Ratgeber

Hausratversicherungen im Test Preisunterschiede bis zu 300 Prozent

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Wer seinen Versicherungsvertrag schon lange hat, sollte die Bedingungen prüfen.

(Foto: imago/Jochen Tack)

Bei Einbruch, Feuer und anderem Ungemach hilft die Hausratversicherung. Die Stiftung Warentest hat 157 Tarife von 61 Hausratversicherern untersucht. Die Prämienunterschiede sind enorm. Teure Verträge kosten doppelt und dreimal so viel wie günstige.

Wer eine Hausratversicherung sucht, sollte die Preise gut vergleichen. Denn die Prämienunterschiede können enorm sein, wie ein Test der Stiftung Warentest zeigt. Die Experten nahmen für die Zeitschrift "Finanztest" (Ausgabe 7/2020) 157 Tarife von 61 Anbietern unter die Lupe.

Verglichen wurden die Tarife für einen Modellfall einer 100-Quadratmeter-Wohnung. In den Tarifen war Hausrat bei Schäden durch Feuer, Blitzschlag, Explosion oder Implosion, Einbruchdiebstahl Sturm und Hagel, Leitungswasser und Überspannung versichert. Auch ein einfacher Fahrraddiebstahl war enthalten.

Unterschiedliche Tarife je nach Stadt und Einbruchsrisiko

Verglichen wurden die Preise für zwei Orte: München mit einem geringen Einbruchsrisiko und damit auch günstigeren Tarifen und Frankfurt am Main mit einem höheren Einbruchsrisiko und damit auch höheren Prämien. In München lag das günstigste Angebot inklusive Schutz gegen Naturgefahren bei 87 Euro pro Jahr, in Frankfurt bei 121 Euro pro Jahr (beide Städte: Ammenländer Comfort). Ohne Naturgefahren ist der Tarif für 57 beziehungsweise 91 Euro zu haben. Beim teuersten sind es 436 beziehungsweise 468 Euro (Arag Premium). Das ist zwar ein Premium­tarif mit mehr Leistungen. Doch die brauchen die meisten Versicherten gar nicht. Vielen würde ein Wechsel der Versicherung eine große Ersparnis bringen.

Bedingungen bei Altverträgen prüfen lohnt

Wer seinen Vertrag schon lange hat, sollte denn auch die Bedingungen prüfen. Beispiel Fahrrad: In vielen Policen sind auch Fahrräder versichert. Manche ältere Verträge können allerdings noch eine sogenannte Nachtklausel enthalten. Der Schutz gilt dann nicht, wenn das Rad zwischen 22 Uhr und 6 Uhr gestohlen wird und es zu dieser Zeit nicht in Gebrauch war.

Wichtig ist auch, dass der Versicherungsvertrag eine Klausel zum Verzicht auf die Einrede der groben Fahrlässigkeit enthält. Denn in diesen Fällen zahlt die Versicherung - außer bei Vorsatz - in jedem Fall.

Unterversicherung vermeiden

Auch aus einem weiteren Grund lohnt es sich, den Vertrag mit der Hausratversicherung regelmäßig zu prüfen, den viele Versicherte sind nach einigen Jahren unterversichert. Im Schadensfall kann die Versicherung dann prozentuale Abzüge bei der Schadensregulierung vornehmen. "Und zwar unabhängig davon, wie hoch der Schaden ist, der gemeldet wird. Ein Beispiel: Der Hausrat ist bis zu 50.000 Euro versichert. Die Kunden machen einen Sturmschaden von 10.000 Euro geltend. Ein Prüfer der Versicherung stellt aber fest, dass der Hausrat einen Wert von 100.000 Euro hat. "Obwohl der gemeldete Schaden deutlich unter diesen Werten ist, wird der Schaden nur zur Hälfte beglichen, weil eine Unterversicherung von 50 Prozent vorlag.

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Um das zu vermeiden, sollten Verbraucher regelmäßig den Wert des Hausrats prüfen, den sie in ihrem Vertrag angegeben haben, und ihn gegebenenfalls anpassen. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten. Die einfachste ist, den Wert pauschal nach der Wohnfläche festzulegen. Die Versicherer schlagen hierzu meist vor, 650 Euro pro Quadratmeter zu veranschlagen.

Wer allerdings eine kleine Wohnung hat mit vielen Wertsachen oder umgekehrt ein großes Haus, aber wenig Inventar, der bestimmt den Wert besser individuell. Das bedeutet, man listet alle Gegenstände auf, die zum Hausrat gehören - und zwar zum Neuwert, also dem Wert, der aktuell notwendig wäre, um beschädigte oder verschwundene Sachen wiederzubeschaffen.

Quelle: ntv.de, awi/dpa