Fußball

Überraschende Wende bei Martinez Der "Wadlbeißer" bleibt beim FC Bayern

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Na, da ist die Freude aber groß.

(Foto: dpa)

Die perfekte Schlusspointe unter seine Zeit beim FC Bayern war doch eigentlich gesetzt. Javi Martinez selbst war dafür verantwortlich, mit seinem Siegtreffer im europäischen Supercup. Doch statt zu wechseln, wie erwartet worden war, bleibt der baskische "Wadlbeißer" in München.

Wie viele letzte Spiele hatte Javi Martinez eigentlich schon für den FC Bayern gespielt? Diese Frage kann mutmaßlich niemand mehr seriös beantworten. Dass es ungewöhnlich viele waren, kommt der Wahrheit aber wohl sehr nah. Und sicher ist nun auch: Es wird noch mindestens eins geben (vermutlich sogar noch einige mehr). Denn was in dem Last-Minute-Rausch der Münchner auf dem Transfermarkt untergeht: Der baskische "Wadlbeißer" ist noch immer da. Dabei war die Geschichte des perfekten Abgangs nach sieben erfolgreichen und auslaugenden Jahren doch eigentlich bereits geschrieben.

Am 24. September hatte der 32-Jährige, der bislang in jeder Saison Deutscher Meister geworden war, seinen 21. Titel mit dem FC Bayern gewonnen. Und er hatte ihn nicht einfach nur gewonnen. Er war der Mann, der hauptverantwortlich dafür war. In der 104. Minute köpfte Martinez die Münchner zum Sieg. Die spanische Zeitung "Sport" schrieb danach gar: "Martinez tötet ein großes Sevilla." Tatsächlich war der Kopfball präzise und überlegt. Es war ein Kopfball, typisch für den Basken. Es war ein Kopfball, den er so auch in "30 Jahren" noch kann, wie Thomas Müller prognostizierte.

Nun, 30 Jahre, das scheint keine besonders mutige Vorhersage, wird Martinez nicht mehr für die Bayern spielen. Aber wer weiß das schon. "Immer wenn ich im Bayern-Trikot spiele, versuche ich alles zu geben, mit 100 Prozent zu spielen", sagte Martinez nach seinem gewinnbringenden Kopfball. "Solange ich hier bleibe, werde ich dieses Trikot verteidigen." Dass dies nicht mehr nötig sein würde, davon war die Welt (die des Fußballs) ausgegangen. Zu kitschig schön war dieser Abend, zu verdichtet waren die Gerüchte über eine Rückkehr zu seinem Heimatklub Athletic Bilbao. Und die Bayern, sie hätten das Ende dieser rührenden Erfolgsgeschichte unterschrieben - bei einem passenden Angebot. Das gab's aber wohl nicht.

Kaum noch ein Platz für Martinez

Und so bleibt er. Als ein Mann im Kader, der immer da ist, wenn er gebraucht wird. Sofern er denn fit ist. Das war (leider) in den vergangenen Jahren immer seltener der Fall. Die strapazierende Spielweise hat ihren Tribut gefordert. Statt Kampftagen gab es immer häufiger Krampftage. Tage, an denen Martinez nicht auf dem Platz stehen konnte - über 700 sind es laut transfermarkt.de. Martinez, der als baskisches Stoppschild beim ersten Triple der Klubgeschichte 2013 unverzichtbar war, ist verzichtbar geworden. Im Mittelfeld haben sich Joshua Kimmich und Leon Goretzka etabliert, dahinter warten Corentin Tolisso und Neuzugang Marc Roca auf ihre Chancen. Und in der Innenverteidigung ist die Konkurrenz mit David Alaba, mit Jérôme Boateng, mit Lucas Hernández und Niklas Süle noch viel größer.

Doch in einer Saison mit massivem Terminstress, mit Unwägbarkeiten durch die Corona-Krise wird auch Martinez wieder auf seine Einsätze kommen. Drei sind es bereits wieder - und ein weiterer Titel. Ob in dieser Spielzeit aber tatsächlich auch sein letzter Einsatz dabei sein wird? Diese Frage kann mutmaßlich niemand seriös beantworten. Ein sehr belastbares Indiz für ein tatsächlich nahendes Ende in München ist indes: Der Vertrag von Martinez läuft am 30. Juni 2021 aus.

Quelle: ntv.de, tno

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