Fußball

Gewagtes Spiel mit dem FC Bayern Alaba pokert gefährlich mit dem Piranha

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Erlebt gerade keine leichte Zeit beim FC Bayern: David Alaba.

(Foto: imago images/FC Bayern München)

Sportlich ist David Alaba beim FC Bayern unumstritten. Und auch als Typ ist er für den Klub aus München eigentlich unverzichtbar. Doch die Liebesgeschichte zwischen dem Österreicher und dem Rekordmeister erlebt gerade eine schwere Krise. Ausgang? Ungewiss.

Den David Alaba, den mögen sie beim FC Bayern eigentlich schon sehr gerne. Das gilt ganz besonders für Uli Hoeneß, der einst vergnügt über nächtliche Ausflüge des damals sehr jungen Österreichers mit Franck Ribéry - den mag Uli Hoeneß ja auch sehr gerne - plauderte. Und sich noch vergnügter über die Ausreden von Alaba ausließ. Der geschmähte Satz, der in München zur Legende geworden ist, er lautet so: "Herr Präsident, I hob nochdocht. Da muss der Ribéry mit 'nem anderen Schwoazn unterwegs gwesn san."

Ja, am Alaba, da hatten (und haben?) sie in München ihre Freude. Menschlich. Sportlich sowieso. Und mutmaßlich können sie sich auch gar nicht entscheiden, welchen David Alaba sie besser finden. Den, der als womöglich weltbester Außenverteidiger auf der linken Seite jahrelang mit Ribéry für einen amtlichen Furor sorgte oder den, der sie vergangene Saison als souveräner Abwehrchef zum Triple dirigierte.

Und eigentlich wollen sie sich beim FC Bayern gar nicht entscheiden. Denn am liebsten würde sie diese emotionale Beziehung, die im Sommer 2008 begann und nur durch eine Leihe zur TSG Hoffenheim (jaja, die gab's wirklich) unterbrochen wurde, gerne fortsetzen. Am liebsten würden die Münchner den Vertrag mit dem unverzichtbaren Alaba verlängern und weitere Titel gemeinsam gewinnen - 25 sind's bereits. Darunter zweimal das Triple. Der 28-Jährige ist damit einer der absolut erfolgreichsten Profis, die jemals beim Rekordmeister angestellt waren.

An Alternativen mangelt es Alaba nicht

Doch die Geschichte mit der Verlängerung des Vertrags, der im nächsten Sommer ausläuft, die entwickelt sich zu einem Thriller, der aus Münchner Sicht leider nicht packend, sondern einfach nur nervtötend und belastend ist. Allzu gerne würden sie das Buch aus der Hand legen, aber dann würden sie Gefahr laufen, den Alaba, den sie doch so gerne mögen, zu verlieren. An möglichen neuen Arbeitgebern soll es dem 28-Jährigen nicht mangeln. Vom FC Barcelona bis zum FC Liverpool reichen die Gerüchte. Kurzum: Alles was im europäischen Fußball auf besten Niveau spielt (oder spielen will) will den Österreicher haben.

Aber was ist eigentlich das Problem? Nun, nach allem, was man hört, ist das Problem der Berater. Sein Name: Pini Zahavi. Der 77-Jährige betreut unter anderem auch Stürmer Robert Lewandowski. Zahavi, das weiß man, ist ein sehr zäher Typ, einer, der das Maximum für seinen Klienten fordert. Und das Maximum bei Alaba soll nun sein: Aufstieg in den Zirkel der Top-Verdiener in München. Aufstieg in den Kreis um Lewandowski, um Thomas Müller und um Torwart Manuel Neuer. Der Kapitän hatte seinen auslaufenden Vertrag in der vergangenen Saison verlängert - ebenfalls nach zähem Ringen und nicht gänzlich unbeschadet im (Raffgier-) Image.

Der "schwarze Franz Beckenbauer"

In München haben sie sich lange bemüht, Alaba mit Schmeicheleien (und natürlich auch einem guten Angebot) zur Verlängerung zu bewegen. Klub-Boss Karl-Heinz Rummenigge begeisterte sich gar für den "schwarzen Franz Beckenbauer". Und Trainer Hansi Flick, der den Österreicher ins Zentrum der Abwehr versetzt hatte, schwärmt gar vom "Herzstück" seiner Mannschaft. Auf dem Platz und daneben. Zuletzt aber, nach geplatzten Verhandlungsrunden, war der Ton schärfer geworden. Und die Leistungen Alabas parallel dazu längst nicht mehr so souverän, wie noch auf dem Weg zum Triple, als er an der Seite von Jérôme Boateng unbestritten einen der besten Abwehrchefs der Welt gab.

Ausgerechnet der ewig vergnügte Hoeneß, der sich ja aufs hohe Ehrenabteil zurückgezogen hat, wütete im Doppelpass: "David hat einen geldgierigen Piranha als Berater. Sein Vater, den ich sehr mag, lässt sich von ihm auch sehr beeinflussen. Was der Berater für einen Schmarrn erzählt ist unfassbar. Der verlangt einen zweistelligen Millionenbetrag nur für die Unterschrift. Ich verstehe, dass Hasan bei einem Treffen mal völlig ausgeflippt ist, weil die Argumente ja völlig falsch sind." Und auch Rummenigge hatte, ohne den Berater von Alaba direkt anzusprechen, im Sommer bereits einmal eine absonderliche Gier angemahnt: "Bei den Gehältern scheint im Spitzenbereich der eine oder andere Berater der Meinung zu sein, dass trotz Corona in der Welt die Sonne draußen noch hell scheint."

Wie "Sport1" nun berichtet, soll es im Klub hinter vorgehaltener Hand heißen, dass Alaba schon längst verlängert hätte, wäre da nicht Zahavi. Er soll ja gerade erst wieder ein Angebot der Münchner, dessen finanzielle Schmerzgrenze er aus den Verhandlungen um den Top-Vertrag für Lewandowski bestens kennt, abgelehnt haben. Es soll laut "Sport Bild" um einen Fünfjahresvertrag (statt zuletzt vier Jahre) gegangen sein, mit elf Millionen Euro Grundgehalt plus Bonuszahlungen, die eine Summe von bis zu 17 Millionen Euro möglich machen. Es ist ein gewagtes Pokerspiel, aber wer mit Piranhas schwimmt, der lebt gefährlich.

Quelle: ntv.de