Formel1

Rücktritt offenbar ernste Option Mercedes dementiert Hamilton-Gerüchte nicht

imago1008622674h.jpg

Die Ereignisse des letzten Saisonrennens beschäftigen Hamilton anscheinend nachhaltig.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Erst in einigen Wochen will der Motorsport-Weltverband verkünden, was beim Finale der Formel-1-Saison 2021 falsch gelaufen ist. An dieser Untersuchung hängt auch die Antwort auf die Frage, ob Lewis Hamilton weitermacht oder seine Karriere beendet. So liest sich zumindest eine Antwort von Mercedes.

Einen gültigen Vertrag hat Lewis Hamilton zwar. Doch selbst Mercedes scheint in diesen Tagen nicht final beantworten zu können, ob sich der siebenfache Weltmeister an dieses Arbeitspapier gebunden fühlt oder doch kurzfristig seinen Rücktritt einreicht. Das unwürdige Finale der Formel-1-Saison 2021, das den Briten in der letzten Runde des letzten Rennens den sicher geglaubten achten Titel kostete, hat offenbar tiefe Spuren hinterlassen.

Auf Anfrage von RTL/ntv bestätigt Mercedes nämlich die Berichte, nach denen Hamiltons Entscheidung maßgeblich davon beeinflusst wird, wie die Untersuchung des Motorsport-Weltverbandes FIA zur Schlussphase des Großen Preises von Abu Dhabi endet. "Schauen wir, was es bringt", sagt ein Sprecher der Silberpfeile. Alles andere als eine Zurückweisung der Spekulationen.

Bis zur finalen Entscheidung des 37-jährigen Ausnahmepiloten könnte es dadurch allerdings noch dauern. Denn die FIA erklärte erst in dieser Woche, dass Prüfung der viel diskutierten Safety-Car-Phase kurz vor Rennende zwar begonnen habe, finale Entscheidungen aber erst am 18. März und damit zu Beginn des ersten Grand-Prix-Wochenendes der Saison 2022 in Bahrain verkündet werden sollen. Bereits im Februar sollen die Ergebnisse der Formel-1-Kommission präsentiert werden. Im Mittelpunkt der vor allem von Mercedes wiederholt verlangten Untersuchung dürften die Anweisungen von Rennleiter Michael Masi stehen.

"Wäre ein Armutszeugnis für die Formel 1"

Masi hatte mit ungewöhnlicher Regelauslegung beim Saisonfinale dafür gesorgt, dass das Rennen in der letzten Runde wieder freigegeben werden konnte. Red-Bull-Pilot Max Verstappen nutzte dies, um auf frischen Reifen an Hamilton vorbeizuziehen und mit der Zieldurchfahrt zum ersten niederländischen Champion der Formel-1-Historie zu werden. Den Zorn von Mercedes zog sich Masi jedoch vor allem damit zu, nicht wie üblich alle überrundeten Fahrzeuge am Feld vorbeizuschicken und sich am Ende des Feldes wieder einreihen zu lassen, sondern nur die zwischen dem Noch-Führenden Hamilton und dessen WM-Rivalen Verstappen.

Hamilton gratulierte dem neuen Weltmeister im Anschluss sportlich fair, wetterte im Boxenfunk allerdings über von ihm empfundene "Manipulation" und schweigt seitdem öffentlich. Ein Treffen zwischen Mercedes-Teamchef Toto Wolff und dem neuen FIA-Boss Mohammed Ben Sulayem an diesem Freitag soll eine erste Annäherung bringen. "Ich hoffe sehr, dass wir ihn wieder sehen. Er ist der wichtigste Part unseres Sports", sagte Wolff über seinen Piloten und erhöhte zugleich den Druck auf den Weltverband, die richtigen Schlüsse zu ziehen: "Es wäre ein Armutszeugnis für die ganze Formel 1, wenn der beste Fahrer wegen hanebüchener Entscheidungen beschließt, aufzuhören."

Sollte Hamilton tatsächlich seine einzigartige Karriere beenden, bräuchte Mercedes kurzfristig Ersatz für den Rekord-Weltmeister (7 Titel, gemeinsam mit Michael Schumacher), Rekord-Rennsieger (103), Rekord-Polesitter (103) und Rekord-Podiumfinisher (182). Sky-Experte Ralf Schumacher brachte dafür Sebastian Vettel ins Spiel, dessen Aston-Martin-Team seine Motoren von Mercedes bezieht. Für den Deutschen spreche "die Erfahrung" und "der Speed, den er nach wie vor hat", so Schumacher.

Allerdings werden auch eine Rückholaktion des zu Alfa Romeo gewechselten Valtteri Bottas diskutiert sowie eine Verpflichtung des früheren Mercedes-Nachwuchspiloten Esteban Ocon, der 2021 im Alpine sensationell den Großen Preis von Ungarn gewinnen konnte. Ocon hat eine enge Verbindung zu Mercedes-Teamchef Toto Wolff, Alpine könnte das frei werdende Cockpit mit dem amtierenden Formel-2-Champion Oscar Piastri besetzen. Als Übergangslösung ist zudem Nico Hülkenberg ein Kandidat, der in der Vorsaison bereits als Ersatzfahrer bei den Silberpfeilen zur Verfügung stand.

Quelle: ntv.de, tsi mit Martin Armbruster/rtl.de

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.