Ratgeber
Wenn sich unten im Becher schon viel Flüssigkeit gesammelt hat, steht er bereits länger.
Wenn sich unten im Becher schon viel Flüssigkeit gesammelt hat, steht er bereits länger.(Foto: imago/Westend61)
Montag, 02. Juli 2018

Vorgeschnittenes Obst und Salate: Warnung vor Keimschleudern

Fertige Obst- und Blattsalate zum Sofortverzehr sollen ja eigentlich gesund sein. Doch mit dem Schälen und Schneiden beginnt die Verkeimung. Verbraucher sind gut beraten, beim Kauf genau hinzuschauen, wie das Bundesamt für Verbraucherschutz mahnt.

Praktisch, appetitlich und vitaminreich? Sie sind in Supermärkten und an jedem Bahnhof zu finden - aufgeschnittenes Obst und vorgeschnittene Blattsalate werden gerade im Sommer gerne für unterwegs mitgenommen. Doch die Vitalsnacks bergen Risiken, wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin warnt.

Denn vom Anbau bis zur Verpackung besteht das Risiko einer mikrobiellen Kontamination - mit dem Schälen und Schneiden beginnt die Verkeimung und quasi ein Wettlauf mit der Zeit. So zeigen die Untersuchungsergebnisse der Bundesländer der vergangenen Jahre, dass Enterobakterien, Schimmelpilze und Hefen vermehrt in solchen verarbeiteten Lebensmitteln auftreten. Bei vorgeschnittenen, verpackten Blattsalaten wurden in Einzelfällen auch potenziell krankmachende Keime nachgewiesen.

Sowohl zerkleinertes Obst als auch zerkleinerte, in Folien verpackte Blattsalate gehören zu den leicht verderblichen Lebensmitteln. Anbieter müssen daher bei diesen Produkten strenge Hygienevorschriften beachten. Ob diese eingehalten werden, überprüfen die Lebensmittelüberwachungsbehörden der Bundesländer regelmäßig. So werden im Rahmen des risikoorientierten Bundesweiten Überwachungsplanes (BÜp) und des repräsentativen Zoonosen-Monitorings Lebensmittel regelmäßig auf mikrobiologische Parameter untersucht.

Im Zweifel besser entsorgen

Im BÜp 2016 wurden 745 Proben vorverpackten aufgeschnittenen Obstes (Obstmischungen und exotisches Obst) auf diverse Mikroorganismen untersucht. Dabei wurde nicht jede Probe auf alle Untersuchungsparameter untersucht. 80 Prozent der Proben wurde im Handel gekühlt angeboten.

Am häufigsten konnten Schimmelpilze nachgewiesen werden – 135 von 737 Proben enthielten Gehalte über dem DGHM-Richtwert (Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie). In 81 beziehungsweise 31 der 713 darauf untersuchten Proben wurden die Richt- beziehungsweise Warnwerte für Enterobakterien überschritten. Die Anzahl an Hefen überschritt in 65 von 738 auswertbaren Proben den Richtwert. In 5 von 745 Proben konnten Coli-Bakterien nachgewiesen werden, Salmonellen in keiner der 632 ausgewerteten Obstproben.

Die im Zoonosen-Monitoring des Jahres 2015 untersuchten Proben von vorgeschnittenen, verpackten Blattsalaten waren in Einzelfällen mit potenziell krankmachenden Keimen kontaminiert. In einer der 391 Proben (0,3 Prozent) wurden Salmonellen nachgewiesen. Den gesetzlichen Anforderungen gemäß gilt vorzerkleinerter Salat, in dem Salmonellen nachgewiesen werden, als gesundheitsschädlich und muss vom Markt genommen werden.

Das BVL rät Verbrauchern, beim Kauf von Obst- und Blattsalaten das Mindesthaltbarkeitsdatum nicht auszureizen und darauf zu achten, dass die Produkte im Kühlregal liegen. Eine hohe Keimbelastung ist selten mit bloßem Auge zu erkennen. Trotzdem lohnt ein gezielter Blick, um den Frischezustand des Produktes zu erkennen. Farbverlust, braune Stellen oder viel Flüssigkeit weisen auf eine mangelnde Frische hin. Ebenso kritisch ist eine gewölbte Verpackung, da die gebildeten Gase Zeichen der einsetzenden Gärung sind.

Zudem sollten Verbraucher die Ware rasch verzehren oder diese im Kühlschrank oder einer Kühltasche aufbewahren. Waren Obst oder Salat längere Zeit einer hohen Temperatur ausgesetzt, sollten die Lebensmittel entsorgt werden. 

Quelle: n-tv.de