisen, sollen die entsprechenden Produkte von der Liste gestrichen werden. Derzeit ist die Liste also noch nicht vollständig.

Abgesehen davon, gilt die Sensitivität als wichtige Voraussetzung für die Zuverlässigkeit der Tests. Diese gibt an, inwiefern das Coronavirus zuverlässig nachgewiesen werden kann. Die prozentuale Wahrscheinlichkeit, mit der ein Corona-Infizierter auch tatsächlich als infiziert erkannt wird, muss einen geforderten Mindestwert von 75 Prozent bei sehr hoher Viruslast erreichen. Die Gesamtsensitivität zeigt den Mittelwert bei hoher, mittlerer und niedriger Viruslast.

Auch die von den Discountern oder Drogerien angebotenen Tests konnten bei der Untersuchung Omikron erkennen. Zumindest bei hoher Viruslast. Dies sind unter anderem:

  • Aesku Rapid SARS-CoV-2 Rapid Test von Aesku Diagnostics GmbH (Gesamtsensitivität 36,0 Prozent)
  • Novel Coronavirus 2019-nCoV Antigen Test von Beijing Hotgen (Gesamtsensitivität 56 Prozent)
  • Safecare COVID-19 Ag Rapid Test Kit von Safecare Biotech Hangzhou Co., Ltd. (Gesamtsensitivität 62 Prozent)
  • Covid-19 Antigen Schnelltest (Colloidal Gold) von Joinstar Biomedical Technology Co., Ltd (Gesamtsensitivität 64 Prozent)

Allerdings lässt die Sensitivität bei mittlerer bis niedriger Viruslast auch bei diesen Tests deutlich nach.

Maske tragen, Lüften

Wissenschaftler der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) hatten sich bereits zuvor angesehen, wie gut gängige Antigen-Schnelltests die Omikron-Variante erkennen. Sie kamen allerdings zu dem Schluss, dass sieben von neun sehr häufig verwendeten Schnelltests eine Omikron-Infektion schlechter nachweisen als eine Delta-Infektion.

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Nur zwei der Tests hätten bei höherer Viruslast Ergebnisse in einem vernünftigen Rahmen gezeigt. So zeigten der "Rapid SARS-CoV-2 Antigen Test Card (MP Biomedicals Germany GmbH) und der Medicovid-AG SARS-CoV-2 Antigen Rapid Test Card-nasal (Xiamen Boson Biotech Co., Ltd.) eine Gesamtsensitivität von 51,49 beziehungsweise 57,43 bei Omikron auf. Dabei gilt die Sensitivität als wichtige Voraussetzung für die Zuverlässigkeit der Tests. Diese gibt an, inwiefern das Coronavirus zuverlässig nachgewiesen werden kann. Doch schon in der zweithöchsten Viruslast-Kategorie hätten selbst diese vermeintlich guten Tests nur noch zehn Prozent der Infektionen erkannt. Bei einer geringen Viruslast sind auch diese Tests demnach quasi untauglich.

Die Forscher raten deshalb vor allem in Innenräumen zum Tragen von Masken und häufigem Lüften. Wer Gewissheit haben möchte, sollte demnach einen PCR-Test machen, wenn möglich.

Quelle: ntv.de, awi

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