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Rentenversicherung vor dem Kadi Verbraucherzentrale verklagt Allianz

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Verbraucherschützer haben den Eindruck, dass sich der Versicherer vor allem das gute Ansehen von Indexfonds für den Verkauf ihrer privaten Rentenversicherung zunutze machen will.

(Foto: REUTERS)

Der Neuabschluss einer herkömmlichen Rentenversicherung lohnt sich kaum mehr. Deshalb sollen Indexpolicen das Geschäft retten. Sie versprechen Rendite-Chancen ohne Verlustrisiko. Verbraucherschützer warnen vor einer "Mogelpackung" - und klagen.

Indexpolicen gelten als Alternative zu herkömmlichen Lebens- oder Rentenversicherungen. Dabei garantiert der Versicherer nur die eingezahlten Beiträge, dafür investiert er die Überschüsse in Aktien. Verbraucherschützer warnen vor einer "Mogelpackung". Die Verbraucherzentrale Hamburg (vzhh) hat deshalb deshalb die Allianz Deutschland AG wegen ihres Produktes Index Select verklagt.

Die Verbraucherschützer halten die Art und Weise, wie der Versicherer für sein sogenanntes Vorsorgekonzept wirbt, für irreführend und unlauter. Im Vergleich zu einer herkömmlichen Rentenversicherung sollen beim Vorsorgekonzept Index Select die in der Versicherungsprämie enthaltenen Sparanteile nicht fest verzinst angelegt und als Rentenleistung ausgezahlt werden. Vielmehr orientiert sich die Wertentwicklung des Produkts laut Angaben der Allianz an der Wertentwicklung des Aktienindex EuroStoxx 50. "In welcher Höhe und in welcher Form der Anleger aber tatsächlich am Index partizipiert, darüber lässt die Allianz ihre Kunden im Unklaren", so Becker-Eiselen, Finanzexpertin der vzhh.

Die beworbene Indexbeteiligung erfolgt nach dem Verständnis der Verbraucherzentrale nicht über die eingezahlten Beiträge, sondern ausschließlich über die von der Allianz erwirtschaftete und jährlich zu ermittelnde Überschussbeteiligung. Die Rendite des Finanzprodukts wäre damit nicht primär von der tatsächlichen Wertentwicklung des Aktienindex abhängig, sondern vielmehr von den Überschusserträgen des Lebensversicherungsunternehmens. "Da die Überschüsse in der aktuellen Niedrigzinsphase zunehmend niedriger ausfallen, ist dies eine wesentliche Information, die die Allianz in ihrer Werbung verschweigt", meint Becker-Eiselen.

Die Verbraucherschützerin hat den auch den Eindruck, dass sich der Versicherer vor allem das gute Ansehen der Indexfonds für den Verkauf der privaten Rentenversicherung zunutze machen will.

Zudem beklagt die vzhh, dass die Allianz die Wertentwicklung der Index Select Rente durch einen sogenannten Cap, der zum Zeitpunkt der Klageerhebung bei 3,3 Prozent lag, begrenzt. Liegt die Wertentwicklung des Index in einem Monat über dem Cap, werden die Gewinne begrenzt, während monatliche Verluste voll in die Renditebetrachtung einfließen. Die Höhe des Caps wird dabei jährlich neu bestimmt und soll abhängig von den Überschusserträgen sein, mit denen die Versicherung ihre Form der Indexbeteiligung finanziert.

Für Kunden, so der Vorwurf, ist kaum zu durchschauen, wie die Index Select Rente funktioniert. Was am Ende tatsächlich rauskommt, ist selbst für Experten nur schwer zu durchschauen. Laut vzhh ist das Produkt ist eine Black Box für Verbraucher.   

Quelle: n-tv.de, awi

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